Samstag, 30. Mai 2015

ICH GUCKE SMART TV - 48PFS8159 PHILIPS 8100

Hallo ihr Lieben,

bevor ich mich in den Urlaub verdrücke, möchte ich euch kurz noch etwas erzählen. Manche von euch haben vielleicht mitbekommen, dass ich bei den TV Movie Scouts einen Fernseher testen darf, genauer gesagt einen Smart-TV von Philips aus der 8000er Serie. Ich hatte mich ohne viel Hoffnung zu diesem Test beworben, da ich mir wenig Chancen ausrechnete: wir haben weder Kabel noch Videoabos oder Bezahlfernsehen, sondern schauen ganz einfach das ganz normale Fernsehprogramm über Satellitenschüssel. Umso so überraschter und erfreuter war ich über die Zusagen - die Scouts decken wirklich immer die ganze Bandbreite an Testern von "Profi" bis "Neuling" ab und so kam ich auch in den Genuß.

Ehrlich gesagt hatte ich bis dato nicht die geringste Ahnung, was genau ein Smart-TV eigentlich ist. Vielleicht geht es manchen von euch genauso, weswegen ich erst einmal eine kleine Definition geben möchte - abgeschrieben, denn

WIKIPEDIA SAGT:

"Smart-TV...ist die Bezeichnung für Fernsehgeräte mit Computer-Zusatzfunktionen, insbesondere Internet-Fähigkeiten. Smarte Fernsehgeräte haben Zusatzschnittstellen wie USB, Netzwerk, WLAN und Speicherkarten. Die wichtigste Zusatzfunktion ist für die Hersteller die HbbTV-Funktionalität."

Ups, schon das nächste erklärungsbedürftige Wort: HbbTV bedeutet, dass zusätzliche Informationen des Programmanbieters angezeigt werden, "wobei diese sowohl über das Fernsehsignal  als auch über eine Internetverbindung bezogen werden. Damit werden umfassendere Möglichkeiten zur Informationsdarstellung und Navigation bereitgestellt."

 Okay, dann schauen wir mal...

AUSGEPACKT


Vorletzten Freitag traf das TV-Gerät bei mir ein und ich war erst einmal erschlagen. Dass 48 Zoll nicht klein sein würden, war mir zwar klar. Dass aber ein solcher Riese in meinem kleinen Wohnzimmer stehen würde allerdings nicht. Unser "alter" (ein 38-Zoll-Philips) Fernseher ist da schon um einiges kleiner und so ganz passt der neue auch nicht in die Aussparung der Schrankwand, die vor den TV vorgesehen ist. Macht aber nichts, dann geht halt die eine Tür der Vitrine nicht mehr auf *g*.


Normalerweise überlasse ich Aufbau und Installation solcher Geräte meinem Mann, aber diesmal konnte ich nicht abwarten, bis er irgendwann spät abends vom Geschäft heim kommen würde. Also machten mein Sohn und ich uns an die Arbeit. In nullkommanix hatte er den Standfuss angebracht (Wandmontage ist ebenfalls möglich), genauso schnell war das Gerät mit Steckdose und Kabel für die Satellitenschüssel verbunden. 

Das Design des Fernsehers gefällt mir ausgesprochen gut. In Edelstahloptik schön hell gehalten hat er keinen breiten Rahmen, sondern nur einen ganz schmalen silbernen Rand. Auch die Tiefe beträgt lediglich 1,5cm, so dass man wirklich von einem ultradünnen Gerät sprechen kann, das trotz seiner Größe leicht und überhaupt nicht klobig oder plakativ wirkt. So liegt der Fokus des Auges ausschließlich auf dem TV-Bild.




Nun kam der spannende Moment: was habe ich mich bei früheren Geräten schon mit dem Sendersuchlauf herum geärgert. Hier ging es superschnell und ohne Probleme. Im ersten Anlauf haben wir "Deutschland und freie HD-Sender" ausgesucht, allerdings sind viele HD-Sender der Privaten nur teilweise unverschlüsselt und wir haben kein Bezahlfernsehen. Da in der Liste die ganzen HD-Sender vorne stehen, habe ich den Suchlauf erneut gestartet und nur "Deutschland und Schweiz" gewählt.



Innerhalb der gesamten Kanäle kann man keine Sender verschieben. Um aber seine Lieblingssender schnell bei der Hand zu haben, kann man diese als Favoriten markieren und in dieser Favoritenliste so sortieren, dass der persönlich wichtigste Sender auf 1 kommt, weniger oft gesehene weiter hinten stehen. Ich hab also gleich mal "meine" Sender favorisiert, bevor Disney Channel, Comedy Central und Pro7Maxx auf den Plätzen 1-3 erscheinen ;-) 



Dem Philips-TV liegt leider keine Bedienungsanleitung bei, was mich zunächst irritierte. Allerdings ruft man mit der Home-Taste der Fernbedienung bzw. der "Zahnrad"-Taste für die Konfiguration alles auf, was man so braucht und wird meines Erachtens sehr gut durch das Menü geleitet. Mit der Zeit und relativ schnell hat man den Bogen raus und weiß, was wo ist. Und wenn nicht, hat man mit der "blauen" Taste (ist nicht wirklich blau, hat nur einen blauen Strich als Kennzeichnung) ruck zuck die Hilfe aufgerufen, wo man sowohl eine Bedienungsanleitung als auch eine Stichwortsuche findet. Wenn alle Stricke reißen - was bei mir nicht der Fall war - findet man unter download.p4c.philips.com/files/4/48pfs8159_12/48pfs8159_12_dfu_deu.pdf eine Anleitung im Netz.

Soweit war nun alles superschnell und supereinfach eingerichtet, als erstes überzeugte mich die

BILDQUALITÄT

Natürlich war ich einen so großen Bildschirm nicht gewohnt, unser alter Philips hat jedoch eine sehr gute Bildqualität. Ich war gespannt, ob der Smart-TV damit mithalten würde können. Das kann er absolut, die Farben sind sehr natürlich, die Kontraste perfekt, auch der Schwarzwert stimmt - dunkle Bilder sind unverfärbt (Schwarz ist Schwarz und nicht dunkelgrau) und weisen dabei immer noch Konturen auf. Das Bild ist gestochen scharf, besonders natürlich bei den von uns empfangbaren HD-Programmen wie ARD und ZDF. Da ich HD vorher nicht hatte und immer dachte, soooo groß kann der Unterschied doch nicht sein, war ich davon besonders fasziniert. Die Privaten senden durchaus auch scharfe Bilder, aber HD ist schon noch mal eine Nummer besser, wovon ich mich jetzt überzeugen konnte.



Eine Kleinigkeit stört mich allerdings am Bildschirm, zwar nur minimal, aber dennoch: er spiegelt relativ stark. Vielleicht tat das unser kleinerer TV auch, aber da fiel es zumindest nicht auf. Ich sitze mit Fenster im Rücken vor dem TV und in der oberen linken Ecke sehe ich den Garten draußen, vor allem bei dunkleren Szenen. Es ist jetzt nicht gravierend, gehört aber erwähnt. 



Etwas enttäuscht war ich im ersten Moment auch vom

SOUND

Der kam mir nämlich etwas blechern vor. Ich muss dazu sagen, dass wir von unserem alten Philips einen ganz hervorragenden Sound gewohnt waren. Bei diesem, vor ca. 4,5 Jahren gekauft befindet sich der Lautsprecher vorne unten und ist nach vorne gerichtet. Der Verkäufer erklärte uns damals, dass das eine Innovation von Philips sei, die darauf auch das Patent hätten, so dass nur Philips-Fernseher den Lautsprecher an dieser Stelle und damit den tollen Sound hätten.

Beim Smart-TV befindet sich an der Stelle die Kamera (dazu später mehr), die Lautsprecher sind hinten auf der Rückseite und geben den Sound nicht an den Zuschauer, sondern gegen die Wand ab. Klar dass das nicht so toll klingt wie bei unserem alten und ich kann auch nicht ganz verstehen, warum Philips eine Innovation mit Patent, die wirklich etwas bringt bei Weiterentwicklungen wieder abschafft.

Kamera statt Lautsprecher

Wie auch immer, nach ein oder zwei Tagen hatten wir uns an diesen "Rückschritt" gewöhnt. Bei Bild und Ton kann man natürlich auch verschiedene Einstellungen vornehmen, beim Bild war es für uns nicht nötig, etwas zu verändern, den Sound haben wir angepasst und für unsere Ohren damit verbessert. Selbstvertändlich kann man auch ein Heimkino-System oder eine Soundbar anschließen, womit das ganze Sound"problem" irrelevant wird. Da wir aber solche nicht besitzen, kann ich das für euch auch nicht ausprobieren.

Der Knüller ist dagegen dann wieder das

AMBILIGHT

Noch nie gehört? Hier ziehe ich noch einmal Wikipedia zu Rate, dort wird das nämlich sehr gut erklärt:

"Ambilight (von engl. ambient „Umgebung“ und light „Licht“) ist eine von Philps entwickelte Technologie für Fernseher, welche das Gerätesichtfeld in der Wahrnehmung des Zuschauers vergrößern und damit die Augen schonen soll. Die Ambilight-Technik verspricht neben dem visuellen Effekt, einen Großteil der Augenbeschwerden zu mindern, die im Zusammenhang mit einem Fernseher als einziger Lichtquelle in einem Raum auftreten."

Ich kenne das Ambilight natürlich von meinem alten Philips-TV und ich hätte mich vermutlich gar nicht für den Test beworben, wenn es um eine andere Marke ohne dieses spezielle Feature, das es nur bei Philips gibt gegangen wäre. Denn Ambilight möchte ich absolut nicht mehr missen.

Die Ambilight-Dioden an der Rückseite des TV


Natürlich sieht es schick aus, wenn die Hintergrundfarben des Lichts im Zusammenhang mit denen des Bilds auf dem Schirm wechseln. Aber das ist nicht der Hauptpunkt für meine Begeisterung seit etlichen Jahren.
Ich bin kurzsichtig, ich bin nachtblind und extrem blendempfindlich. Kein riesiges Problem, aber man kann sich vorstellen, dass meine Augen dadurch auch relativ schnell ermüden und angestrengt sind, wenn die Lichtverhältnisse nicht so gut sind. Das hat sich früher beim langen Fernsehen durchaus bemerkbar gemacht, seit mir mit Ambilight gucken habe ich in dieser Hinsicht überhaupt keine Schwierigkeiten mehr. Es ist also in der Tat nicht nur ein Werbespruch, sondern Tatsache dass Ambilight die Augen entlastet. Ohne Ambilight geht für mich auch vor diesem Test gar nicht mehr!

Leider nicht so gut erkennbar wie "Live" - Ambilight im Hintergrund


Beim Smart-TV kann man das Ambilight nicht nur nach persönlichen Vorlieben (statisch, lebhaft, dezent... ) anpassen, sondern auch bei ausgeschaltetem TV als Loungelight verwenden oder mit den Hue-Lampen von Philips (die wir nicht besitzen) koppeln - dies nur noch zur Info.


ACHTUNG AUFNAHME

Was ist für mich bei einem Fernseher das Wichtigste? Bild, Ton und die Möglichkeit, Sendungen aufzuzeichnen, die ich zu einem anderen Zeitpunkt sehen will. Bis zu diesem Test war unser TV über einen Festplattenreciever an die Schüssel angeschlossen. Da der Smart-TV Reciever für alles integriert hat, war das nicht mehr notwendig. Den Festplattenreciever schlossen wir per Scartkabel separat an den Fernseher an, allerdings nur zum Anschauen bereits aufgenomme Sendungen und DVDs. Da er so kein Signal empfängt, kann man damit auch nicht mehr aufnehmen.

Die Lösung: per USB wird eine externe Festplatte an den Fernseher angedockt.  Diese muss formatiert werden, wodurch das Gerät aber wieder einmal sehr gut anleitet und durch die Vorgehensweise führt. Anschließend hat man drei Möglichkeiten:

1. Live-Pause: Anhalten der laufenden Sendung, wodurch diese zwischengespeichert wird und erst weiter geht, wenn man die Starttaste bedient. Es wird nichts fest auf der Festplatte gespeichert.
2. Direktaufnahme: hier drückt man auf die Taste der Fernbedienung mit dem roten Punkt und es wird aufgenommen und gespeichert, was man gerade anschaut. 
3. Programmierung über den TV-Guide: man kann sehr schnell und bequem Sendungen in der Zukunft einspeichern. Was genau man da machen muss, möchte ich jetzt nicht aufzählen, Fakt ist aber, dass die Daten über die Senderinformationen bzw. dem Internet gezogen werden und man nur anklicken muss, was man programmieren möchte. Easy :-)



Meine erste Aufnahme einer Serienepisode klappte auch einwandfrei und kann angesehen werden (unter "Aufnahmen" die Sendung anwählen und mit OK starten). Donnerstag nacht programmierte ich zwei Folgen der Serie "Outlander"... und war gefrustet, denn sie lassen sich nicht anschauen. Nach Klick auf OK springt es immer wieder in die Aufnahmeliste zurück. Weitere Sendungen dagegen, die ich danach aufnahm sind wieder anschaubar. Woran es liegt? Dem TV, der Festplatte oder VOX? Keine Ahnung, Fehlermeldung gibt es keine und auch ein Servicemitarbeiter, mit dem ich kürzlich telefonierte, konnte mir das nicht erklären.

Im Großen und Ganzen funktioniert die Sache aber recht einfach und schnell. Ist eine Sendung im TV-Guide noch nicht vom Sender her aufgeführt, kann man auch manuell Sender und Zeit programmieren. Leider aber - egal mit welchem System - nur für 8 Tage in die Zukunft, ein Manko, wenn man 14 Tage in Urlaub fährt.

Noch ein paar Worte zur



FERNBEDIENUNG

Die sieht schick aus, liegt gut in der Hand und ist übersichtlich. Die Sondertasten sind recht gut symbolisiert und mit etwas Übung hat man schnell im Kopf, welche Taste für was gilt. Übliche Tasten wie für Lautstärke oder das Umschalten findet und benutzt man intuitiv.





Auf der Rückseite befindet sich eine an das QUERTZ-System angelehnte Tastatur, die ebenfalls schnell und leicht zu bedienen ist. Diese benötigt man für diverse Internet-, App- und sonstige Situationen, auf die ich in meinem nächsten Bericht näher eingehen werde.




Denn

FÜR HEUTE

mache ich Schluß, ich sehe schon: über diesen Fernseher gibt es so viel zu erzählen, dass ich das nicht auf einen Rutsch anbringen kann. Während ich mich heute mit dem ganz normalen Ferngucken beschäftigt habe, werde ich in meinem nächsten Bericht (auf den ihr leider eine gute Wochen warten müsst) das Internet, Netzwerk, Handyverbindungen, Apps.... oh ja, da kommt noch eine Menge auch euch zu ;-)

Während mein Mann, mein Jüngster und ich weg sind, hat mein ältester Sohn diverse Testaufgaben für den Smart-TV bekommen - so bleiben wir trotzdem in der Testphase am Ball und steigen in der dritten und letzten Woche wieder frisch erholt ein.

Nun düse ich erst einmal ab in den Urlaub, eure Kommentare (auf die ich mich wie immer sehr freue) beantworte ich auf alle Fälle danach. Euch allen eine gute Zeit...

Liebe Grüße
Eure Kerstin









Dienstag, 26. Mai 2015

PHILIPS HD8847 - EIN VOLLAUTOMAT FÜR VOLLEN GESCHMACK



Hallo ihr Lieben,

jetzt aber... endlich... der lange versprochene Bericht über den Kaffeevollautomaten von Philips, den ich für die "Trendsetter" testen darf. Ich leg ohne viel Vorabgeschwafel gleich mal los...





AUSPACKEN, ANGUCKEN, AUFSTELLEN

Gespannt wartete ich auf mein Paket und machte schon einmal Platz für den Vollautomaten neben meinem Kühlschrank in der Hoffnung, dass er dort hin passen würde. In meiner Vorstellung sah ich nämlich bereits ein riesiges Gerät auf mich zukommen. Mit den Maßen 215 X 429 X 330mm (L X T X H) ist er aber doch erfreulich kompakt. Die ziemlich kurze Kabellänge mit gerade mal 75cm bereitet in meinem Fall mit dem Standort direkt neben einer Steckdose keine Probleme, hat mich aber erstaunt – länger wäre sicher für viele besser.



Der schwarze, robuste Kunststoffkorpus mit dem silberfarbenen Auslauf, Metallabtropfgitter und Edelstahltasten macht einen durchaus eleganten Eindruck – Schwarz & Edelstahl ist sowieso mein Lieblingsdesign bei Küchengeräten. Das Display ist ausreichend groß und mit gelber Schrift bzw. grün leuchtenden Symbolen sehr gut ablesbar. Einzig zu bemängeln wäre hier vielleicht, dass man keine Sprachwahl treffen kann: heutzutage sind zwar die meisten Leute des Englischen mächtig, ältere Herrschaften könnten aber vielleicht Probleme bekommen. Diese lassen sich aber sicher mit Hilfe der hervorragenden und detaillierten Bedienungsanleitung lösen, zumal man sich kaum schwerere Worte als „Water“, „Drinks“, „Calc“ oder „Milk Froth“ merken muss, deren Bedeutung man zur Not auch erraten kann.



VORBEREITUNG

Bevor man die erste Tasse Kaffee aus dem HD8847 trinken kann, muss erst ein Vorbereitungsprogramm durchgeführt werden, das nicht automatisch abläuft und bei dem die Maschine entlüftet und gespült wird. Anhand der bereits erwähnten Bedienungsanleitung, die einen sowohl mit Text als auch mit Bild Schritt für Schritt führt ist das aber schnell gemacht und kein Hexenwerk. Mit dem beiliegenden Teststreifen wird die Wasserhärte bestimmt, die für die Häufigkeit der Entkalkung wichtig ist – der gemessene Wert wird an der Maschine eingestellt, die dann zur gegebenen Zeit auf die Notwendigkeit des Entkalkens hinweist.



Wir filtern unser sehr hartes Wasser für alle Geräte mit einem Brita-Filter, so dass die weichste Stufe angezeigt wurde. Alternativ kann man auch einen speziellen Wasserfilter namens INTENZA+ einsetzen, in meinem zusätzlichen Probepaket waren zwei davon, die ich derzeit nutze, aber nicht nachkaufen werde.

Zuletzt müssen rechts oben die Kaffeebohnen (Klappe auf, Bohnen rein, Klappe zu), links oben das Wasser (Klappe auf…) eingefüllt werden. Der Wassertank kann zur einfacheren Befüllung auch entnommen werden, er fasst 1,8l.



COFFEE SWITCH

Was bietet mir nun dieser Vollautomat? Mit nur einem Handgriff kann ich zwischen Filterkaffe und Espresso wählen, indem ich den sogenannten CoffeeSwitch-Hebel vorne am Auslauf entweder nach unten drücke oder nach oben schiebe – in der jeweiligen Position ist das auch das Wort „Coffee“ bzw. „Espresso“ zu lesen. Ein Druck auf die Taste für Filterkaffee respektive Espresso oder Espresso Lungo bringt anschließend mit einem Pumpendruck von 15bar das gewünschte Getränk. Und damit aber auch gar nichts schief gehen kann, spuckt der Automat nichts aus, wenn man in der Espresso-Stellung auf Filterkaffee (und anders herum) drückt, sondern warnt im Display, dass der Hebel falsch steht um nach 30 Sekunden die Anwahl abzubrechen, wenn dieser nicht verstellt wird. Das System ist absolut idiotensicher.



Die maximale Tassenhöhe, die unter den Auslauf passt beträgt 150mm. Bei niedrigen Tassen hat man die Möglichkeit, den Auslauf nach unten zu ziehen, damit es nicht spritzt. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad, allerdings steht er in unterster Position bei sehr kleinen Espressotassen immer noch relativ hoch, so dass in dem Fall Kaffeespritzer im Umfeld nicht vermieden werden können.

DIE MILCHKARAFFE

ist für mich Fan von Cappuccino und Co. ein sehr wichtiges Element.
Für die Herstellung von Milchschaum entnimmt man die Heißwasserdüse links vorne am Gerät und setzt die Milchkaraffe mit Milch ein. Nachdem man den Auslauf der Karaffe herausgezogen und eine Tasse darunter gestellt hat, drückt man einfach die Cappuccino-Taste und erhält… keinen Cappuccino, sondern einen Latte Macchiato, was mich zunächst etwas irritiert hat. Der Unterschied? 



Beim Latte wird zuerst der Milchschaum eingefüllt, darauf der Espresso gegeben, was die typischen drei Schichten mit den dunklen Flecken oben auf dem Schaum ergibt (macchiato = fleckig, befleckt). Genau in dieser Reihenfolge arbeitet der Vollautomat im Cappuccino-Programm. Natürlich kann man sich aber auch einen Cappu machen, indem man zuerst einen Espresso heraus lässt und diesen mit Milchschaum extra krönt. Dafür geht man über das Menü zum Punkt Drinks, wählt „Milk Froth“ aus und startet den Vorgang per Cappuccino-Taste.



Den Milchschaum finde ich in jeder Hinsicht und Variante richtig gelungen, er ist schön fest und dabei doch cremig.

TEE

Auf die Idee wäre ich als Teetrinkerin nie gekommen, aber ich kann sogar eine schnelle Tasse Tee mit dem HD8847 zubereiten, indem ich einfach über das Menü -> Drinks den Unterpunkt „Hot Water“ anwähle. Schon läuft heißes Wasser aus der (wer hätte es gedacht) Heißwasserdüse. Unser Heißwasserbereiter „Filtrino“ von Bosch hat somit auch ausgedient, ein Gerät weniger, das herumsteht.

VARIABEL

Ich möchte nun nicht die gesamte Bedienungsanleitung rauf und runter leiern, muss aber erwähnen, dass man nicht auf bestimmte Einstellungen angewiesen ist, sondern diverse Punkte wie Menge des Getränks oder Stärke ganz nach Gusto verändern kann.



Die Stärke des Aromas kann man über das Display in vier Stufen verändern, zudem ist es möglich, direkt am Keramikmahlwerk mittels eines beigelegten Schlüssels den Mahlgrad 5-stufig von Fein bis Grob zu verstellen. Da dies bei laufendem Mahlwerk geschehen muss, hatte ich davor einen Heidenrespekt, als ich den feinsten Mahlgrad wählte. Man darf sich da aber nicht ins Bockshorn jagen lassen, sondern muss mit etwas Schmackes und ohne Scheu heran gehen, dann klappt das problemlos.
Zum Mahlwerk wäre noch zu sagen, dass es die Bohnen nicht überhitzt. Den von Philips als „leise“ bezeichneten Betrieb kann ich allerdings nicht bestätigen, mir kommt es zwar nicht übermäßig laut vor, aber wo gemahlen wird gibt´s auch Töne – mit dem Telefon am Ohr möchte ich nicht daneben stehen.

Über diverse Memo-Funktionen kann man sich die Ausgabemengen von Milchschaum oder Kaffee einstellen und abspeichern. Da uns allen hier aber die Werkseinstellungen das gewünschte Ergebnis bringen, habe ich diese Funktion nicht genutzt.

Was ich verändert habe, ist die Temperatur des Kaffees: mir kam er etwas zu kalt vor und ich forschte nach bis ich entdeckte, dass man auch diese höher stellen kann. Meine Männer – echt tolle Tester *g* - nahmen das bis dahin als gegeben an und sagten keinen Ton. Bis sie jetzt erstaunt feststellten, dass die Kaffeetemperatur (vor allem nach Zugabe von kalter Milch) auf einmal viel besser sei…


ÜBER GESCHMACK

lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber in Bezug auf einen Kaffeeautomaten ist der Geschmack das wichtigste Thema. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass sowohl Kaffee, als auch Espresso, Cappu und Latte aus diesem Vollautomaten uns allen ganz hervorragend schmeckt. 



Der Beweis? Wie Eingangs gesagt sind wir keine großen Kaffeetrinker. Außer meinem Ältesten, der sich per Filtermaschine in seinem Zimmer grundsätzlich seinen eigenen Kaffee machte. Der lässt sich nun täglich seine Tassen aus dem HD8847 heraus.
Mein Mann und ich selber trinken seither auch mehr Kaffee als sonst… und ich natürlich nun auch Latte und Cappu, an die kein Kapselmaschinengetränk geschmacklich und optisch (Milchschaum) auch nur annähernd heran kommt.
Mein mittlerer Sohn – überhaupt kein Kaffeetrinker bisher – lässt sich jeden Morgen einen Kaffee vom Vollautomaten zubereiten. Auf meine Frage, was das für Neuheiten seien kam die Antwort: „Geht so schnell und schmeckt so gut.“ Nur mein Jüngster ist bis heute nicht zum Kaffeejunkie mutiert. Trotzdem kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass meine Befürchtungen, so ein Vollautomat würde sich bei uns nicht rentieren unbegründet waren.

Der Geschmack von Kaffee aus ganzen Bohnen ist sowieso immer der beste, anzumerken wäre aber trotzdem, dass man im Falle eines Falles den Vollautomaten auch mit gemahlenem Kaffee verwendet könnte, so man will.




NACH DEM GENUSS

kommt die Reinigung, vor der es mir schon ein wenig grauste – klar, dass die an mir hängen bleibt. Beim Einschalten, wenn der Automat in Standby geht oder wieder daraus erweckt wird, führt er einen automatischen Spülzyklus durch. Die Milchkaraffe soll man nach jedem Gebrauch grob unter lauwarmen Wasser (Deckel und Behälter getrennt) reinigen und anschließend in der Maschine mit Wasser befüllt über die Milchschaumfunktion spülen, wobei ich das nicht nach jeder Tasse sondern erst dann mache, wenn ich sicher bin an diesem Tag keinen Milchschaum mehr zu benötigen.

Täglich sollen zudem Abtropfschale und Kaffeesatzbehälter kurz ausgespült werden. Die Abtropfschale empfinde ich als ziemlich lang (geht durch die ganze Tiefe des Geräts) und nicht sehr hoch, so dass ich meistens nicht warte, bis der rote Anzeiger in der Mitte der vorderen Auffangschale angehoben ist. Der Transport zum Spülbecken ohne Geklecker ist einfacher, wenn nicht so viel Wasser drin ist und die Entnahme per Knopfdruck an den Seiten des Geräts ist denkbar einfach.
Der Kaffeesatzbehälter ist schnell gespült, da der Kaffeesatz in relativ trockenen und festen Paddies darin liegt.
Wöchentlich wird die Milchschaumkaraffe ganz auseinander genommen und kann sowohl in heißem Wasser als auch in der Spülmaschine gereinigt werden. Außerdem sollte nun auch die Brühgruppe aus dem Inneren des Geräts entnommen und gereinigt werden – davor hatte ich ein wenig Bammel, aber auch das geht ganz leicht und schnell. 



Monatlich muss man die Brühgruppe mit Kaffeefettlöser-Tabletten reinigen und dann schmieren und den Kaffeebohnenbehälter säubern – soweit bin ich noch nicht, aber nachdem alles bisher ohne viel Aufwand zu bewerkstelligen war, macht mir das auch keine Sorgen mehr. Auch Entkalken musste ich natürlich bis jetzt nicht, dafür gibt es ein Programm, das man startet und das dann automatisch durchläuft.



FAZIT

Dieses mit allem Für und Wider über meinen eigenen Tellerrand hinaus zu ziehen ist für mich diesmal gar nicht so einfach, denn wir sind kurz und gut gesagt absolut zufrieden. Wissen es aber vielleicht auch nicht besser. Ich möchte daher ausnahmsweise die negativ angemerkten Punkte der Mittester hinzu ziehen und dazu Stellung aus meiner ganz persönlichen Sicht nehmen:

-        Zu laut: das ist natürlich eine rein persönliche Empfindung, der man nichts entgegen halten kann. Es mahlt, es macht Geräusche, für meine Ohren ist es nicht zu laut.

-        nur englische Sprache:  wie im Bericht erwähnt für mich nicht so bedeutsam, weil man auch ohne Englischkenntnisse über die Bedienungsanleitung zurechtkommen kann.

-        Milchkaraffe wird nicht automatisch gespült: ja, das wäre schön. Ich weiß nicht, ob andere Maschinen in dieser Preisklasse (699,99 €) das machen, wenn ja, dann wäre es einen Abzug wert.

-        Abtropfschale zu lang und zu schnell voll: wie auch ich bemerkte. Ist jetzt kein großes Problem, aber dafür ziehe ich dann doch mal einen halben Stern ab in der Vermutung, dass es sich technisch auch anders lösen lassen würde.

-        Standby-Licht blinkt dauernd: ja und? Wer steht denn in der Küchen stundenlang vor dem Vollautomaten und guckt zu? Zumal das Blinken sehr langsam und nicht hektisch ist. Für mich kein Manko.

-        Kaffeeauslauf kann nicht weit genug herunter gezogen werden: stimmt bei sehr kleinen Espressotassen. Ein Wisch und alle Spritzer sind weg. Für mich kein Problem, außerdem könnte man die Tasse dann auch schnell mal höher darunter halten, eine kleine ist ja schnell voll. 

-        kein Tassenwärmer: sowas gibt es? Auch in dieser Preisklasse? Wusste ich nicht, habe ich mir nicht überlegt, vermisse ich nicht.

-        Kaffeebohnenbehälter (250g) zu klein: nee. Echt nicht. Selbst bei uns 4 Kaffeetrinkern muss ich nicht dauernd nachfüllen und selbst wenn – man kommt so leicht ran an die Sache, da ist das kein Aufwand.

-         kein wechselbarer Bohnenbehälter: okay, das ist ein Argument der „Profis“, bei denen daheim verschiedene Leute verschiedene Kaffeesorten bevorzugen. So große Kaffeekenner sind wir nicht, da gibt´s eine Sorte für alle und niemand hat ein Problem. Insofern nachvollziehbar, aber für uns kein Punkt für einen Abzug.



Meine Männer sagen einhellig: „Behalten! Keine Frage!“ Alles was ich toll finde, finden meine Mittester auch toll. Wo stehen wir dann? Bei einem zu vernachlässigendem halben Stern Abzug und Meckern auf ganz hohem Niveau, einen in meinen Augen tollen Preis-Leistungs-Verhältnis, einfacher Bedienung und wirklich leckeren Kaffeevariationen. 5 von 5 Sternen und meine Empfehlung!

Liebe Grüße
Eure Kerstin