Mittwoch, 24. Juni 2015

ANTJE, MAGGI FIX UND ICH

Hallo ihr Lieben,

im Moment habe ich keinen Produkttest mehr am Laufen und auch durch diverse Aufträge im Fotografiebereich eher weniger Zeit für den Blog. Allerdings gibt es ein Thema, das schon länger auf seine Bearbeitung wartet und das möchte ich heute anpacken. Es geht um eine kleine private "Challenge" und

MAGGI FIX

Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich niemanden verurteile, der mit Fix-Tütchen kocht und es nie wagen würde, jemanden als schlechten Koch/Köchin zu bezeichnen, der auf diese Produkte steht und sie verwendet. Ich selber würde sicher nicht angewidert das Gesicht verziehen und es sofort merken, wenn mir jemand ein Fix-Essen vorsetzen würde. Allerdings habe ich schon mal festgestellt, dass mir so eine Mahlzeit einmal schmecken mag, bei Wiederholung ich aber einen leichten Widerwillen entwickle. Warum? Da kann ich nur raten, vielleicht weil ich Konservierungsmittel heraus schmecke, vielleicht weil das Ganze für meinen Gaumen überwürzt ist. Und langweilig ist es sowieso, dazu gleich eine kleine Geschichte.



Copyright by Peter Röhl @pixelio


Um es auf den Punkt zu bringen: ich möchte hier niemanden bekehren oder gar angreifen. Ich möchte keine heißblütige Diskussion entfachen, bei der sich Fix-Freunde und Fix-Gegner die Köpfe einschlagen. Ich kann es lediglich nicht nachvollziehen, was an diesen Pülverchen aus der Chemieküche so toll sein soll und versuche seit Jahren den Sinn und Nutzen zu verstehen.


UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER

Vor einigen Jahren hatte ich ein sehr prägendes Fix-Erlebnis. Bei einer Geburtstagseinladung wurde ein Jägertopf serviert, der wirklich gut schmeckte. Ein paar Wochen später waren wir auf einem weiteren Geburtstag in einem anderen Haushalt eingeladen und es gab... Jägertopf! Irgendwie bescherte mir der ein Deja-Vu-Erlebnis, auch wenn er mir nicht mehr ganz so gut schmeckte, sondern irgendwie an Kantinenessen erinnerte. Zwei oder drei Monate später traf ich erneut auf den Jägertopf, wiederum an einem Geburtstag und wiederum von einer ganz anderen Köchin. Und wiederum mit dem gleichen, mir mittlerweile nicht mehr willkommenen Geschmack. Diesmal fragte ich nach dem Rezept und schlug mir innerlich vor den Kopf: na klar, Maggi Fix für Jägertopf war das Geheimnis der identischen Speisen. 

Schweinemedaillons in Pfefferrahm (ohne Fix)


Es mag wohl Menschen geben, die nur das essen, was sie kennen und keinerlei Veränderungen im Geschmack akzeptieren wollen. Für die ist Maggi Fix natürlich ideal - für mich ist es nur langweilig, es fehlt jegliche Individualität und mal ganz ehrlich: so kann keine Köchin ihr Können beweisen, nichts zeigen, das sie von anderen Köchinnen unterscheidet. Wie soll man da ehrlich sagen "Das hast du gut gekocht?" Müsste es nicht heißen "Das hat Maggi gut gekocht"?

DIE ARGUMENTE

die ich in vielen Unterhaltungen über Jahre hinweg zu diesem Thema von Befürwortern gehört habe, erschließen sich mir nicht.

- Da wäre zunächst einmal das "Ich kann nicht mit frischen Gewürzen würzen". Klar, ich konnte auch nicht rechnen, bevor ich in die Schule kam oder wusste nicht, wie man eine Waschmaschine bedient, bevor ich es nicht ausprobiert hatte. Auch das Kochen und das Würzen muss man lernen. Langsam mit wenigen Gewürzen anfangen, wenig hinein geben und die Menge nach und nach unter stetigem Abschmecken steigern, bis es passt. Kocht man eine Weile so, bekommt man auch das Gefühl für die richtigen Mengen und muss ziemlich schnell nicht mehr nachdenken. Meine Söhne sind alle drei kein Fix gewohnt, kochen aber wie die Weltmeister und würzen ganz unbefangen. Es klappt.

Richtiger wäre in dem Fall wohl die Aussage "Ich koche nicht gern und ich mag nicht selber würzen". Dem ist nichts entgegen zu halten.

- "Ich weiß nicht, was ich zum Würzen nehmen müsste". Früher gab es Kochbücher (gibt es immer noch), heutzutage hilft einem Google noch viel einfacher auf die Sprünge. Alles wird gegoogelt, warum nicht auch die Antwort auf die Frage, was in eine gute Tomatensoße oder zu einem Gulasch gehört? Auch hier müsste es statt "Ich kann nicht" "Ich will nicht" heißen - was ja absolut legitim ist.

Wie wär´s mal mit frischem Salbei? ;-)


- "Es geht viel schneller" An dieser Stelle komme ich nun zu meiner kleinen Challenge mit

ANTJE

Antje ist eine liebe Bloggerkollegin, die zusammen mit ihrer Tochter Ilka den interessanten Blog "Wie finden wir es" betreibt. Bei ihr entdeckte ich, dass sie für trnd diverse Maggi-Produkte (darunter auch Fix-Tütchen) testete und wunderte mich, da ich sie als "Kräuterhexe" kenne, die viel Natürliches in ihrer Küche verwendet und herstellt. Neben Produkttests findet man bei ihr auch interessante Rezepte wie zum Beispiel für selbstgemachten Erdbeerlimes. Ich sprach sie darauf an und es stellte sich heraus, dass sie zwar selten, aber doch hin und wieder Fix-Tütchen verwendet mit dem "Schneller"-Argument als Begründung.

Ich bat sie, sich mit mir auf einen Versuch einzulassen und sie stimmte zu: sie kochte Lachs-Sahne-Gratin mit dem entsprechenden Tütchen und achtete dabei genau auf die Zeit, ich kochte es dann nach ohne die Hilfe von Maggi und schaute ebenfalls auf die Uhr.

Ihre Lachsversion findet ihr HIER - nicht in die Zeitrechnung kam das Abkochen der Nudeln und das Waschen und Kleinschneiden der Bärlauchblätter, die sie zusätzlich verwendete. Von der Vorbereitung des frischen Lachses bis zum Platzieren des Fischs auf den Teller benötigte sie 35 Minuten.



Nun war ich dran: ich tupfte den Fisch trocken, legte ihn in eine Gratinform, die ich zuvor mit Olivenöl eingepinselt hatte und gab noch zuvor vorbereiteten Spargel dazu (zählt wie der Bärlauch nicht zur Zeit). Dann verrührte ich einen Becher Schmand und etwas Sahne mit 1 EL Tomatenmark, Salz, Pfeffer und etwas Kräutern (wenn ich mich recht erinnere Schnittlauch und kleingewürfelte Zwiebel, die Vorbereitungszeit für diese zwei Zutaten rechne ich mit) - dieser Schritt entspricht ja dem Anwenden des Fix-Tütchens. Die Mischung gab ich über den Fisch/Spargel, streute noch etwas Käse darüber... ab in den Ofen damit. Nach Ende der Backzeit, die sowohl bei Antje als auch bei mir natürlich gleich war (25 Minuten) lag der Lachs nach gestoppten 38 Minuten auf dem Teller.



So, Leute, da haben wir es: man spart durch die Verwendung von Maggi Fix also sage und schreibe ganze drei Minuten am Tag. DREI! Doch so viel ;-)

Diese drei Minuten kann ich erübrigen und spare dafür lieber

- 19,7 Gramm Zucker: überlegt euch das mal, das sind 1,5 Esslöffel Zucker, wobei ich mich frage, was Zucker in einem Lachsgratin, Gulasch, Jägertopf etc. zu suchen hat.

- irgendwelche undefinierbare Aromen, die mit Natur nicht wirklich was zu tun haben

- Geschmacksverstärker: wenigstens kein Glutamat, sondern Hefeextrakt, wobei das auch nicht viel besser ist.

- die in vielen Tütchen enthaltenen E-Nummern, die bekanntlich als Allergene wirken können.

Auch wenn die Verwendung von Fix-Produkten hin und wieder sicher nicht gänzlich ungesund ist, kann ich doch gut darauf verzichten. Das Argument "Geht schneller" zieht für mich nach diesem Versuch immer noch nicht.



Aber es muss doch sinnvolle Gründe geben, warum so viele Menschen teures Geld für diese Pülverchen ausgeben (denn teuer sind sie absolut!)? Kennt ihr welche? Verwendet ihr Fix oder kommt euch das nicht aus der Tüte? Ich bitte um Kommentare, aber bitte sachliche und nicht so verächtliche und abwertende, wie ich sie zu diesem Thema im Netz schon lesen musste. Denn wie gesagt: man ist kein schlechter oder dummer Mensch, nur weil man "Fix" kocht.

Liebe Grüße
Eure Kerstin

PS: danke an dich, liebe Antje, dass du diesen wirklich Spaß machenden Versuch mit mir durchgezogen hast.

Donnerstag, 18. Juni 2015

MEIN BLIND-DATE MIT GARNIER FRUCTIS

Hallo ihr Lieben,

bei den Konsumgöttinnen und vom Leotainment Bloggercircle wurden vor einer Weile jeweils 1000 Testerinnen gesucht, die an einem Blindtest für eine Haarpflegeserie mitmachen wollten. Ich fand das sehr interessant, denn man kann noch so sehr versuchen, unvoreingenommen zu testen, kennt man die Marke klappt das nicht zu hundert Prozent. Irgendwie beeinflussen einen dann doch Vorlieben oder Abneigungen, die man dieser Marke gegenüber hat. Mal etwas auszuprobieren, das nicht vorab schon bekannt ist fand ich sehr spannend und ich füllte auf beiden Plattformen den Bewerbungsbogen aus.


Bildquelle: bloggercircle.de


Während die Konsumgöttinnen mir absagten mit der Begründung, mein Haar wäre nicht geeignet für dieses Produkt, waren die Leute von Leotainment ganz anderer Ansicht und nahmen mich in den Kreis der Testerinnen auf. Ich habe sehr dicke und sehr viele Haare, die leider ziemlich trocken und glanzlos sein können und genau dieses "trocken" ist es, gegen das die Serie helfen soll.

MEIN BLIND-DATE

konnte bald darauf starten, als das Päckchen mit drei Produkten (Shampoo, Spülung, Kur) eintraf. Ich war begeistert, denn alles war in ganz neutrale Flaschen abgefüllt, denen man wirklich nicht im Geringsten ansah, von welcher Marke sie sein könnten. Vor einiger Zeit hatte ich nämlich bei einem ähnlichen Blindtest mitgemacht, bei dem man der Flasche sofort ansah, dass es sich um Head & Shoulders handelte und somit der "neutrale" Effekt dahin war.

Die Inhaltsstoffe, die auf dem Begleitschreiben aufgeführt waren, sah ich mir ebenfalls nicht an, um eben keine Vorurteile aufzubauen. Da ich keine Allergikerin bin, konnte ich mir das auch leisten.




Auch wenn durch die große Anzahl von Testerinnen mittlerweile relativ viele Blogposts im Netz unterwegs sind, möchte ich doch meinen Senf dazu abgeben, da es vorerst mein letzter Produkttest war und ich vielleicht auch ganz andere Erfahrungen gemacht habe wie meine Kolleginnen.


DAS SHAMPOO

ist nahezu farblos, hat eine angenehme und nicht zu dünnflüssige Konsistenz und schäumt wunderbar auf. Den Duft finde ich klasse - bei den Testerinnen scheiden sich die Geister, um welche Frucht es sich handelt, aber für mich riecht das Shampoo eindeutig nach grünem Apfel.

Ich möchte nicht alle Inhaltsstoffe aufführen, sondern nur anmerken, dass für ein handelsübliches Drogerieprodukt erstaunlich wenig "schlechte" Stoffe enthalten sind. Wer es genauer wissen möchte, findet die Fakten HIER bei codecheck. Was mich etwas stört sind die Silikone darin: ich bin keine vehemente Silikon-Gegnerin, aber dass "Dimethicone" ganz oben in der Aufführung stehen weist darauf hin, dass von diesem Stoff auch sehr viel enthalten ist. Gut, dass ich das vorher nicht wusste, denn im Nachhinein wundert mich nun nicht... dazu später ;-)

DIE SPÜLUNG

ist weiß, etwas fester, dabei schön cremig. Sie lässt sich leicht verteilen, hat aber leider einen ganz anderen Duft als das Shampoo, sehr dezent und eher in eine blumige Richtung. Das finde ich etwas schade, denn eine Serie sollte für mich den gleichen Duft aufweisen und diesen dann auch mit der Anwendung mehrerer Produkte verstärken. Schlimm ist es aber nicht, denn die Richtungen passen ja zusammen.

Auch hier erweist sich beim nachträglichen Lesen, dass hauptsächlich empfehlenswerte Inhaltsstoffe enthalten sind, was ich wirklich gut finde - lest es HIER nach.

DIE KUR

habe ich nie gleichzeitig mit der Spülung benutzt, sondern stattdessen und auch nur einmal. Mir sagt schon die Tiegelvariante nicht wirklich zu, ich finde es unter der Dusche recht umständlich, etwas daraus zu entnehmen und den Deckel dann wieder aufzuschrauben. Von der Konsistenz her ist sie natürlich noch etwas fester als die Spülung, vom Duft her ebenfalls wieder sehr dezent.

Zwei weniger empfehlenswerte Inhaltsstoffe gegen Ende der Liste machen in meinen Augen den Kohl nicht fett oder in dem Fall besser gesagt "nicht kaputt". Auch in diesem Fall könnt ihr euch bei codecheck noch näher informieren.

DAS ERGEBNIS MEINES TESTS

Nach der ersten Anwendung war ich begeistert: mein Haar war wunderbar weich und hatte einen schönen Glanz. Auch bei der zweiten Wäsche mit Shampoo und Spülung war ich sehr zufrieden, wie gut sich die nassen Haare durchkämmen ließen und wie schön sie nach dem Trocknen aussahen. Meine ebenfalls eher trockene und oft empfindliche Kopfhaut meckerte auch nicht. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt eine Bewertung abgeben müssen, hätte ich nur gejubelt.

Leider wendete sich aber das Blatt, je öfter ich die Produkte nutzte: mit der Zeit wurden meine Haare immer schwerer und platter - dabei ist mein Mopp auf dem Kopf kaum platt zu kriegen. Auch sahen meine Haare immer schneller aus, als seien sie furchtbar fettig und fettiges Haar ist ein Problem, mit dem ich nun schon gar nicht zu kämpfen habe.

Obwohl die Fläschchen für den Urlaub gut zum Mitnehmen geeignet wären, nahm ich lieber wie immer einige Sachets mit anderen Shampoo- und Spülungproben mit. Danach hatten sich meine Haare von der offensichtlichen Überpflegung erholt und als ich anschließend den Rest der Testprodukte abwechselnd mit anderen Shampoos verwendete, trat der "Fett-Effekt" auch nicht mehr auf.

Nun war ich natürlich auf die Auflösung gespannt und diese lautet:

GARNIER FRUCTIS OIL REPAIR 3

Die Serie soll ideal für trockenes, strapaziertes, sehr pflegehungriges Haar sein und enthält laut Hersteller microfeine Oliven-, Shea-Nuss- und Avocado-Öle, die in die trockenen, strapazierten Haarzonen eindringen und die Haaroberfläche pflegen, ohne das Haar zu beschweren und ohne zu fetten.

Bildquelle: Garnier auf Facebook





Nun ja, so ganz hat der letzte Teil bei mir ja leider nicht zugetroffen und ich werde mir die Produkte nicht nachkaufen. Sie waren nicht ganz schlecht, aber wenn ich sie nur bei jeder zweiten Haarwäsche anwenden kann und dauernd mit anderen Marken abwechseln muss, um meine Haare nicht zu überpflegen, ist mir das zu umständlich. Ich vergebe 3 von 5 Sternen und bleibe neutral, was eine Empfehlung betrifft. Denn meine Haare sind ja nicht das Maß aller Dinge und wer mit trockenen und strapazierten Haaren den Versuch wagen möchte, der sollte es ruhig tun.

Wäre Fructis Oil Repair 3 etwas für euch? Was haltet ihr von Blindtests?

Liebe Grüße
Eure Kerstin









Mittwoch, 10. Juni 2015

PHILIPS SMART-TV TEIL 2 & FAZIT

Hallo ihr Lieben,

zurück aus dem wunderschönen und durchaus erholsamen Urlaub bin ich wieder voll im Alltag gelandet. Und natürlich auch wieder voll im TV-Produkttest, denn was letzte Woche liegen blieb, will nun nachgeholt werden. Die letzten zwei Tage habe ich also geglotzt und ausprobiert was das Zeug hielt und bin zu einem Fazit gelangt - dies aber erst zum Schluß.

Voher möchte ich euch noch etwas mehr über diese interessante Flimmerkiste erzählen. In meinem letzten Post ging ich ja auf die ganz normalen TV-Funktionen wie Bildqualität, Ton, die Fernbedienung, Aufnahmen und die Philips-Besonderheit des Ambilight ein. Wer das verpasst hat oder noch einmal nachlesen möchte, findet es HIER.

Im zweiten Teil beleuchte ich nun die Eigenschaften, die das Gerät als Smart-TV auszeichnen. Fangen wir an mit

ANDROID

Das Betriebssystem kennt so ziemlich  jeder vom Smartphone her, gibt´s aber eben auch bei dieser Mattscheibe. Einige Apps wie zum Beispiel Skype, Spotify, die Mediatheken von ARD, ZDF und arte, Youtube und die Videodienste Maxdome, Netflix, Watchever und Videociety sind bereits installiert. Viele sind es nicht, wenn ich da im Vergleich zum Beispiel an die Vorinstallationen auf meinem Laptop denke. Muss ich aber auch nicht haben, dort habe ich eine Menge deinstalliert.

Eine andere Sache ist es, wenn man für einen persönlich interessante Apps installieren möchte. Im Prinzip geht man einfach in den Play-Store und lädt runter. Leider ist die Auswahl dort sehr begrenzt. Ich wollte zum Beispiel die VOX Now App... gibt´s nicht für den TV. Ich lerne per Babbel Italienisch und habe auf dem Handy die Babbel-App dafür. Gemütlich vom Sofa aus lernen wäre doch klasse: Babbel-App gibt´s nicht für den TV. Hat wohl irgendwas mit Lizenzen und so zu tun, aber dadurch ist das Android-Feeling natürlich schon ziemlich abgespeckt.



Ich widmete mich also dem, was da war und so zu hundert Prozent hat es mich leider auch nicht zufrieden gestellt. Die Anmeldung bei Skype verlief zwar ohne Probleme und ich konnte auch meinen Sohn einen Stock höher anskypen, aber während er mich mit nicht ganz so toller Bildqualität sah und auch hörte, kam bei mir ein Bild aber kein Ton unten an. Da muss ich also noch eine Lösung finden. Ein zum Test heruntergeladenes Minion-Game ließ sich zwar laden und vorerst starten, aber nach der Anleitungsseite mit dem Hinweis "Drücken Sie eine beliebige Taste zum Fortfahren" drückte ich wie wild und nichts tat sich. Youtube lädt ewig und ruckelt, was aber eher unserem schlechten WLAN-Signal im Wohnzimmer als dem TV zuzurechnen ist.





Was super klappt ist das Abrufen von Emails. Man gibt seine Email-Adresse und das Passwort im Startfenster ein und der Account ist geladen. Der Posteingang wird angezeigt, man kann die einzelnen Mails anklicken, lesen und auch das Löschen geht per Klick auf die rote Taste einwandfrei. Die Testmail, die ich an einen meiner anderen Accounts auf den Laptop geschickt habe, kam an. Passt alles. Ich sehe nur ein kleines Problem darin, dass man ohne Neuanmeldung auf den eingespeicherten Account zugreifen kann, wenn man diesen nicht nach jedem Besuch quasi löscht. Ich habe zwar vor meiner Familie nichts zu verbergen, aber trotzdem muss nicht jeder meine Mails lesen können - ich denke da zum Beispiel an Bestellbestätigungen für Geburtstagsgeschenke etc. Von daher werde ich dieses Feature eher nicht nutzen, aber es ist gut zu wissen, dass es im Bedarfsfall funktioniert.

Email ist angekommen :-) 



Bisher waren wir keine Nutze von Videodiensten, aber im Zuge eines ausführlichen Produkttests musste ich natürlich auch hier ran und Neuland betreten. Ich wählte auf die Schnelle Maxdome aus für meinen Versuch, meldete mich an und beschloß, eine Folge "Dr. Who" anzusehen. Klappt bestens direkt am TV, mehr gibt´s dazu nicht zu sagen.

Was die Apps betrifft, sind meine Erfahrungen also durchwachsen. Wenn man damit wirbt, aber dann doch nicht das ganze Programm zu haben ist und so manches auch nicht perfekt funktioniert, ist das für mich leider schon ein Abzugskriterium.

ANSCHLÜSSE

Natürlich ist man nicht ausschließlich auf Daten und Möglichkeiten innerhalb des TV´s angewiesen, sondern kann auch diverse andere Geräte anschließen und quasi "von außen" den Bildschirm nutzen.
Das Schöne dabei ist, dass die meisten Anschlüsse links an der hinteren Seite angebracht und damit supergut erreichbar sind. Für HDMI und USB muss man sich nicht umständlich zur Rückwand durchquälen. Was bedeutet, dass Spielekonsolen oder USB-Sticks in nullkommanix angestöpselt sind.



Mein Sohn hat zum Beispiel seinen Laptop per HDMI-Kabel angeschlossen und ein Spiel gespielt - den Fernseher quasi als Monitor genutzt. Hat auch einwandfrei funktioniert. Unsere Wii U an den Fernseher zu packen und ein Spiel anzuschmeißen war für mich - die ich nicht unbedingt die größten Erfahrungen mit Konsolen habe - überhaupt kein Problem. Auch hier wird mir eine tolle Grafik und ein glatt laufendes Spielvergnügen geboten. Die alte Wii liefert leider ein übles Schwarz-Weiß-Bild, Sohnemann meint aber, das sei seit einer Weile oben an seinem TV auch so und läge wohl am Kabel oder an der Konsole selber. Schade, sonst hätte ich mir die für "unten" annektiert.



Nach dem Urlaub habe ich auf die Schnelle eine Diashow über unser Hotel erstellt und diese auf einen USB-Stick gezogen. Diesen an den TV anzudocken war absolut unkompliziert, er wurde sofort erkannt, die Ordner wurden angezeigt, die Show konnte ich auswählen und anklicken... und in der gleichen Qualität ruckelfrei wie auf dem Laptop anschauen. Nur eben viel größer und es hätten mehrere Leute bequem mitgucken können.



Wer keine Scheu vor etwas komplizierterer Technik hat, kann natürlich auch die Rechner im Haus über das Netzwerk verbinden und die Dateien für den Fernseher freigeben. Dafür muss man einen MediaServer installieren, was ich mit "Twonky" gemacht habe. In der Tat kann ich damit vom TV aus Dateien meines Rechners abrufen, aber irgendwie ist das eine frei gegeben, das andere wieder nicht und mir persönlich ist das alles etwas zu umständlich. PC-Cracks werden aber sicher ihre Freude daran haben ;-) 






WEITERE FEATURES

Ganz witzig fand ich die Möglichkeiten der Gesten- bzw. Sprachsteuerung. Hat was sehr futuristisches, ist in meinen Augen nicht wirklich nötig, wäre aber ein nettes Gimmick... wenn es denn funktionieren würde.


Beides war leider alles andere als zufriedenstellend. Die Gestensteuerung funktionierte überhaupt nicht. Ob es daran liegt, dass mein Fernseher relativ tief steht und die Kamera mich nicht richtig herumwedeln sieht (ich habe es allerdings aus allen möglichen Positionen versucht) oder ob das Ganze einfach nicht ausgereift genug ist, kann ich nicht beurteilen. Die Sprachsteuerung spricht zwar an, aber völlig unzureichend. Entweder bekomme ich die Meldung, man würde mich nicht verstehen und ich müsse näher an das Mikro gehen und deutlicher sprechen. Oder ich werde verstanden: dann dauert die Bearbeitung der Anforderung ewig lange, um letztendlich nicht zum gewünschten Ergebnis zu führen. Ich bat zum Beispiel darum, auf SIXX umzuschalten und erhielt den Programmplatz 6 (RTL2). Okay, kann man verwechseln, aber warum YouTube geöffnet wird, wenn ich darum bitte in ARD umzuschalten ist mir schleierhaft. Ich verzichte also dankend, aber da ich das wie gesagt auch nicht für nötig halte, gibt es dafür keinen Abzug.




 Auf sämtliche in meinen Augen nebensächlichen Details kann und will ich nicht eingehen, da gäbe es noch viel zu entdecken und berichten. Eines muss aber noch erwähnt werden: der Philips 48PFS8159 verfügt über eine 3D-Funktion. Die beigelegten Aktiv-3D-Brillen sind zwar wohl für erfahrene 3D-Nutzer nicht die tollsten und auch ich meine ohne jegliches Vorwissen, dass es nicht so praktisch ist, dass die Bügel nicht einklappbar sind (wie und wo verstaut man die Teile bei Nichtgebrauch und wie stabil ist das auf Dauer?). Aber sie lassen sich bequem tragen - auch bei Brillenträgern wie mir oder meinem Mann - und funktionieren perfekt. Ich habe das mit Demo-Videos auf Youtube in Verbindung mit meinem Smartphone ausprobiert (vom Handy auf den TV läuft Youtube ruckelfrei) und bin ganz begeistert von meinem ersten 3D-Gucken.

Zu guter Letzt komme ich wieder auf einen Negativ-Punkt zu sprechen:

ABSTURZ!

Manche meiner Mittester erzählen von permanenten Abstürzen und Hängern des TV. Ich kann das so nicht bestätigen, allerdings hat sich auch bei mir das Gerät ein einziges Mal so aufgehängt, dass ich es erst wieder in Gang brachte, als ich es kurz vom Netz nahm.

Das passierte nicht einmal bei der Bedienung von Apps oder Internet, sondern bei der simplen Life-Pause. Ich hatte diese aktiviert und als ich weiter gucken wollte, ging nichts mehr. Schwarzer Bildschirm, egal was ich machte. Auf Standby schalten und wieder anmachen brachte nichts. Auch als ich den TV per Hauptschalter aus- und wieder an machte, änderte das nichts. Ich musste ich doch tatsächlich vom Stromnetz trennen und wieder einstecken, bevor ich weiter fernschauen konnte. Zum Glück waren dadurch wenigstens keine Einstellungen oder Programmierungen futsch, aber etwas gefrustet hat mich das schon.

Ich sehe das so: je mehr Technik und Chichi ein Gerät hat, desto anfälliger ist es halt auch. Man kennt das ja auch vom PC - erst vor ein paar Minuten ist mein relativ neuer, nicht zugemüllter und virenfreier Laptop abgestürzt.  Wenn das nur selten passiert und auch schnell gelöst werden kann, kann ich damit leben und ein Auge zudrücken. In Kombination mit der Tatsache, dass der TV hin und wieder etwas schwerfällig auf die Befehle per Fernbedienung reagiert und man Geduld haben muss, gibt das von mir einen halben Stern Abzug.

Soweit, so gut, ich denke, ich habe die wichtigsten Aspekte dargelegt (ist sowieso schon wieder ein ellenlanger Bericht geworden, was aber bei so einem vielfältigen Apparat kein Wunder ist) und komme zum

FAZIT

Als reinen Fernseher gesehen würde ich dem Philips 48PFS8159 glatte 5 Sterne geben, denn der nicht hunderprozentig optimale Sound lässt sich verschmerzen oder mit einer Soundbar /Heimkinoanlage etc. verbessern.

Für das doch nicht ganz die Erwartungen erfüllende App-Programm muss ich einen halben Stern abziehen, auch wenn ich persönlich darauf verzichten kann. 
Ein weiterer halber Stern geht für die Schwerfälligkeit und Absturzgefahr flöten, so dass ich letztendlich bei 4 Sternen von 5 lande. 

Der Smart-TV hat eine ursprüngliche UVP 1190,00€, jetzt von 1048,00 Euro (im Philips-Onlineshop)  und ist im Netz bei nachweislich seriösen Anbietern ab 1.084,00 € zu haben. Die Preis-Leistung ist gut, könnte aber etwas besser sein - wer wirklich auf die "Smart"-Features viel Wert legt, hat sicher seine Probleme mit den kleinen Mängeln auf diesem Gebiet, wer darauf ganz verzichten kann, braucht keinen TV zu diesem hohen Preis.

Meine Empfehlung kann ich trotzdem ausprechen für Leute wie mich, denen ein Fernseher hauptsächlich zum Ansehen von Serien, Dokus und Filmen zu Nutzen sein muss, die aber auch Spaß an kleinen Extras haben. Bei uns hat er (vor allem natürlich zu dem Sonderpreis, den wir Tester bekommen - das gebe ich ehrlich zu) seinen Platz gefunden und darf bleiben. Meine Männer hätten ihn sowieso nicht mehr hergegeben: unser "Alter" hatte keine 48, sondern 38 Zoll und "Groß" guckt sich Fußball viel schöner *lach*



Ich bedanke mich für eure Geduld beim Lesen und freue mich auf eure Kommentare und Ansichten zu diesem Thema

Liebe Grüße
Eure Kerstin

#tvmoviescouts #phillips8100test