Donnerstag, 14. Januar 2016

DIE KOMMUNIKATIONSLAWINE UND DER PHILIPS LUFTWÄSCHER HU5930/10

Hallo ihr Lieben,

Mitte Januar und noch kein einziges Lebenszeichen von mir hier im Blog - ja, mich gibt´s noch. Ende Dezember hatte ich allerdings so langsam das Gefühl, von einer Kommunikationslawine begraben zu werden. Hier ein Geburtstag, da eine Feier, Unterhaltungen auf Facebook, in Foren, im Blog, bei CIAO, WhatsApp, Weihnachtsgrüße, Neujahrsgrüße, Briefpost, Emails... und da ich zu denen gehöre, die immer zeitnah antworten möchten, weil es einfach freundlich ist, niemanden warten zu lassen, hatte ich irgendwann das Gefühl, ich komme gar nicht mehr hinterher. Und das Gefühl, niemanden mehr sehen, mit niemandem reden und nichts mehr schreiben zu wollen. Silvester habe ich gesundheitlich angeschlagen mit meinem Mann allein verbracht, am 2. Januar war dann noch eine nette "Weihnachtsfeier" mit Smalltalk und Lächeln angesagt und dann habe ich mir zumindest teilweise einen Rückzug gegönnt. War nötig!

Und es gab ja auch nichts Dringendes hier für den Blog, alle Produkttests "abgearbeitet"... Moment, alle nun doch nicht. Denn bei den Konsumgöttinnen durfte ich den Luftwäscher von Philips testen.




Ehrlich gesagt war das aber ein Test, der mir nicht viel Freude bereitet hat und ich raffe mich hier nun auch nur deswegen zu einem Bericht auf, weil es das Pflichtgefühl verlangt. Warum das so ist, werdet ihr gleich erfahren, zunächst einmal die Infos, was dieses Gerät eigentlich ist und was es bringen soll:

SAUBERE, GESUNDE LUFT FÜR MEHR WOHLBEFINDEN

soll laut Hersteller dieser Luftwäscher bringen. Und zwar auf diese Art und Weise:
  • Vorfilter: Die Luft wird angesaugt und erst durch den Vorfilter geführt. Dabei werden grobe Partikel wie Tierhaare oder Staub effektiv entfernt.
  • NanoProtect-Filter: Erst dann filtert der NanoProtect Filter kleine Partikel bis 0,02µm (Bakterien, Pollen, Hausstaub, etc.).
  • Rotierender Befeuchtungsfilter: Im Anschluss wird die gereinigte Luft durch den rotierenden Befeuchtungsfilter geführt. Die Luft lädt sich selbstständig mit Feuchtigkeit auf und wird danach gleichmäßig im gesamten Raum verteilt - die natürlichste Art der Luftbefeuchtung!

Sprich: das Zimmer wird gelüftet, die Luftfeuchtigkeit perfektioniert und dazu werden Allergene noch herausgefiltert. Hört sich super an und genau deswegen hatte ich mich für den Test beworben.

ERHOFFT

hatte ich mir schon Einiges. Dass zum Beispiel mein Problem mit ständigen Nasenneben- und Stirnhöhlenentzündungen, das ich bei Heizungsluft immer habe sich verbessern würde. Dass die Luft frischer riecht. Dass man einfach etwas merkt.



Bei Ankunft des Pakets und nachdem ich ausgepackt hatte, war ich kurz erschrocken: so ein riesiges Teil hatte ich nicht erwartet. Aber was soll´s, ich fand einen Platz zuerst im Wohnzimmer, direkt neben dem Sofa. Die Bedienungsanleitung war einigermaßen verständlich, manche Features wie die Kindersicherung brauchte ich gar nicht und so entnahm ich alle Transportsicherungen, setzte das Rad mit einem der Filter ein, füllte den Wassertank mit gefiltertem Wasser ein (um vorzeitiges Verkalken bei unserem harten Wasser zu vermeiden, filtere ich immer) und schon konnte es los gehen.



Die erste Woche verbrachte der Lüfter in unserem Wohnzimmer. Die angepeilte Luftfeuchtigkeit kann in drei Schritten eingestellt werden: 40%, 50% und 60%. Eine höhere Feuchtigkeit über 60% ist nicht wünschenswert, da dann die Gefahr von Schimmelbildung besteht.
Ich stellte zunächst 40% im Automatikbetrieb ein - die Anzeige zeigte mir, dass im Zimmer bereits eine Luftfeuchtigkeit von über 40% bestand, die Automatik sprang gar nicht an. Nachdem ich 50% eingestellt hatte, blies er dann doch los, aber natürlich nur ganz zart. Und erfreulicherweise auch leise.

Am nächsten Abend, wir hatten etwas mehr geheizt und die Ludt war trockener, stellte ich den Lüfter manuell auf höchste Stufe. Auf dieser pustete er schon relativ heftig und auch lauter, aber noch nicht so laut, dass es unangenehm gewesen wäre. Unangenehm war dafür meinem Mann die kalte Luft, die entströmte, er saß direkt neben dem Gerät und damit sozusagen im Zug. Wäre interessant, ob dies im Sommer einen abkühlenden Effekt auf zu warme Räume hätte, aber das konnte ich ja leider jahreszeitenbedingt nicht testen.

Den Rest der Woche ließ ich den Luftwäscher nur laufen, wenn niemand im Wohnzimmer war. Den Wassertank musste ich dabei nicht besonders oft nachfüllen, ich bemerkte aber auch keine Wirkung. Die Luft roch nicht frischer und wir fühlten uns auch nicht anders, meine Nase war trocken wie eh und je.



AB IN DIE KÜCHE

lautete die Devise für die zweite Woche. Diese ist erheblich größer als das Wohnzimmer und hat durch die Fußbodenheizung auch eine trockenere Luft - allerdings herrschen auch dort noch um die 45% Luftfeuchtigkeit laut Anzeige. Ich stellte den Lüfter auf 50% und musste bereits nach ein paar Stunden schon wieder Wasser nachfüllen. Im Prinzip geht das einfach, Tank heraus nehmen, aufschrauben, ein wenig Wasser tropft dabei nach, aber das ist nicht so schlimm, füllen... nachdem ich nur gefiltertes Wasser nehme, dauert es aber seine Zeit, bis ich drei Kannen durchgefiltert und den Tank komplett gefüllt habe. Abends war er wieder leer und ich hatte keine Lust mehr...



Am nächsten Tag wollte ich unbedingt ausprobieren, ob der Luftwäscher tatsächlich Kochgerüche schneller verschwinden lässt, wie der Hersteller verspricht. Ich füllte ihn also vor dem Kochen auf, startete ihn und begann zu bruzzeln und zu frittieren. Weniger Gerüche oder das schnellere Verschwinden derselben wäre mir nun aber nicht aufgefallen.

Da mich die ständige Auffüllerei nervte, war der Kücheneinsatz damit beendet und der Luftwäscher kam an seinen nächsten Testort:

DAS ZIMMER MEINES JÜNGSTEN

der im oberen Stock leider die Notwendigkeit des regelmäßigen Lüftens nicht einsieht. Da ich auch nicht so oft nach oben komme, hielt ich den Luftwäscher dort für sicherlich nicht für sinnlos eingesetzt. Vorher zwang ich den Knaben zum Aufräumen und Staubsaugen, dann trug ich das Gerät nach oben und wollte es starten... die Anzeige meldete mir, dass ich den Filter reinigen müsse.
Eine Woche Einsatz im Wohnzimmer (kein Kamin, nicht allzu viel Staub), das nicht einmal durchgehend und zwei Kurzeinsätze in der Küche und schon ist der Filter verdreckt?



Ich entnahm und reinigte ihn mit Hilfe der Bedienungsanleitung, wobei ich rein vom Anschauen her keinen Schmutz entdecken konnte, er sah aus wie am ersten Tag und nicht etwas grau, wie ich erwartet hätte. Egal, nach der Reinigung setzte ich ihn wieder ein, resettete die Anzeige und startete den Luftwäscher. In Sohnemanns Zimmer hätte ich in nun alle zwei Stunden wieder auffüllen müssen, was sicher dadurch bedingt ist, dass die Luftfeuchtigkeit hier nicht gar so hoch ist (aber laut Anzeige auch 48%, also ausreichend) und erst einmal die Möbel viel von dem feinen Nebel schlucken. Zum Glück schadet es dem Gerät nicht, wenn es eine Weile leer läuft, denn natürlich rannte ich nicht dauernd nach oben, um das zu kontrollieren.

In diesem Zimmer lief der Luftwäscher zwei Tage, dann hatte ich echt genug und brach den Test ab.

FAZIT

Im Forum der Konsumgöttinnen fühlte ich mich ein wenig allein auf weiter Flur, denn die meisten Tester/innen lobten die Wirkung des Luftwäschers über den grünen Klee. Viele fühlten sich wohler, hatten weniger Kopfschmerzen oder trockene Augen, Küchengerüche verschwanden anscheinend in Sekundenschnelle... das alles konnte ich nicht bestätigen. Aber vielleicht haben wir einfach die perfekte Luftfeuchtigkeit in unseren Räumen, so dass das Gerät anderswo sinnvoll ist, nur eben bei uns nicht. Schade fand ich ein wenig, dass ich in dieser Jahreszeit nicht prüfen konnte, ob der Luftwäscher wie angegeben Pollen filtert. Mein Jüngster hat nämlich Ende Mai, Anfang Juni immer große Probleme mit Heuschnupfen und hätte ich die Garantie, dass ihm damit geholfen werden könnte, würde ich mit Freuden die  149 Euro Testerpreis, aber sogar die 329 Euro UVP ausgeben. Aber so...





Ehrlich gesagt ist es mir auch zuviel Aufwand, wenn ich mehrmals am Tag Wasser auffüllen und einmal die Woche den Filter reinigen muss. Zumal ich auch im dritten Zimmer nicht das Gefühl hatte, die Luft habe sich verbessert. Da gehe ich doch lieber täglich durch´s ganze Haus und lüfte ordentlich, das hat einen größeren Effekt mit weniger Kosten. Denn die Folgekosten darf man auch nicht außer Acht lassen, nur den Vorfilter kann man reinigen, zwei andere muss man regelmäßig austauschen, wobei das Befeuchtungselement 13, der Luftreinigungsfilter 17 Euro kostet.



Ich hatte eigentlich gar keine Lust, diesen Bericht zu schreiben, aber wie gesagt: selbst wenn man keinen Spaß an einem Produkt hat und mit seinem Urteil aus der Reihe tanzt, sollte man doch seine Meinung ehrlich weiter geben. Oder gerade dann. Allerdings werde ich mich diesmal auf meine reinen Erfahrungen beschränken und keine technischen Daten wie Kabellänge, Stromverbrauch etc. auflisten.
Im Philips Onlineshop gaben etliche Testerinnen durchweg zwischen 4 und 5 Sternen von 5 für den Luftwäscher ab. Wie soll ich nun werten? Keine Wirkung, viel Aufwand, teuer... da bleibt doch eigentlich nur ein Stern übrig für die Vermutung, dass Allergiker vielleicht einen Nutzen draus ziehen könnten. 

Den verpasse ich den Philips HU5930 nun, eine Kaufempfehlung kann ich leider nicht abgeben. Wer trotzdem neugierig ist und sich so einen Luftwäscher für den eigenen Haushalt vorstellen kann, der kann sich HIER im Philips-Shop mehr Infos und bessere Bewertungen anschauen. Wie sieht´s aus, macht ihr das oder lüftet ihr doch lieber herkömmlich? 

Liebe Grüße
Eure Kerstin