Donnerstag, 25. Mai 2017

ZART & SMART - GU KÜCHENRATGEBER MIT ZUSÄTZLICHER APP

Hallo ihr Lieben,

heute geht es mal wieder ums Kochen, genauer gesagt um Kochbücher, die ich eigentlich nicht beonders mag.

Ich schaue mir zwar hin und wieder gerne eines an, aber Geld möchte ich nicht dafür ausgeben. Die paar Kochbücher, die ich besitze, stehen mehr oder weniger unbenutzt im Schrank. Meistens finde ich auch in dicken Kochbüchern nur zwei oder drei Rezepte so interessant, dass ich sie nachkochen möchte und selbst dann wandle ich als versierte „Frei-Schnauze-Köchin“ noch manches ab. Ich hole mir also in Normalfall nur Anregungen.

Roastbeef in Marsalasauce mit italienischem Gemüse



In meiner Zeit als Bibliotheksleiterin kaufte ich Kochbücher für den Buchbestand und kopierte mir dort heraus, was mich interessierte. Oder ich fand Rezepte in den Frauenzeitschriften meiner Mama. Seit es das Internet gibt, ist es sowieso kein Problem mehr, neue Rezepte zu entdecken und umzusetzen. Kochbücher sind für mich also eigentlich überflüssig geworden.



Und trotzdem stelle ich euch heute eines vor, seltsam, nicht wahr? Nein, eigentlich stelle ich euch nicht nur ein Buch vor, sondern eine ganze Reihe mit einem besonderen Feature, das diese Kochbücher für mich (und vielleicht auch für euch) doch interessant machen. Aus dieser Reihe habe ich eines ausgesucht zum Thema

SANFTGAREN

„Zart und saftig bei 80 Grad: Fleisch perfekt garen bei Niedrigtemperatur“ beschäftig sich damit, Fleisch bei niedrigen Temperaturen über einen längeren Zeitraum zu garen und es so butterweich und besonders schmackhaft zu machen. Ein großer Vorteil dieser Methode besteht u.a. auch in der „Gästetauglichkeit“: man kann größere Mengen ohne Hektik kochen und sollten sich die Gäste verspäten oder der Sektempfang etwas länger dauern, macht es auch nichts aus, wenn das Fleisch eine halbe Stunde länger im Ofen bleibt.

Verlagsbild des Covers


Die Autorin Margit Proebst ist zwar keine Profiköchin, betrieb neben ihrem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie aber ein Tagescafé, später einen Catering-Service und hat mittlerweile als passionierte Köchin bereits über 40 Kochbücher veröffentlicht. Die Dame versteht also etwas von der Sache und ist zudem sehr vielseitig und kreativ. Was man auch am

INHALT

des Buches sieht, den ich euch nun grob vorstellen möchte.

Nach einem kurzen Vorwort der Autorin wird zunächst die Methode des Niedrigtemperaturgarens genauer erklärt und dazu wertvolle Tipps zum Servieren, Warmhalten oder auch dem Erhalt einer knusprigen Haut trotz geringer Temperaturen gegeben.
Im nächsten Kapitel erfahren wir, welches Fleisch sich eignet, anschließend gibt es ein Rezept für einen selbstgekochten Kalbsfond und Vorschläge für leckere Saucen. 


Nun geht los mit den dreißig Rezepten, geordnet nach Fleischsorten. Bei Kalb und Rind locken unter anderem Filetsteaks mit Béarnaise, Kalbsrollbraten mit Pilzfüllung, Roastbeef mit Thymianjus oder Rinderfilet mit Cognacsauce. Beim Schweinefleisch lässt zum Beispiel das Pfeffer-Pistazien-Filet oder die Rosmarinlende mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wer Lamm und Wild bevorzugt, erfreut sich sicher am Gedanken an ein Lammrückenfilet mit grünen Bohnen und Pfifferlingen, an einen Wildschweinbraten oder an eine Rehkeule mit Zimtrotkohl. Auch Geflügel eignet sich für die Sanftgarmethode, zum Beispiel mit einer Orangenentenbrust, einem Truthahn mit Apfelsauce oder einem Kokos-Limetten-Hähnchen.

Rezeptfoto aus dem Buch


Jedes der ansprechend illustrierten Rezepte wird mit einer Zutatenliste, der Anzahl der Portionen, der Zubereitungs- und der Garzeit, der Kerntemperatur und der Nährwerte eingeleitet. Danach folgt die Zubereitung in einzelnen, leicht verständlichen Schritten. Zudem gibt es zu vielen Rezepten noch besondere Tipps oder Variationsmöglichkeiten.
Man kann eigentlich überhaupt nichts falsch machen, wenn man sich an die Anweisungen hält, doch wir kennen das ja alle: man war ganz akribisch und trotzdem wird´s nicht ganz so wie gewünscht…

…auch hier lässt uns Frau Proebst nicht allein und erklärt uns im Anschluss an die Rezepte mögliche Fehlerquellen und nötige Voraussetzungen (geeignetes Geschirr, Backofen mit gleichbleibender Temperatur, Fleischthermometer).

Besonders erfreut mich die Garzeitentabelle, die mir zu einer Unmenge an verschiedenen Fleischarten die Anbrat- und Niedrigtemperatur-Garzeit nennt, so dass ich auch selber kreativ sein und meine eigenen Rezepte entwickeln kann, ohne erst selber mühselig herausfinden zu müssen, wie lange denn nun ein Kalbsbraten mit 800 g, ein Schweinenacken mit 1,2kg oder Hähnchenbrustfilet im Ofen bleiben muss.

Bis dahin ist dieses Kochbuch zwar ein gutes, aber doch ganz normales. Was ist denn nun das von mir anfangs erwähnte besondere Feature? Manche von euch werden es vielleicht schon ahnen, zu diesem Titel und weiteren aus der Reihe gibt es eine

APP

Diese macht die GU Küchenratgeber interaktiv und lässt sich problemlos im iTunes App-Store, bei Google Play oder auch direkt auf der Webseite von Gräfe & Unzer herunterladen und installieren. 


Das Buch als E-Book auf meinem Kindle - ein Rezept

Mit der App kann man einzelne Rezepte scannen und als Favoriten speichern, verschicken und teilen und Einkaufslisten zu den Rezepten speichern und auf dem Smartphone vor Ort dann dabei haben. In der App sind die gleichen Angaben zum Rezept und den Zubereitungsschritten vorhanden wie im Buch selber. Ich blättere vor dem Kochen zum Beispiel nicht gerne im Kochbuch, sondern drucke mir einzelne Rezepte gerne aus. Mit der App kann ich das Gewünschte per Email an mich schicken und dann eben das ganz einfach tun. Manchmal kocht man für Freunde und hört dann: „Das Rezept musst du mir geben!“ Kein Problem, schicke ich ebenfalls per Email. Man hat sowieso seine Rezepte nur auf dem Handy oder Tablet? Die aus der GU Küchenratgeberreihe nun auch. 

Per App und Email an mich selber verschickt


Und so einfach geht´s: startet man die App, landet man bei der Buchauswahl. Entweder man schaut nach seinen Favoriten oder unter „Alle“ (dort sind alle Bücher der Reihe aufgeführt). Nun sucht man nach dem gewünschten Buch (entweder mit der Suchfunktion oder durch Scrollen) und tippt es an, es wird geladen und der Scan öffnet sich. Im Buch (egal ob gebunden oder als E-Book) blättert man zum gewünschten Rezept, hält das Smartphone mit der Kamera auf der Rezeptbild und schon kann es gespeichert oder geteilt werden. Alle gespeicherten Rezepte findet man unter dem Button ganz links unten und kann sie jederzeit aufrufen.




Nach dem Scannen gespeichert


Klickt man ein Buch der Reihe an, das man nicht besitzt, kann man ja nichts scannen. Allerdings besteht die Möglichkeiten, die kompletten Rezepte des betreffenden Buchs für 3,99 Euro zu kaufen, allerdings nur die reinen Rezepte ohne die ganzen weiteren Informationen wie zum Beispiel die oben genannte Garzeitentabelle. Reicht ja aber manchmal auch aus.

Aufpassen muss man ein wenig beim Kauf der Bücher in Shops wie Amazon oder Thalia: unter „GU Küchenratgeber“ gibt es zwei verschiedene Arten von Büchern, bei der älteren Generation kann die App nicht verwendet werden. Bei den Büchern, die mit der App genutzt werden können, steht rechts unten auf dem Cover der Hinweis „Mit kostenloser App zum Sammeln ihrer Lieblingsrezepte“. 

Gescannt, zum Speichern oder Teilen bereit


Bevor ich nun zum Fazit komme, möchte ich noch einen speziellen Tipp geben, der nicht jedem etwas bringt, der mir aber für manche von euch doch interessant zu sein scheint:

KINDLE-NUTZER

zahlen für „Zart und saftig bei 80 Grad“ nichts, wenn sie auch Kindle Unlimited abonniert haben, denn dieses Buch ist damit ausleihbar. Das Gute dabei: auch wenn man das Buch wieder zurückgibt, bleiben gescannte Rezepte in der App erhalten.

Auch zahlreiche andere Titel gibt es auszuleihen, hier die Titel in alphabetischer Reihenfolge:

Cocktails / Die besten Weihnachtsplätzchen / Drinks ohne Alkohol / Expresskekse / Expresskochen vegan / Expresskochen Vollwert / Indisch kochen / Minikuchen / Pfannkuchen / Pizza & Flammkuchen / Raclette / Smoothies / Vegan backen / Vegan ohne Soja / Weihnachtsplätzchen

Alle anderen Titel (von One Pot Meals und Brot backen über Antipasti, Kochen für Babys, Low Carb, Lunch im Glas, Currys… bis hin zu Grillen, Sushi und Partyrezepten ist die Auswahl immens) kosten als E-Books 6,99 Euro, als Taschenbuch 8,99 Euro.

FAZIT

Auch wenn ich nie ein Fan von Kochbüchern war, fand ich gerade die Qualität der Kochbücher von Gräfe und Unzer immer ausgesprochen gut. Diese Qualität wurde bei „Zart und saftig bei 80 Grad“ (wie auch bei der ganzen Reihe) beibehalten, mit der App wurde noch ein Tüpfelchen aufs i gesetzt. Ich habe mir bereits weitere Titel ausgeliehen und sogar einen gekauft, der mich vom Thema her besonders interessiert hat.

Ich bin fasziniert und begeistert… sonst hätte ich keinen Bericht ausgerechnet über ein Kochbuch geschrieben. Wie ist es bei euch, mögt ihr Kochbücher, habt ihr vielleicht sogar eine Sammlung? Dann kann ich euch diese GU-Reihe wärmstens empfehlen.
Oder kocht ihr auch eher frei Schnauze und besorgt euch nur hin und wieder Anregungen im Internet? 

Liebe Grüße
Eure Kerstin

 

Montag, 15. Mai 2017

ALLES DABEI MIT DEM RUCKSACK "QUECHUA ARPENAZ" 10L

Hallo ihr Lieben,



oh Mann, bin ich derzeit schreibfaul - sorry. Liegt aber auch daran, dass es so viel anderes zu tun gibt, so war das Wetter nun ja endlich mal gut genug, um den Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Mein "Sommerwohnzimmer" ist jetzt wieder bereit für schöne Tage und deswegen habe ich ein wenig Zeit, mich endlich mal wieder dem Blog zu widmen.

Sommerwohnzimmer


Mit Produkttests sieht es derzeit ja wirklich mau aus bei mir, aber bei Trybe hatte ich kürzlich Glück und bekam einen Rucksack zum Testen, den "Arpenaz 10L" von Quechua. Quechua ist eine Firma, die Produkte für den Bergsport herstellt wie zum Beispiel Zelte, Kleidung, Wanderschuhe, Campingausstattung und eben auch Rucksäcke.

Im Gegensatz zu meiner üblichen Reihenfolge bei Produkttest-Berichten fange ich mal nicht mit dem Auspacken oder der Qualität an, sondern mit dem

PREIS

Der ist nämlich unglaublich: gerade mal 1,99 Euro, reduziert von vorher 2,99 Euro kostet das gute Stück. Als ich das im Decathlon-Onlineshop (dort habe ich den Rucksack bestellt) gesehen habe, war ich erst einmal erschrocken. Kann ein Rucksack für so wenig Geld wirklich etwas taugen? "Was nix koscht, isch nix" sagt der Schwabe gerne, auch wenn er ja eigentlich als geizig verschrien ist. Und in der Tat glaube ich, dass ein gewisser Preis schon unumgänglich ist, wenn man Qualität haben möchte.

Kann dieser Preis wirklich sein???


Ihr könnt sicher verstehen, dass ich skeptisch war und hoffte, das Teil nicht sofort in die Tonne kloppen zu müssen, wie ich es schon manchmal mit ach so tollen Werbegeschenken gemacht hatte, die mies verarbeitet waren und dazu noch sch... aussahen. Aber nun hatte ich den Gutscheincode und bestellte auch...
... und hatte beim Auspacken den ersten Gedanken:

KLEIN ABER FEIN

Der Rucksack ist natürlich kein Riese mit supertoller Polsterung, zahlreichen Extrataschen und was man sich sonst noch so an einem Wanderrucksack vorstellt. Aber er hat mich doch positiv überrascht.

Sieht gar nicht mal so schlecht aus :-)


Das Material (100% Polyester) ist relativ dünn, scheint mir aber doch robust und reißfest zu sein. Lediglich die Rückwand ist (zwar dünn, aber ausreichend) gepolstert, genauso wie der obere Teil der Träger. Diese schneiden dadurch nicht in die Schultern ein. Die Nähte sind stabil und ordentlich verarbeitet, die Reißverschlüsse sind ebenfalls sauber eingenäht und laufen leichtgängig. Der gesamte Rucksack ist extrem leicht und sieht durchaus hochwertig aus.

Großer Innenraum


An Extrataschen gibt es nur eine Außentasche mit Reißverschluß, die nicht quer, sondern längs zu öffnen ist. Das finde ich persönlich nicht ganz so prickelnd, bei einer hochkant verlaufenden Öffnung habe ich immer ein bisschen Angst, dass dort hineingepackte Dinge leicht herausfallen können. Auch wenn es stylischer aussieht als eine übliche Außentasche mit quer verlaufendem Reißverschluß, würde ich diese vorziehen, es lässt sich beim Laufen auch einfacher etwas herausnehmen. Aber ich muss außen ja keine wertvollen Dinge reinpacken und wenn ich ein Päckchen Papiertaschentücher verlieren sollte, macht mich das nicht arm ;-)


Außentasche Hochkant

Sollte der Rucksack mal dreckig werden, kann man ihn waschen - aber bitte per Hand und nicht in der Maschine. Wasserdicht ist er leider nicht, bei Regenwetter sollte man die Dinge, die man transportieren möchte zusätzlich schützen, vor allem wasseremfindliche Gegenstände wie zum Beispiel eine Kamera.


Da geht auch noch gut was rein

AUF ZUR WANDERUNG

In den Kleinen geht erstaunlich viel rein: eine Windjacke oder ein leichtes Strickjäckchen, ein Vesper und eine kleine Flasche Wasser sind überhaupt kein Problem, auch die Kleinbildkamera und ein Schlüsselbund sowie der Geldbeutel finden darin noch Platz.

"Dieser 10L-Rucksack besitzt das ideale Fassungsvermögen, um das Wesentliche für mehrstündige Touren mitzunehmen: Verpflegung und Windjacke!" - so heißt es bei Decathlon. 



Da habe ich so meine Zweifel, unter "mehrstündig" verstehe ich schon mindestens 4-5 Stunden, wenn nicht gar eine Tageswanderung und da nimmt man doch etwas mehr mit, ist ein dicker gepolsterter Rücken und vielleicht auch ein Bauchgurt bequemer. Für eine ein- bis zweistündige Wanderung durch Wald und Feld kann ich mir diesen Rucksack als Begleiter aber durchaus vorstellen. Oder auch für Kinder ab 10, für die der "Arpenaz" ebenfalls geeignet ist, so ein Knirps freut sich vielleicht, wenn er ganz wichtig sein eigenes Vesper und eine kleine Trinkflasche tragen darf. Oder für Ausflüge, zum Beispiel zu einer Landesgartenschau oder einen Vergnügungspark. Nutzungsmöglichkeiten gibt es genug.



BEI UNS

wir der kleine Kerl von Quechua bei genau solchen Ausflügen und im Urlaub seinen Einsatz finden. Normalerweise habe ich eine Handtasche dabei, die dann freundlicherweise aber immer mein Mann trägt. Sieht schon etwas komisch aus, aber er weigert sich standhaft, eine Herrentasche zu verwenden (kann ich ja auch irgendwie verstehen, sieht auch komisch aus). Ab sofort kommen Geldbörsen, Schlüssel, Brillenetuis und für mich verfrorenen Zipfel ein Strickjäckchen in den Rucksack, damit kann sich auch mein Mann sehen lassen. Ich habe mich genau deswegen für die Farbe "Navyblau mit Türkis" und gegen "Himbeerrot" oder "Dunkelblau mit Pink" entschieden, zur Wahl würden auch noch "Carbongrau" (männertauglich, aber laaangweilig), "Rot & Kieselgrau", "Karibikgrün" und "Elektroblau & Caramell" stehen. 



FAZIT

Bei dem Minipreis von 1,99 Euro habe ich gar nichts erwartet und wurde ausgesprochen positiv überrascht. Natürlich bekommt man dafür auch bei "Made in Vietnam" keinen riesigen bergwandertauglichen Rucksack mit allem Pipapo, aber doch ein ansehnliches und nützliches Gepäckstück, das sich bequem tragen lässt. 


Will ich da überhaupt noch weg und wandern gehen? ;-)


Könntet ihr mit so einem kleinen Rucksack etwas anfangen? Was für Arten von Taschen nutzt ihr bei Ausflügen und Wanderungen?

Liebe Grüße
Eure Kerstin





Donnerstag, 4. Mai 2017

GUT ÜBERNACHTET IM HOTEL WALFISCH IN WÜRZBURG

Hallo ihr Lieben,

kürzlich erzählte ich euch etwas über das Krimidinner, bei dem wir im März in Würzburg teilgenommen hatten. Da Würzburg von uns aus mit dem Auto mit 1,5 Stunden Fahrzeit doch nicht so ganz in der Nähe liegt, wir beim Dinner auf das Gläschen Wein bzw. Bier nicht verzichten wollten und klar war, dass der Event auch bis kurz vor Mitternacht dauern würde, entschlossen wir uns zu einer Übernachtung.

Wir suchten nach einem Hotel, von dem aus man die Festung Marienberg, in der das Dinner stattfand, per pedes erreichen könnte. Die letzte Absteige sollte es zwar nicht gerade sein, aber wir waren ziemlich offen für alles, das nicht zu weit vom Veranstaltungsort entfernt und nicht allzu teuer war. Ich konnte es kaum glauben, dass bereits zwei Monate vorher im März sämtliche in Frage kommenden Hotels anscheinend ausgebucht waren, aber wir klapperten tatsächlich einige online ab, bevor wir im Hotel Walfisch doch noch Glück hatten. Über dieses Hotel möchte ich euch heute berichten.










DIE LAGE


ist wirklich ideal und zwar nicht nur für Besucher der Festung Marienberg, die fußläufig in ca. 25 Minuten zu erreichen ist. Auch wenn man einfach nur die Stadt besuchen und besichtigen möchte, ist man im Hotel Walfisch gut aufgehoben. Bis zur alten Mainbrücke sind es ca. 400 Meter, ich hatte in meinem Dinner-Bericht ja bereits erzählt, dass sich dort bei schönem Wetter hunderte von Menschen tummeln und einen feinen „Brückenschoppen“, ein Viertele leckeren Frankenwein genießen. Auch ohne Wein ist die alte Brücke sehenswert mit ihren 4,50m hohen Sandstein-Statuen, die bis auf den Frankenkönig Pippin allesamt Heilige darstellen.
Biegt man nicht nach links auf die Brücke ab, sondern wendet sich nach rechts, landet man direkt in der Würzburger Altstadt.



Aussicht aus dem Zimmerfenster auf die Festung Marienberg


Obwohl uns das Navi zweimal im Stich ließ (einmal schickte es uns über Bahngleise, wo kein Übergang war, was wir natürlich ignorierten, beim zweiten Mal hatte es zwar Recht mit dem Abbiegen, nur dass wegen einer Baustelle dort gesperrt war), fanden wir die Adresse „Am Pleidenturm 5“ problemlos. Etwas erschrocken waren wir darüber, dass zwischen dieser kleinen Straße (eher Gasse) und dem Mainufer der Oberer-Main-Kai bzw. der Willy-Brandt-Kai verläuft, eine nachmittags stark befahrene Hauptstraße. Würde uns das um unsere Nachtruhe bringen?

ANKUNFT

Um nicht lange in unbekannter Umgebung nach einem Parkplatz suchen zu müssen, hatten wir bei der Buchung gleich einen Stellplatz mitgemietet, die 10 Euro für den einen Tag war uns unsere Bequemlichkeit wert. Vor dem Hotel angekommen, ging mein Mann nach Drinnen, der freundliche Rezeptionist kam sofort mit ihm raus und zeigte ihm, wo gleich um die Ecke er unser Auto abstellen konnte. Es gibt wohl auch Tiefgaragenplätze, die nach dem, was ich in Hotelbewertungen gelesen habe, recht eng sein sollen. Unser Stellplatz auf einem umzäunten Hof jedoch war absolut groß genug und sehr praktisch.



Der Walfisch


Betritt man das Hotel, grinst einen rechts im Eingangsbereich ein steinerner Walfisch an. Warum so ein altes Traditionshaus einen doch wenig traditionellen Namen hat, fragte ich mich bereits bei der Buchung. Walfische gab es sicherlich noch nie im Main. Die Erklärung findet man auf der Homepage des Hotels (hotel-walfisch.com): einst gab es in Würzburg an anderer Stelle ein Wein- und Fischhaus „Zum Wallfisch“, benannt nach dem im Main lebenden Waller (Europäischer Wels). Dieser Name wurde für das Gasthaus übernommen, als er frei wurde, im Laufe der Jahre blieb warum auch immer ein „L“ auf der Strecke und der Fisch war enorm gewachsen.




Das „Traditionshaus“ erkennt man am Interieur der dunklen, gemütlichen Lobby: dunkles Holz, Weinrot und Gold herrschen hier vor. Für meinen Geschmack etwas altbacken, aber durchaus elegant. Der altertümliche Stil setzt sich in den ebenfalls relativ dunklen Gängen fort, an den Wänden mit hängen Bilder alter Adliger aus vergangenen Jahrhunderten, hier und da steht eine Puttenstatue in einer Nische. An einer Stelle auf unserem Weg zum Zimmer passte auch noch der Geruch dazu, wir vermuteten, dass hier irgendwie Kochgerüche aus der Küche heraufdrangen, was einen dezenten Duft nach „Altenheim“ verbreitete. Da ich dort aber ja nicht schlafen musste, war mir das egal.





Behindertengerecht ist das Hotel eher nicht, zu unserem Zimmer im zweiten Stock mussten wir entweder über die Treppe gehen oder mit dem Fahrstuhl in den 3. Stock fahren und eine Etage wieder nach unten laufen. Es mag Zimmer geben, die für Gehbehinderte leichter zu erreichen sind, die Enge der Gänge mit vielen Kurven und Ecken macht es Rollstuhlfahrern aber auf jeden Fall schwer.


Alte Herren im Flur


Wie gesagt ist jeder Stil Geschmacksache, dieser passt zwar zum Hotel, ist aber nicht meiner – ich war gespannt auf unser

ZIMMER

Natürlich gibt es wie in jedem Hotel verschiedene Kategorien, beurteilen kann ich nur das, was wir gebucht und erhalten hatten: ein Doppelzimmer Komfort mit traumhaften Blick auf den Main, die Festung und die Weinberge. Die günstigeren Standardzimmer können meines Wissens auch auf den Hinterhof hinaus gehen. Alle Zimmer sind Nichtraucherzimmer.





Unser Zimmer war absolut groß genug, um sich wohlzufühlen und nicht gegenseitig auf die Zehen zu treten. Hier herrschte zwar auch kein hochmoderner Clean-Chic, aber die Einrichtung stand doch im Gegensatz zu Lobby und Treppenhaus und war ein ganzes Stück moderner.
Gleich nach der doppelten Zimmertür (eine doppelte ist mir jetzt auch noch nie begegnet, aber es macht die Sache sicher schalldichter) kommt man rechts ins Bad, links befindet sich ein großer Schrank mit Garderobenstange, Ablage, Minibar und Safe. Um einen großen Koffer auszupacken, ist der Stauraum hinter geschlossenen Türen zu knapp, aber ich denke, in einem solchen Stadthotel macht man auch nicht wochenlang Urlaub und für eine oder zwei Übernachtungen reicht es.





Das Zimmer selber war wunderbar hell, mit großen Fenstern, die mittels Vorhängen bzw. Außenjalousien perfekt abgedunkelt werden können. Dazu war es sehr gemütlich eingerichtet: zwei bequeme kleine Sessel mit Glastisch dazwischen und zwei weitere Sesselstühle an einem Holztisch hätten Sitzgelegenheiten für eine Miniparty geboten. Der Flachbildfernseher auf einer Eckkonsole war zwar etwas klein, aber er funktionierte und bot alle Programme, die man sich wünschen kann, inklusive Sky Cinema und Sky Sport. Wir brauchen auf Reisen sowieso keinen Fernseher, egal wie groß er ist.



Die Minibar ist recht gut ausgestattet, da ich immer etwas zu trinken brauche, ist das für mich von Vorteil. So genoss ich einen Orangensaft (0,2 zu 2,50 Euro), nach dem Dinner bei der „Heimkehr“ auch einen Piccolo (0,2 zu 5 Euro), wobei der mir zu süß war. Da hätte ich doch lieber zum Frankenwein greifen sollen ;-).





Wichtig ist für mich aber vor allem immer a) das Bett, b) das Bad und c) die Sauberkeit. Das Bett war superbequem, die Matratze nicht zu hart und nicht zu weich, die Kissen und Bettdecken von einwandfreier Qualität und frisch duftend, die kleinen Nachttischchen an den Seiten boten genug Ablageplatz. Zudem war alles blitzsauber, auch

DAS BAD

das allerdings relativ klein war, aber ausreichend. Ein langer Waschtisch mit viel Ablagefläche und einer großen Spiegelwand zog sich an der Seite entlang, gegenüber befand sich die Badewanne mit Duschstange und einer Glaswand als Spritzschutz über die halbe Länge. An der Stirnseite des Raums dazwischen die Toilette. Zahnputzgläser, Kosmetikspiegel und Föhn waren genauso vorhanden wie Duschgel im Spender und Kosmetiktücher. Alles da also, was man braucht.






Ich hätte mir nur einen oder zwei Haken irgendwo an Wand oder Türe gewünscht, weil ich meinen Kulturbeutel und einen kleinen Wäschesack gerne aufhänge. Für eine Nacht konnte ich darauf aber durchaus verzichten. Zudem ist mir eine „richtige“ Dusche im Hotel immer lieber als eine Wanne. Wer legt sich denn bei einer Städtetour in die Badewanne? Nicht mal mein Mann und der verbringt daheim sein halbes Leben in der Wanne. Noch sind wir zwar keine Greise und haben kein Problem damit, zum Duschen in eine Wanne zu klettern – Senioren könnten da allerdings ganz anders denken.




DER SERVICE

wiederum war perfekt. Der junge Mann an der Rezeption strahlte uns bei unserer Ankunft (Check-in ab 15 Uhr) an, als gäbe es für ihn nichts Schöneres, als uns in Empfang zu nehmen. Er versorgte uns mit allen relevanten Informationen, gab uns ein Kärtchen mit dem Schlüssel für das kostenlose WLAN und bat uns, jederzeit mit Fragen an die 24 Stunden besetzte Rezeption zu kommen, so wir welche hätten. Zudem fragte er uns, ob er unser Gepäck aufs Zimmer bringen solle, was wir verneinten – die zwei kleinen Weekender-Taschen bekamen wir gerade noch selber geschultert ;-)





Nachdem wir uns eingerichtet hatten, spazierten wir noch kurz bis zur Mainbrücke vor, wobei ich feststellte, dass ich in Pumps (die ja zum feinen Abendoutfit unabdingbar waren) nicht unbedingt zur Festung hochsteigen wollte. Wir erkundigten uns also an der Rezeption, ob man uns zu gegebener Zeit ein Taxi rufen könne. Das sei kein Problem, war die Antwort, wir sollten einfach herunterkommen und Bescheid sagen, sobald wir aufbrechen wollten. In der Tat drückte der nette Herr lediglich auf einen Knopf, als wir soweit waren und innerhalb von 3 Minuten war das Taxi da – die haben da eine Standleitung, so etwas habe ich auch noch nie erlebt.

Über den Zimmerservice kann ich aufgrund unseres kurzen Aufenthalts nichts sagen, ich gehe davon aus, dass die Zimmermädchen ihre Arbeit perfekt erledigen. Zudem sind laut Homepage auch Sonderwünsche wie Allergikerbettwäsche, Zustellbetten oder die Versorgung eines Hundes (der pro Tag 10 Euro extra kosten würde) kein Problem.

Beim Check-out (bis spätestens 10 Uhr) wurden wir genauso freundlich von einer älteren Dame bedient, die zu der Zeit auch die Chefin des Frühstücksraums war. Sie wies uns darauf hin, dass wir gerne auch nach dem Auschecken das Auto auf dem Stellplatz lassen könnten, um uns vielleicht noch ein wenig die Stadt anzusehen – ein Angebot das wir gerne nutzten. Die Kreditkartenzahlung lief problemlos, beim Ausdrucken der Rechnung wurde sie ein wenig nervös, weil der Drucker erst nicht so wollte wie sie, aber da wir solche Hindernisse mit Humor nehmen und uns mit ihr gemeinsam über die Tücken der Technik amüsierten, wurde auch dies nicht zum Drama. Man könnte nun nicht sagen, dass sie an der Rezeption weniger nett und kompetent gewesen wäre als beim


FRÜHSTÜCK

Das hoteleigene Restaurant dient am Vormittag (wenn ich mich recht erinnere bis 10 Uhr) als Frühstücksraum und ist zum meiner Freude heller und moderner, wenn auch mit viel Holz im rustikalen fränkischen Stil eingerichtet. Nachdem ich tags zuvor die Speisekarte des Restaurants studiert hatte, war meine Erwartung an das Frühstück nicht gering. Diese weist nämlich zwar keine Sterneküche, aber doch eine gehobenere Küche mit akzeptablen, aber doch eher höheren Preisen aus. Das Frühstück bucht man auch nicht gleich mit dem Zimmer mit, sondern gibt an, ob man frühstücken möchte, was dann gesondert mit nicht geringen 12,50 Euro pro Person zu Buche schlägt.




Geboten wird für diesen Preis durchaus genug: auf dem Büffet findet man diverse Wurst- und Käsesorten, gekochte Eier, Rührei und Speck bzw. fränkische Bratwürstchen, Butter, Quark und Joghurt, Marmeladen, Müslis, Obst und Gemüse, verschiedene Brötchen und Brot… alles, was man morgens halt so braucht. Dazu Multivitamin- und Orangensaft sowie Milch in gekühlten Karaffen, Tee, Kakao und Kaffee wird abgefragt und an den Tisch serviert, soviel man möchte. Ich wurde sogar gefragt, ob ich lieber Darjeeling oder Assam wünsche, als ich schwarzen Tee orderte und es gab nicht Teekanne oder Messmer aus dem Supermarkt, sondern Ronnefeldt, eine doch etwas exklusivere und teurere Marke, die dementsprechend auch besser schmeckt.




Lediglich bei den Brötchen erlebte ich eine kleine Enttäuschung: mein erstes normalgroßes war superlecker und knackfrisch vom Bäcker. Ein zweites wäre mir zu viel gewesen und ich wollte eines mit meinem Mann teilen, als kleine Minibrötchen nachgelegt wurden – ideal für meinen Resthunger. Ich nahm mir also ein solches, als ich aber hineinbiss, war es furztrocken und fast ein wenig hart mit dem Geschmack nach Aufbackbrötchen. Schade, das hätte nicht sein müssen und ich hätte doch lieber nochmal nach einem großen greifen sollen.

FAZIT

Alles in allem war unsere Zufallswahl eine Glückswahl, wir haben uns ausgesprochen wohl gefühlt. Ach ja, fast hätte ich vergessen, auf das Thema „Straßenlärm“ zurück zu kommen. Zum einen sind die Schallschutzfester so gut, dass man wirklich keinen Ton von draußen hört, zum anderen stellten wir beim Zurückkommen nachts fest, dass auf der Straße so gut wie kein Auto mehr unterwegs war. Ich weiß nicht, wie es sich im Hochsommer bei geschlossenem Fenster schläft, eine Klimaanlage ist vorhanden, die wir aber nicht genutzt haben. Ich jedenfalls habe geschlafen wie ein Baby.




Für eine Übernachtung zu zweit im Doppelzimmer der höheren Kategorie, zweimal Frühstück, zwei Getränken aus der Minibar und den Autostellplatz haben wir 179 Euro gezahlt. Nicht wenig, aber hinsichtlich des Service, der Zimmerausstattung und -größe und der idealen, stadtnahen Lage in einer Großstadt wie Würzburg angemessen.

Hotel Walfisch bei Nacht


Die paar Kleinigkeiten, die nicht sooo ganz perfekt waren... mal ehrlich, ich käme mir kleinkariert vor, wenn ich da ernsthaft meckern würde, nachdem es uns rundum gefallen hat und wir durchaus wieder dort absteigen würden, sollten wir Würzburg erneut für ein Wochenende besuchen. Solltet ihr irgendwann eine Übernachtungsmöglichkeit in Würzburg suchen, kann ich euch den "dicken Fisch" mit gutem Gewissen empfehlen.



Liebe Grüße
Eure Kerstin