SCHNELLER KOCHEN MIT DER COOK4ME VON KRUPS

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht?!

Nach der Testwelle, die mich im November und Dezember überrollt hatte, ist es derzeit ruhiger geworden. Was gar kein Schaden ist, konnte ich so doch eine wohlverdiente Schreibpause einlegen, die ich auch gebraucht habe. Im Hinterkopf habe ich aber immer behalten, dass ich euch noch einen Bericht über die Cook4Me von Krups schuldig bin, eine Schuld, die ich heute einlösen möchte. Cook4Me?



WAS IST DAS ÜBERHAUPT?

Wie es bei mir fast nicht anders sein kann und wie auch der erste Teil des Namens sagt: ein Küchengerät. Genauer gesagt ein Multifunktionskochtopf, der Slowcooker, Kochtopf und Dampfdrucktopf in sich vereint und das Kochen schneller und einfacher machen soll.

6 Liter Gartopf


Vor etlichen Wochen durfte ich diesen "Wunderkessel" für vier Wochen beim Reviewclub testen und hatte dann noch das Glück, bei einem Gewinnspiel eine Cook4Me+ zu gewinnen. Beim Reviewclub gibt es nichts gratis, es kann höchstens passieren, dass man das Testgerät verbilligt behalten darf - nun musste ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob ich das will. Denn ehrlich gesagt habe ich bei diesem Gerät eine ganze Weile gebraucht, um damit warm zu werden. Das lag nicht an der

OPTIK

Die ist gelungen, die runde Form ist angenehm anzusehen, die Kombination von weißem Kunststoff mit Elementen in Edelstahloptik wirkt elegant und hochwertig. Das Display ist groß und gut abzulesen, der Drehknopf zum Anwählen von Programmen und dem Menü ist leichtgängig und präzise.


Der Topf hat eine gute Größe für Mengen, die auch für meine 5-Köpfige Familie locker ausreichen. Die Griffe haben abgerundete Kanten und liegen gut in der Hand, ein Transport von der Arbeitsplatte zum Tisch lässt sich so gut bewerkstelligen, ohne dass man sich die Finger verbrennt.

DIE MÖGLICHEN GARMETHODEN

lassen eigentlich nichts zu wünschen übrig. Zunächst gibt es das manuelle Kochen, bei dem man zwischen verschiedenen Methoden wählen kann:

-        Garen unter Druck: dies hat mich überzeugen können. Ich habe zum Beispiel Pulled Pork ausprobiert, das ja normalerweise stundenlang vor sich hin garen muss. In 90 Minuten hatten wir feinstes Pulled Pork auf dem Teller. Etwas weniger Zeit sparte ich bei meinem klassischen Gulasch, das mit 30 Minuten angeben war, aber erst nach weiteren 15 Minuten wirklich zarte wurde. Ich hatte die doch feinere Rinderhüfte dafür geschnitten, die auf dem Herd als Vergleich ca. 1 Stunde braucht. Braten gelingen wiederum wirklich schneller, genau wie Rouladen oder Geschnetzeltes mit frischem Gemüse und Schweinefleisch... insgesamt gesehen habe ich mit dieser Funktion die besten Erfahrungen gemacht und nutze sie sehr viel. 👍
      Das Ganze kann man übrigens auch zeitverzögert startet, was ich nicht brauche, aber für Berufstätige zum Beispiel sicher praktisch ist.

Pulled Pork

-      
           Klassisches Garen mit drei Hitzestufen (Slow Cooking, Schmoren, Braten): 
d    Das Braten funktioniert bestens, wobei ich aber bei Schnitzeln den Vorteil im Gegensatz zur Pfanne aber nicht erkennen kann. Unwichtig ist es aber dennoch nicht, da man damit die Röstaromen erhält, die man beim reinen Dampfgaren nicht bekommen würde. Vor dem Garen unter Druck brate ich also immer erst einmal an. 👍

      Schmoren habe ich bisher nicht ausprobiert, beim Slow Cooking, das ja über mehrere Stunden gehen soll, muss man den Prozess immer wieder von vorne starten, weil die höchste einzustellende Zeit nur 30 Minuten beträgt. Verzichte ich dankend drauf. 👎

-        Aufwärmen: habe ich einmal versucht mit einem Reistopf. Nach einer dreiviertel Stunde mit mehrfachem Umrühren war dieser ungleichmäßig lauwarm mit kalten Stellen, so dass wir dann doch noch auf die Mikrowelle umstiegen. Funktioniert leider gar nicht gut. 👎

-        Warmhalten funktioniert dagegen, da mein Mann sehr unregelmäßig nach Hause kommt und man nie genau weiß wann, ist das durchaus praktisch. Nach dem Dampfgaren schaltet die Cookie automatisch ins Warmhalten-Programm, da muss man sich keinen Kopf machen. 👍   

Rouladen in der halben Zeit


      KOCHEN NACH ZUTATEN      

Neben diesen manuellen Möglichkeiten gibt es das Menü „Zutaten“ , es soll dem Koch/der Köchin helfen, automatisch die richtige Garmethode und – zeit zu wählen. Unter diesem Menü kann man bestimmte Zutaten wie Fleisch oder Gemüse aussuchen, die Menge angeben und bekommt nach dem Start dann Anweisungen, wie vorzugehen ist bzw. die empfohlene Gardauer angezeigt. Ob diese immer so richtig ist, ist fraglich, denn bei meinem Gulasch (das ich über dieses Menü gekocht habe) war die Garzeit definitiv zu kurz. Meines Erachtens ist das auch einfach zu wenig unterteilt, Rindfleisch ist ja zum Beispiel nicht gleich Rindfleisch, zwischen Teilen zum Schmoren und Filet besteht ein himmelweiter Unterschied. Ich nutze dieses Menü daher nicht, auch nicht für Gemüse.😐

150 REZEPTE

in der Cook4Me+ bzw. 50 in der einfachen Cook4Me sind einprogrammiert, wählt man ein solches an, bekommt man Schritt für Schritt angezeigt, was zu tun ist. 



Zunächst erhält man die Zutatenliste gezeigt, die man entweder abschreibt oder im mitgelieferten „Kochbuch“ abliest (die Gänsestriche deswegen, weil in diesem Buch auch nur die Zutaten stehen, aber keine Rezepte im eigentlichen Sinn) – später kann man die Zutaten nämlich nicht mehr einsehen, am besten bereitet man sowieso alles vorher vor. Es sind hundert Rezepte, dies ist auch nicht erweiterbar oder mit eigenen Rezepten zu ergänzen. Vieles davon ist doch eher exotisch, oft wird Dosengemüse verwendet, was gar nicht meins ist. Zu Schweinefleisch gibt es gerade mal ein Rezept, das ist für meine Küche zu wenig. Ausprobiert habe ich Boeuf Bourgignon, das zugegebenermaßen sehr lecker wurde. Auch die Bolognese kam gut an. 

Rezept Kalbsschnitzel mit Oregano-Zitronensauce... na ja...


Wie ich das nun zu bewerten habe, ist ein Problem. Für mich sind da wenig Rezepte dabei, die ich gerne umsetzen würde, zumal ich auch eine absolute Frei-Schnauze-Köchin bin. Ich bräuchte das also gar nicht, zum ersten Einstieg war es aber hilfreich. Letztendlich mache ich es einfach wie die Schweiz und bleibe neutral 😐

Von den Rezepten her würde mir persönlich die Cook4Me (ohne +) also reichen, allerdings hat diese nur 4 Liter statt 6 Liter Fassungsvermögen und 1200 statt 1600 Watt, also weniger Power.

DIE REINIGUNG

Ist einfach genial, den Topf stellt man in die Spülmaschine, das Innere des Deckels kann man ganz einfach abschrauben und ebenfalls in die Maschine geben, der Rest wird feucht abgewischt.

Leckerer Schweinebraten



WUNDERKESSEL?

So nennt Krups die Cook4me, das Wunder kann ich aber nicht so ganz erkennen. Dafür hat das Gerät für meinen Geschmack doch zu viele Schwächen und bringt wenig Arbeitserleichterung. Als negativ empfinde ich folgende Punkte:

  • Das Aufheizen dauert ewig, da bin ich mit der Pfanne auf dem Herd erheblich schneller dran. Im Prinzip könnte man beim Braten zum Beispiel schon nach der halben Aufheizzeit das Fleisch einlegen, nur kommt dann das ganze Anweisungsprogramm durcheinander.



  •            Man kann keine Temperaturen einstellen. Soßen sind nach dem Programmende immer extrem flüssig, so dass ich sie auf alle Fälle noch einkochen muss. Mache ich das manuell mit Braten, wird zunächst wieder ewig „Aufheizen“ angezeigt (da kann man mit dem Andicken schon locker beginnen), anschließend ist es aber zu heiß und blubbert extrem. Ich muss das noch mit „Schmoren“ ausprobieren, das ja wohl nicht ganz so heiß wird.

  •           Die Rezepte sind nur bedingt tauglich, zum Teil sehr exotisch und eben nicht erweiterbar. Die Zutaten sollte man alle vorbereiten und hat so sehr viel mehr Schüsseln zum Abwaschen wie beim Kochen im Topf.

  •           Außer beim Garen unter Druck muss man genauso rühren wie beim Kochen im Topf, da kann ich gleich einen Topf nehmen und brauche kein solch teures Gerät.

  •           Bei den Zutaten kann ich zwar die Fleischart wählen, dabei auch „am Stück“, „Geschnitten“ oder „mit Knochen“, aber nicht die Qualität – Filet braucht kürzere Garzeiten als Rücken, große Würfel länger als kleine… wie wird das korrekt gemessen? Eben, gar nicht und ich muss doch am Ende selber schauen, ob die Garzeit passte oder noch was drangehängt werden muss.
Lachs-Garnelen-Sauce in Nullkommanix


      Was für mich dagegen positiv ist, erfahrt ihr im


FAZIT

Die Cook4me ist kein schlechtes Gerät, hochwertig, nützlich und sehr gut verarbeitet, zudem in der Menüführung einfach zu bedienen. Mittlerweile bin ich auch damit warm geworden und nutze wie mit Vorliebe als Schnellkochtopf für Fleischgerichte, da jegliches Fleisch in kürzerer Zeit einfach butterzart und superlecker wird. 



Bei allen anderen Garmethoden sehe ich als versierte Köchin den Vorteil zum Kochen auf dem Herd nicht wirklich. Auch bei der Eignung für Kochanfänger, die sich keine Gedanken machen möchten, bin ich etwas skeptisch, da man für ein perfektes Ergebnis doch noch sehr viel nachjustieren und selber denken muss und die Rezeptauswahl wenig „Alltagsküche“ beinhaltet. 



Wer wirklich einen „Wunderkessel“ haben möchte, der sollte lieber noch etwas sparen und zur Prep & Cook derselben Firma greifen, die einem das (Küchen)Leben in der Tat einfacher macht. Als Ergänzung ist die Cook4Me genial, müsste ich auf eines von beidem verzichten, wäre es aber definitiv diese. Die Cook4Me + ist im Netz ab 179 Euro zu finden, das Vorgängermodell ohne Plus habe ich gar nicht gefunden, ist aber im Handel natürlich günstiger zu haben. Interessant sind auch die Outletpreise in den Home & Cook Stores (zum Beispiel in Metzingen oder Soltau).

Gulasch vom Feinsten :-) 


Im Großen und Ganzen muss jeder für sich selber entscheiden, ob er dieses Küchengerät "braucht" (Küchengerätejunkies werden sicher "ja" rufen 😉) - wie ist das bei euch? 

Liebe Grüße
Eure Kerstin


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