Freitag, 29. Januar 2016

AUF´S ZEHNTEL GRAMM EXAKT - INATECK DS1001 PRÄZISIONSWAAGE

Hallo Ihr Lieben,

letzte Woche hatte ich euch ja erzählt, dass ich von der Firma Inateck zwei Produkte zum Testen erhalten habe. Eines davon, die Tomons Leselampe, stellte ich euch gleich vor. Heute komme ich zum zweiten Produkt, das vor allem die Köchinnen und Köche unter euch interessieren dürfte, aber auch alle anderen, die hin und wieder genaue Gewichtsangaben zum Beispiel von Briefen brauchen. Eine große Hilfe kann die hier nämlich sein, die

Ich war sehr überrascht, als ein unerwartet winziges Päckchen bei mir eintraf. In diesem sollte sich wirklich eine Küchenwaage befinden? Die Küchenwaagen, die ich seither besaß oder auch noch besitze, sind doch um Einiges größer. Das Küchenwaaglein, das ist nun entpackte, sah aus wie das kleine Schwesterchen einer Küchenwaage, richtig niedlich.

Die Verpackung

Im krassen Gegensatz zu dieser Größe empfand ich das Gewicht, das mir doch relativ schwer erschien. Tatsächlich wiegt die Küchenwaage mitsamt der Verpackung 329g, ohne immer noch 229g. Im Vergleich dazu: meine rein von der Fläche her dreimal zu große Guzzini-Küchenwaage wiegt 380g.
Ich mag es ja, wenn solche Geräte nicht allzu leicht sind, denn je schwerer sie sind, desto weniger besteht die Gefahr, dass man sie im Eifer des Küchengefechts aus Versehen von der Arbeitsfläche fegt.

Batteriefach


Lobend erwähnen muss ich noch, dass wie von Inateck gewohnt die Verpackung minimalistisch ist und hier auf die Umwelt geachtet wird. Im Umschlag befand sich besagte Schachtel, die ganz schlicht aus brauner, stabiler Pappe ist, ohne Hochglanzbeschichtung oder Plastikaufklebern als Eyecatcher. Im Inneren befindet sich die Waage in einer zweiteiligen Kunststoffschale, die man zur Aufbewahrung und Abdeckung weiterverwenden kann, das Ganze ist in einer einigen kleinen Plastiktüte verpackt, ein kleines Faltblatt als Bedienungsanleitung liegt bei – das war´s.



Inhalt der Schachtel

Zurück zum 10,5 X 12,5 X 1,5cm großen Küchenutensil: ich gebe zu, dass ich beim Anblick dieser putzigen kleinen Waage schon etwas skeptisch war, ob die auch wirklich was taugt. „Never judge a book by it´s cover“ ist meine Devise, unvoreingenommen machte ich mich an den Gebrauch meines neuen Küchenhelfers, ein Urteil kann ich jetzt nach ausgiebiger Nutzung fällen.

Meine kleine feine Waage


KLEIN ABER FEIN

Mutet die Inateck DS1001 Präzisionswaage (so die genaue Bezeichnung) auch von der Größe her wie ein Spielzeug an, so bieten die hochwertige Verarbeitung und Materialien doch ein Bild eines professionellen und funktionstüchtigen Gebrauchsgegenstands.

Der Korpus besteht aus robustem, schwarzen Kunststoff, an der Unterseite befindet sich das Batteriefach, dass mittels Schieber einfach zu öffnen ist. Hier legt man zu meiner Freude keine Knopfzelle ein, wie sie so oft bei kleineren Geräten benötigt wird, sondern zwei einfache AAA oder auch Mignon genannte Batterien. Diese sind leider nicht im Lieferumfang dabei, was aber für mich kein Problem darstellt, haben wir doch immer solche Batterien im Vorrat daheim.

Die Wiegefläche besteht aus Edelstahl, was einerseits sehr pflegeleicht und belastbar ist, andererseits der Küchenwaage einen edlen Touch verleiht. Passend dazu befinden sich davor vier silberfarbene Bedienknöpfe, die allerdings nicht aus Edelstahl, sondern aus Kunststoff sind. Zwei links, zwei rechts und dazwischen das längliche Display, das blau aufleuchtet und einen mit einem freundlichen „Hello“ begrüßt, sobald man auf die Power-Taste drückt. Dieses ist sehr gut ablesbar mit scharfen Kontrasten und nicht zu kleinen Zahlen.

Die bereits erwähnte Schutzbox besteht aus zwei Teilen aus klarem Hartplastik, wobei die Waage genau in das Unterteil passt. Der „Deckel“ bedeckt nicht die gesamte Waage, sondern nur die Wiegefläche und lässt sich leicht abnehmen. Umgedreht kann man diesen auch als Unterlage für kleinere Dinge nehmen, die zu wiegen sind. Mit einem Rand von 0,8mm lässt sich zwar kein Mehl oder Reis darauf platzieren, aber um zum Beispiel Perlen abzuwiegen, ist diese Schale durchaus ausreichend. Für die Aufbewahrung in jeder Schublade ist die Box auf alle Fälle ideal, um die Waage vor Kratzern zu schützen.

Dann nehmen wir das Teil doch mal in Betrieb:

KLEIN ABER OHO

Hat man schon etwas Erfahrung mit der Bedienung von Küchenwaagen, braucht man die kleine Bedienungsanleitung eigentlich gar nicht, die auf Englisch und Deutsch alles erklärt. Schaltet man die Waage an, erscheint nach ca. 2 Sekunden „0,0g“ im Display und man kann mit dem Wiegen beginnen.

Auf Null

Neben der Powertaste ganz links befindet sich eine Taste „M“, mit der man zwischen verschiedenen Maßeinheiten wählen kann. Zur Verfügung stehen hierbei „ct“ (Karat, entspricht 0,2g), „dwt“ (Pennyweight, entspricht 24g), „ozt“ (Feinunze, ca. 31g), „oz“ (Unze, ca. 28g) und „gn“ (Gran, 100 Gran entsprechen ca. 6,5 Gramm). Die Waage ist demnach sehr international, Gran wird zum Beispiel im englischen Maßsystem wohl noch verwendet. Ich muss aber zugeben, dass ich einige der Einheiten nachschlagen musste und mich frage, ob man die wirklich alle braucht… aber wer weiß, vielleicht fragt sich der Amerikaner und Engländer, ob man das Gramm wirklich braucht.

Eine Sache vermisse ich, da bin ich aber von meiner anderen Küchenwaage verwöhnt: bei der kann man die Maßeinheit nämlich auch auf Milliliter umstellen, was die Inateck-Waage leider nicht anbietet. Wie praktisch ist das doch, wenn man Flüssigkeiten exakt abmessen möchte, der Messbecher gerade dreckig ist und man dort sowieso nie so genau erkennen kann, ob die Milch oder das Wasser nun genau am entsprechenden Strich ist oder knapp darüber oder knapp darunter… ich habe mir angewöhnt, auch hier die Waage zu nutzen, das muss ich mir bei meiner neuen Miniwaage nun abschminken. Das aber nur am Rande, da die Maßeinheit „ml“ bei Waagen eher eine Seltenheit darstellen, kann man dafür keinen Stern abziehen.

Erster Wiegeversuch

Stellt man nun eine Schüssel auf die Wiegefläche und möchte diese im Gesamtgewicht nicht mitberechnet haben, tariert man die Waage mit Druck auf die „T“-Taste ganz rechts neu. Mit Hilfe dieser Tara-Funktion kann man auch stetig zu wiegen und bei jeder neuen Zutat die Waage auf null zurücksetzen. Das ist Standard und dürfte für kaum jemanden etwas Neues sein. Von daher ist es auch nur für absolute Küchenwaagen-Neulinge ein Manko, dass in der Bedienungsanleitung der erste Schritt mit „drücken Sie die „M“-Taste, um die Waage auf den Wert 0,0 zurück zu setzen“ angegeben ist: das stimmt natürlich nicht, zum Zurücksetzen auf 0,0 drückt man IMMER die „T“-Taste.

Neu für die meisten ist sicherlich

DIE STÜCKZAHLFUNKTION

, die sich mir erst allerdings nicht erschlossen hat.
Laut Bedienungsanleitung ist die Voraussetzung dafür, dass alle Gegenstände das gleiche Gewicht haben. Nun drückt man die „PSC“-Taste (zweite von rechts), bis die Anzeige die Zahl 25 mit einem blinkenden PSC-Symbol aufweist. Mit der „M“-Taste wählt man eine Anzahl in 25ger-Schritten von 25 bis 100 und damit die Anzahl der Gegenstände, die man wiegen möchte. Dann geht man erneut auf PSC… und erhält in der Realität eine mit „Error“ eine Fehlermeldung. Nach einigen Versuchen las ich weiter und erfuhr, dass man die „Gegenstände“ entfernen muss. Welche Gegenstände, es stand da nicht, dass man welche vorher drauflegen muss?

Neuer Versuch, übrigens mit genau gleichen, neuen, 15 Gramm schweren Feuerzeugen: PSC drücken, M drücken, Gegenstand drauflegen und dann erst erneut PSC drücken, Gegenstand entfernen – ahaaaa!!! :-) Es wird PSC (nicht blinkend) und 0 angezeigt.
Nach der Bedienungsanleitung soll nun statt dem Gewicht die Stückzahl angezeigt werden. Lege ich aber ein Feuerzeug wieder drauf, zeigt es die Zahl 25, bei zweien 50, bei dreien 75… irgendwas stimmt da nicht.

Dritter Versuch mit fünfundzwanzig 2-Cent-Stücken, die ich abgezählt auflege. Und nun funktioniert es, nach der Einstellung wird tatsächlich Stück für Stück gezählt, wenn ich die Münzen einzeln wieder auflege. Doch wofür soll das gut sein, wenn ich vorher sowieso alles abzählen muss?

Ich fragte bei Inateck nach und erhielt folgende Antwort:

„Die Stückzahl Funktion ist lediglich für manche Vorhaben interessant, zum Beispiel, wenn du im Akkord oder in einer Bäckerei möglichst viele gleichwertig abgemessene Produkte haben möchtest. Wenn du zum Beispiel 6 Törtchen hast und anschließend immer wieder weitere 6 Törtchen derselben Proportion zubereiten möchtest. Dies ist allerdings für den normalen Hausgebrauch weniger nützlich.“
Nun ja, das kann ich einigermaßen nachvollziehen, allerdings frage ich mich, ob man dann nicht etwas eingeschränkt ist in der Wahl der Stückzahlen? 6 Törtchen geht ja gar nicht, nachdem man nur 25, 50 etc. wählen kann. Lege ich nämlich nur 5 Cent-Stücke auf und wähle 25, wird mir später jedes einzelne Centstück als 5 Stück angezeigt. Das Ganze ist wohl nicht so ganz ausgereift. Oder habe ich da was nicht so ganz kapiert?
Wie dem auch sein, ich brauche das nicht. Alles, was eine Waage für mich können muss ist schlicht und einfach

ABWIEGEN


Nutzung mit mittelgroßer Schüssel


Das macht die DS1001 perfekt und zwar bis auf 0,1 Gramm. Meine beiden alten Küchenwaagen wiegen nur in ganzen Grammschritten, da ist diese schon noch einen Tick genauer und so zum Beispiel auch sehr gut geeignet, um Briefe exakt zu wiegen. Ich bin jetzt zwar kein Eichamt, aber da alle drei meiner Waagen bei Versuchen mit verschiedenen Produkten das gleiche Gewicht ermittelt haben gehe ich davon aus, dass auch die Inateck-Waage genau ist. Dass sie im Gegensatz zu den beiden anderen nicht 5000 Gramm, sondern nur 3000 Gramm als Höchstgewicht akzeptiert, finde ich nicht tragisch. Ich habe noch nie 5 Kilo Teig hergestellt oder 5 Kilo von irgendwas abwiegen müssen (für den Koffer fürs Flugzeug habe ich eine Kofferwaage und meinen Kater wiege ich auf dem Arm per Personenwaage…), drei reichen also absolut aus. Sogar ob das Gewicht für Päckchen überschritten ist, kann man damit locker feststellen.

Waagenvergleich



Wenn das Gewichtslimit überschritten wird, erscheint „EEEE“ im Display. Dann soll man laut Bedienungsanleitung die Gegenstände sofort herunternehmen, um Schäden an der Waage zu vermeiden. Macht man eigentlich sowieso, oder? Ist also kein Problem.

Das größere Problem könnte für manche etwas ganz Anderes sein: bedingt durch die geringen Ausmaße der Waage ist natürlich auch die Wiegeplatte sehr klein. Stellt man da eine größere Schüssel drauf, hat man logischerweise keinen besonders guten Blick auf das Display. Ich persönlich wiege Zutaten lieber in Tassen oder kleine Schüsseln und fülle das dann in eine große (zum Beispiel auch die der Küchenmaschine um). Der Grund ist ganz einfach: schüttet mal aus Versehen zum Beispiel zu viel Zucker dazu und pult den wieder raus… das ist echt eine Fizzelarbeit. Passiert nicht beim einzeln Einwiegen :-)

Blick von oben bei großer Schüssel

Ich habe es natürlich trotzdem auch mit einer großen Schüssel probiert: von oben direkt davor sieht man nichts, das ist klar. Tritt man einen Schritt zurück und schaut von weiter unten schräg drauf, kann man aber das Ergebnis erstaunlich gut erkennen.


Schräg von vorne geht es abzulesen

Klar, superpraktisch ist das nicht, aber soll ich dafür einen Stern abziehen? Wo ich persönlich mit meiner Technik keine Probleme mit der Größe der Waage habe?

MEIN FAZIT

Die Inateck DS1001 ist eine kleine, schicke und sehr gut verarbeitete Waage, die in Küche und Haushalt mit Genauigkeit ihren Dienst versieht. Sie lässt sich sehr gut verstauen, da sie durch ihre geringen Ausmaße nicht viel Platz braucht. Das zulässige Höchstgewicht von 3000g reicht absolut aus, das die Waage in 0,1g-Schritten abwiegt, erachte ich als vorteilhaft. Nicht erwähnt habe ich bisher, dass sie sich nach 3 Minuten automatisch abschaltet, wenn man sie nicht benutzt: diese Zeit ist zum einen lange genug, um nicht zu schnell arbeiten zu müssen, andererseits perfekt, um Energie zu sparen, wenn man das Ausschalten am Ende mal vergisst.

Ich mag sie :-)

Da ich mehr als zufrieden bin, überlege ich schon die ganze Zeit, ob ich einen Stern von fünf möglichen abziehen soll. Mir persönlich die DS1001 alle fünf Sterne wert, zumal der Preis von 15,99 Euro bei Amazon im Vergleich zur Leistung wirklich günstig ist. Da kann ich über die kleinen Fehler in der Bedienungsanleitung hinwegsehen, genauso wie darüber, dass mir die Stückzahlfunktion nicht so ganz ausgereift und durchdacht erscheint. Dass sie für die Arbeit mit großen Schüsseln weniger geeignet ist, ist für mich kein Mangel: wer nur mit solchen arbeiten möchte, der sollte sich von vornherein für eine größere Waage entscheiden.

Ich empfehle dieses kleine Stück Küchentechnik also gerne und mit Überzeugung weiter.
Liebe Grüße
Eure Kerstin










Freitag, 22. Januar 2016

DIE BRINGT LICHT INS DUNKLE: "TOMONS" LESELAMPE VON INATECK

Hallo ihr Lieben,

wieder einmal habe ich zwei Produkte von Inateck zum Testen erhalten, das erste möchte ich euch heute vorstellen. Ich war etwas erstaunt, dass es sich um eine Lese- bzw. Schreibtischlampe handelt, denn bisher kannte Inateck nur als Anbieter von Zubehör-, Aufrüstungs- und Erweiterungslösungen im Bereich PC und Multimedia. Wobei... die Lichterkette, die ich euch im Dezember vorstellen durfte (den Blogpost findet ihr HIER) zeigte ja bereits, dass Inteck das Sortiment erweitert. Und eine Schreibtischlampe passt ja auch recht gut dazu.



Wie auch immer, letzte Woche kam sie bei mir an und wurde natürlich sofort ausgepackt und begutachtet, die

TOMONS LESELAMPE

im klassischen Holzdesign. Im gar nicht so großen Paket befanden sich die klein zusammengelegten Einzelteile der Lampe: ein Standfuß, ein zweiteiliger Holzarm, durch den das Kabel gezogen ist und damit verbunden der Lampenschirm. Diesen gibt es in den Farben Schwarz, Weiß und Mintgrün, mein Exemplar hat einen schwarzen Schirm, was sehr gut zum Holz passt.




Erstaunt hat mich das Gewicht des Fußes, der ist ordentlich schwer - muss ja eigentlich so sein, damit die Lampe einen sicheren Stand hat, aber ich habe auch schon anderes erlebt. Hier jedenfalls fällt so schnell nichts um.


Das Holz ist sehr hochwertig und massiv und sieht nicht nur gut aus, sondern verspricht dadurch Langlebigkeit. Der Zusammenbau gestaltete sich auch ohne die kleinen Hinweise auf einem beigelegten Zettel als sehr einfach, dank der großen Flügelschrauben ist hier alles schnell und fest verbunden. Den Schirm kann man zwar nicht zur Seite schwenken, die Lampe ist aber an drei Stellen frei justierbar und bietet so genug Möglichkeiten, die gewünschten Stellen zu beleuchten.



Das wunderbar lange Kabel (da erreicht man jede Steckdose) ist zweifarbig nylonummantelt. So sieht es nicht nur schick aus, sondern ist auch vor Kabelbruch bestens geschützt.

Eine Glühbirne ist im Lieferumfang nicht enthalten, aus Sicherheitsgründen: bei dieser möglichst kleinen Verpackung mit wenig Plastik könnte man eine solche nicht bruchfest dazu legen. Ich sehe darin kein Problem und hatte sowieso eine passende E27-Birne parat.

MEIN FAZIT

Mir gefällt das Design dieser Lampe ausgesprochen gut, das gesamte Material ist hochwertig und stabil, die Beleuchtung ist wirklich sehr gut. Den Preis von 34,99 Euro bei Amazon halte ich für absolut gerechtfertigt, die Preis-Leistung stimmt.



Ich habe nur ein Problem: eigentlich mag ich die Lampe gar nicht rausrücken. Da ich aber über keinen eigenen Schreibtisch verfüge und auch keine Nachttischlampe brauche, steht sie derzeit noch in der Küche auf der Theke, wo sie aber eigentlich nicht gebraucht wird. Mein Jüngster dagegen könnte schon länger eine gute Schreibtischlampe brauchen und hat Ansprüche angemeldet. Ich werde die schicke Lampe also schweren Herzens an ihn weiter geben ;-)



Wie gefällt euch denn dieses klassische Design? Wäre so eine Leselampe, die man durchaus auch als Tischleuchte zum Beispiel im Wohnzimmer nutzen könnte etwas für euch?

Liebe Grüße
Eure Kerstin




Donnerstag, 14. Januar 2016

DIE KOMMUNIKATIONSLAWINE UND DER PHILIPS LUFTWÄSCHER HU5930/10

Hallo ihr Lieben,

Mitte Januar und noch kein einziges Lebenszeichen von mir hier im Blog - ja, mich gibt´s noch. Ende Dezember hatte ich allerdings so langsam das Gefühl, von einer Kommunikationslawine begraben zu werden. Hier ein Geburtstag, da eine Feier, Unterhaltungen auf Facebook, in Foren, im Blog, bei CIAO, WhatsApp, Weihnachtsgrüße, Neujahrsgrüße, Briefpost, Emails... und da ich zu denen gehöre, die immer zeitnah antworten möchten, weil es einfach freundlich ist, niemanden warten zu lassen, hatte ich irgendwann das Gefühl, ich komme gar nicht mehr hinterher. Und das Gefühl, niemanden mehr sehen, mit niemandem reden und nichts mehr schreiben zu wollen. Silvester habe ich gesundheitlich angeschlagen mit meinem Mann allein verbracht, am 2. Januar war dann noch eine nette "Weihnachtsfeier" mit Smalltalk und Lächeln angesagt und dann habe ich mir zumindest teilweise einen Rückzug gegönnt. War nötig!

Und es gab ja auch nichts Dringendes hier für den Blog, alle Produkttests "abgearbeitet"... Moment, alle nun doch nicht. Denn bei den Konsumgöttinnen durfte ich den Luftwäscher von Philips testen.




Ehrlich gesagt war das aber ein Test, der mir nicht viel Freude bereitet hat und ich raffe mich hier nun auch nur deswegen zu einem Bericht auf, weil es das Pflichtgefühl verlangt. Warum das so ist, werdet ihr gleich erfahren, zunächst einmal die Infos, was dieses Gerät eigentlich ist und was es bringen soll:

SAUBERE, GESUNDE LUFT FÜR MEHR WOHLBEFINDEN

soll laut Hersteller dieser Luftwäscher bringen. Und zwar auf diese Art und Weise:
  • Vorfilter: Die Luft wird angesaugt und erst durch den Vorfilter geführt. Dabei werden grobe Partikel wie Tierhaare oder Staub effektiv entfernt.
  • NanoProtect-Filter: Erst dann filtert der NanoProtect Filter kleine Partikel bis 0,02µm (Bakterien, Pollen, Hausstaub, etc.).
  • Rotierender Befeuchtungsfilter: Im Anschluss wird die gereinigte Luft durch den rotierenden Befeuchtungsfilter geführt. Die Luft lädt sich selbstständig mit Feuchtigkeit auf und wird danach gleichmäßig im gesamten Raum verteilt - die natürlichste Art der Luftbefeuchtung!

Sprich: das Zimmer wird gelüftet, die Luftfeuchtigkeit perfektioniert und dazu werden Allergene noch herausgefiltert. Hört sich super an und genau deswegen hatte ich mich für den Test beworben.

ERHOFFT

hatte ich mir schon Einiges. Dass zum Beispiel mein Problem mit ständigen Nasenneben- und Stirnhöhlenentzündungen, das ich bei Heizungsluft immer habe sich verbessern würde. Dass die Luft frischer riecht. Dass man einfach etwas merkt.



Bei Ankunft des Pakets und nachdem ich ausgepackt hatte, war ich kurz erschrocken: so ein riesiges Teil hatte ich nicht erwartet. Aber was soll´s, ich fand einen Platz zuerst im Wohnzimmer, direkt neben dem Sofa. Die Bedienungsanleitung war einigermaßen verständlich, manche Features wie die Kindersicherung brauchte ich gar nicht und so entnahm ich alle Transportsicherungen, setzte das Rad mit einem der Filter ein, füllte den Wassertank mit gefiltertem Wasser ein (um vorzeitiges Verkalken bei unserem harten Wasser zu vermeiden, filtere ich immer) und schon konnte es los gehen.



Die erste Woche verbrachte der Lüfter in unserem Wohnzimmer. Die angepeilte Luftfeuchtigkeit kann in drei Schritten eingestellt werden: 40%, 50% und 60%. Eine höhere Feuchtigkeit über 60% ist nicht wünschenswert, da dann die Gefahr von Schimmelbildung besteht.
Ich stellte zunächst 40% im Automatikbetrieb ein - die Anzeige zeigte mir, dass im Zimmer bereits eine Luftfeuchtigkeit von über 40% bestand, die Automatik sprang gar nicht an. Nachdem ich 50% eingestellt hatte, blies er dann doch los, aber natürlich nur ganz zart. Und erfreulicherweise auch leise.

Am nächsten Abend, wir hatten etwas mehr geheizt und die Ludt war trockener, stellte ich den Lüfter manuell auf höchste Stufe. Auf dieser pustete er schon relativ heftig und auch lauter, aber noch nicht so laut, dass es unangenehm gewesen wäre. Unangenehm war dafür meinem Mann die kalte Luft, die entströmte, er saß direkt neben dem Gerät und damit sozusagen im Zug. Wäre interessant, ob dies im Sommer einen abkühlenden Effekt auf zu warme Räume hätte, aber das konnte ich ja leider jahreszeitenbedingt nicht testen.

Den Rest der Woche ließ ich den Luftwäscher nur laufen, wenn niemand im Wohnzimmer war. Den Wassertank musste ich dabei nicht besonders oft nachfüllen, ich bemerkte aber auch keine Wirkung. Die Luft roch nicht frischer und wir fühlten uns auch nicht anders, meine Nase war trocken wie eh und je.



AB IN DIE KÜCHE

lautete die Devise für die zweite Woche. Diese ist erheblich größer als das Wohnzimmer und hat durch die Fußbodenheizung auch eine trockenere Luft - allerdings herrschen auch dort noch um die 45% Luftfeuchtigkeit laut Anzeige. Ich stellte den Lüfter auf 50% und musste bereits nach ein paar Stunden schon wieder Wasser nachfüllen. Im Prinzip geht das einfach, Tank heraus nehmen, aufschrauben, ein wenig Wasser tropft dabei nach, aber das ist nicht so schlimm, füllen... nachdem ich nur gefiltertes Wasser nehme, dauert es aber seine Zeit, bis ich drei Kannen durchgefiltert und den Tank komplett gefüllt habe. Abends war er wieder leer und ich hatte keine Lust mehr...



Am nächsten Tag wollte ich unbedingt ausprobieren, ob der Luftwäscher tatsächlich Kochgerüche schneller verschwinden lässt, wie der Hersteller verspricht. Ich füllte ihn also vor dem Kochen auf, startete ihn und begann zu bruzzeln und zu frittieren. Weniger Gerüche oder das schnellere Verschwinden derselben wäre mir nun aber nicht aufgefallen.

Da mich die ständige Auffüllerei nervte, war der Kücheneinsatz damit beendet und der Luftwäscher kam an seinen nächsten Testort:

DAS ZIMMER MEINES JÜNGSTEN

der im oberen Stock leider die Notwendigkeit des regelmäßigen Lüftens nicht einsieht. Da ich auch nicht so oft nach oben komme, hielt ich den Luftwäscher dort für sicherlich nicht für sinnlos eingesetzt. Vorher zwang ich den Knaben zum Aufräumen und Staubsaugen, dann trug ich das Gerät nach oben und wollte es starten... die Anzeige meldete mir, dass ich den Filter reinigen müsse.
Eine Woche Einsatz im Wohnzimmer (kein Kamin, nicht allzu viel Staub), das nicht einmal durchgehend und zwei Kurzeinsätze in der Küche und schon ist der Filter verdreckt?



Ich entnahm und reinigte ihn mit Hilfe der Bedienungsanleitung, wobei ich rein vom Anschauen her keinen Schmutz entdecken konnte, er sah aus wie am ersten Tag und nicht etwas grau, wie ich erwartet hätte. Egal, nach der Reinigung setzte ich ihn wieder ein, resettete die Anzeige und startete den Luftwäscher. In Sohnemanns Zimmer hätte ich in nun alle zwei Stunden wieder auffüllen müssen, was sicher dadurch bedingt ist, dass die Luftfeuchtigkeit hier nicht gar so hoch ist (aber laut Anzeige auch 48%, also ausreichend) und erst einmal die Möbel viel von dem feinen Nebel schlucken. Zum Glück schadet es dem Gerät nicht, wenn es eine Weile leer läuft, denn natürlich rannte ich nicht dauernd nach oben, um das zu kontrollieren.

In diesem Zimmer lief der Luftwäscher zwei Tage, dann hatte ich echt genug und brach den Test ab.

FAZIT

Im Forum der Konsumgöttinnen fühlte ich mich ein wenig allein auf weiter Flur, denn die meisten Tester/innen lobten die Wirkung des Luftwäschers über den grünen Klee. Viele fühlten sich wohler, hatten weniger Kopfschmerzen oder trockene Augen, Küchengerüche verschwanden anscheinend in Sekundenschnelle... das alles konnte ich nicht bestätigen. Aber vielleicht haben wir einfach die perfekte Luftfeuchtigkeit in unseren Räumen, so dass das Gerät anderswo sinnvoll ist, nur eben bei uns nicht. Schade fand ich ein wenig, dass ich in dieser Jahreszeit nicht prüfen konnte, ob der Luftwäscher wie angegeben Pollen filtert. Mein Jüngster hat nämlich Ende Mai, Anfang Juni immer große Probleme mit Heuschnupfen und hätte ich die Garantie, dass ihm damit geholfen werden könnte, würde ich mit Freuden die  149 Euro Testerpreis, aber sogar die 329 Euro UVP ausgeben. Aber so...





Ehrlich gesagt ist es mir auch zuviel Aufwand, wenn ich mehrmals am Tag Wasser auffüllen und einmal die Woche den Filter reinigen muss. Zumal ich auch im dritten Zimmer nicht das Gefühl hatte, die Luft habe sich verbessert. Da gehe ich doch lieber täglich durch´s ganze Haus und lüfte ordentlich, das hat einen größeren Effekt mit weniger Kosten. Denn die Folgekosten darf man auch nicht außer Acht lassen, nur den Vorfilter kann man reinigen, zwei andere muss man regelmäßig austauschen, wobei das Befeuchtungselement 13, der Luftreinigungsfilter 17 Euro kostet.



Ich hatte eigentlich gar keine Lust, diesen Bericht zu schreiben, aber wie gesagt: selbst wenn man keinen Spaß an einem Produkt hat und mit seinem Urteil aus der Reihe tanzt, sollte man doch seine Meinung ehrlich weiter geben. Oder gerade dann. Allerdings werde ich mich diesmal auf meine reinen Erfahrungen beschränken und keine technischen Daten wie Kabellänge, Stromverbrauch etc. auflisten.
Im Philips Onlineshop gaben etliche Testerinnen durchweg zwischen 4 und 5 Sternen von 5 für den Luftwäscher ab. Wie soll ich nun werten? Keine Wirkung, viel Aufwand, teuer... da bleibt doch eigentlich nur ein Stern übrig für die Vermutung, dass Allergiker vielleicht einen Nutzen draus ziehen könnten. 

Den verpasse ich den Philips HU5930 nun, eine Kaufempfehlung kann ich leider nicht abgeben. Wer trotzdem neugierig ist und sich so einen Luftwäscher für den eigenen Haushalt vorstellen kann, der kann sich HIER im Philips-Shop mehr Infos und bessere Bewertungen anschauen. Wie sieht´s aus, macht ihr das oder lüftet ihr doch lieber herkömmlich? 

Liebe Grüße
Eure Kerstin