Mittwoch, 17. Dezember 2014

POWER PRO UNO - MIT POWER ZU SAUBERKEIT

Hallo ihr Lieben,


meine letzte Produktvorstellung in diesem Jahr handelt von einem weiteren Testprodukt: bei den Konsumgöttinnen bekam ich die Möglichkeit, den Akkusauger PowerPro Uno von Philips gegen Pfand zu testen.
Ich besitze einen Staubsaugerroboter , einen Dyson Handstaubsauger und einen mickrigen und ungeliebten Bodenstaubsauger, trotzdem interessierte mich der Power Pro sehr: bei reiner Wohnfläche (ohne Bad/Kellerräume/Toiletten) verteilt auf drei Stockwerke gibt es viel zu Saugen, was der eine nicht kann, macht der andere und es ist auch schön, nicht dauernd ein Gerät die Treppen rauf und runter tragen zu müssen.
Sollte mich der Power Pro überzeugen, wäre er eine schöne Ergänzung, wenn nicht… dann ginge er eben zurück an den Absender. Was sagt dieser denn zu seinem kabellosen Gerät?

DER NEUE PHILIPS POWER PRO UNO





„bietet Ihnen gründliche Reinigungsergebnisse auf Hartböden und Teppichen. Die PowerCyclone-Technologie behält die hohe Saugleistung bei – für maximale Leistung. Die TriActive Turbo-Düse nimmt in einem Durchgang mehr Staub und Fussel auf.“

Okay, das kann jeder behaupten, dazu kommen noch klare Fakten:

• Akkuspannung: 25,2 V
•Batterietyp: Li-Ion
•Laufzeit: 50 Minuten
• Staubaufnahmekapazität: 0,6 l
• Eine Standarddüse: TriActive Turbo-Düse
•Produktgewicht: 2,9 kg
•Aufladezeit bei leerem Akku: 5 Stunden





BESTELLT, ERHALTEN

Und in nullkommanix zusammengebaut: der Staubsauger kam gut verpackt bei mir an und zunächst war ich etwas erstaunt, liegt er doch sozusagen zweigeteilt im Karton, Griff und das Unterteil nebeneinander nur durch das innen liegende Kabel verbunden. Man muss allerdings nur beides in eine Linie bringen, zusammenstecken und mit einer Feststellschraube fixieren, schon sieht das Teil wie ein Staubsauger aus.

Das Design ist recht ansprechend, auch wenn mir bei einem Staubi das Design relativ egal ist, ich kaufe so etwas ja nicht zu Deko. Dennoch, der mattschwarze Korpus und der durchsichtige Staubfangbehälter mit orangefarbenem oberer Innenteil machen einen modernen, eleganten und effizienten Eindruck.

Die Höhe des Power Pro ist nicht verstellbar, er verfügt über kein ausziehbares Rohr oder einen ausziehbaren Griff. Ein zu hohes Gerät kann man flacher und weiter von sich weg halten, vor allem wenn es wendig ist, ein zu niedriges würde mir Probleme machen, da ich beim Saugen einen Buckel machen müsste. Der Power Pro hat aber eine optimale Höhe, die auch einem großen Menschen wie mir rückenschonendes Arbeiten ermöglicht.

Zunächst lud ich den Neuankömmling einen Tag lang auf, das mitgelieferte Kabel wird an der Rückseite eingesteckt. Ebenfalls mitgeliefert wird eine Wandhalterung, die allerdings ziemlich mickrig aussieht und eigentlich nicht benötigt wird, steht der Power Pro doch sehr stabil in der Gegend herum, sei es angelehnt als auch frei im Raum.





LOS GEHT`S

Am nächsten Tag sammelte ich erste Eindrücke, die sich auch im Laufe der letzten Wochen bestätigten.
Besonders fasziniert mich die Wendigkeit des Staubis, man kann ihn locker und ohne Kraftaufwand
in alle Richtungen lenken, ob nun geradeaus oder in Schlangenlinien und um Kurven. Alles einhändig und problemlos auch mit Links (für Linkshänder: mit Rechts).

Da der Teil mit dem Staubbehälter relativ dick ist, kommt man nicht gerade unter Möbel, das Gelenk an der Bürste ist aber dermaßen leicht beweglich, so dass man ihn problemlos schräg halten kann und so gut unter Sofa oder nicht zu tiefe Schränke kommt.

Er ist extrem leise auf der "normalen" Stufe (der Power Pro verfügt über zwei Stufen), so dass ich am Anfang sogar gedacht habe, er ist irgendwie kaputt. Einen so leisen Staubsauger hatte ich noch nie. Auf der Powerstufe wird er natürlich lauter, aber immer noch auf dem Level eines normalen Bodenstaubsaugers.

Das Ladekabel ist erfreulich lang, so dass man den Uno nicht direkt an einer Steckdose parken muss,  sondern ihn auch ein Stück weit davon entfernt zum Aufladen stellen kann und so auf alle Fälle einen guten Platz findet, wo er nicht im Weg steht und das Auge stört.






VERSCHIEDENE BODENBELÄGE

sind bei uns zum Testen reichlich vorhanden. An Hartböden finden sich Stein, Laminat, Fliesen und Klickparkett. Um diese zu saugen reicht die einfache Leistungsstufe, die ja so schön leise ist absolut aus. Die rotierende Bürste zieht jeglichen Schmutz ein, wo er dann ruck zuck in den Behälter gesaugt wird, sogar an den Kanten der Wände.

Teppichboden findet man im obersten Stock und einzelne Vorleger mit höheren und ganz flachen Fasern im Wohnzimmer, Schlafzimmer und im Flur.
Die Flurvorleger sind etwas seltsam: obwohl ganz flach, halten sie doch Fussel irgendwie fest. Mit meinen anderen Saugern (außer dem Roboter) muss ich mehrfach darüber fahren, um sie sauber zu bekommen und dazu noch mit dem Fuß an der Kante festhalten, weil sie sonst verrutschen. Mit dem Power Pro gehe ich einmal darüber und es ist kein Fussel mehr zu sehen. Wirklich überzeugend und das bei einfacher Stufe.

Bei den Vorlegern mit höherem Flor im Schlafzimmer war ich noch überraschter, wie mühelos diese zu säubern sind, der Orientteppich im Wohnzimmer ist dagegen kein solcher Flusenfresser und wurde sowieso wunderbar sauber. Es empfiehlt sich allerdings, bei höherem Flor die Powerstufe per Knopfdruck unterhalb der Ein/Aus-Taste zuzuschalten: erstens wird so auch noch der feinste Staub herausgezogen, zweitens stellte ich fest, dass die vielen Katzenhaare in unserem Haushalt kombiniert mit Staubmullen und Krümeln bei einfacher Stufe mit der Zeit nicht mehr in den unteren Bereich des Auffangbehälters transportiert werden, wo sie eigentlich landen sollen, sondern im oberen verweilen. Was das Problem ist? Das erfahrt ihr jetzt im Kapitel





REINIGUNG

Es ist ja immer so eine Sache bei beutellosen Saugern: die Entleerung kann eine verflixt staubige Sache sein. Beim Power Pro muss man den Behälter heraus nehmen und mittig öffnen. Von meinem Dyson OnTop kenne ich es so, dass man an der Seite einen Hebel nach unten drückt, dadurch sich eine Klappe am Boden öffnet und alles nach unten heraus direkt in den Mülleimer fällt - das Ganze geht problemlos einhändig und ist sehr viel sauberer zu bewerkstelligen. Dieses System würde ich mir für den PowerPro auch wünschen. Im Prinzip ist es auch kein Problem, wenn man den Behälter in der Mitte auseinander machen muss, aber wenn ein Teil des Drecks im oberen Behälter verblieben ist, staubt und schmutzt es schon gewaltig. Außerdem geht da mit einer Hand gar nichts und es ist auch eine rechte Fummelei, die vier Teile des Behälters (untere Hälfte, obere Hälfte, ein Einsatz und ganz oben ein Schaumstoffilter) zwar nicht auseinander (was leicht geht), aber wieder zusammen zu puzzeln. Bis heute habe ich den Bogen noch nicht so ganz raus und brauche immer eine Weile, bis alles wieder passt.
Und wehe nicht: einmal war nicht alles ganz exakt verschlossen und ich wunderte mich, warum beim erneuten Saugen auf einmal eine Staubwolke seitlich aus dem Power Pro entwich.
 
Die Bürste lässt sich mit Zurückziehen zweier Tasten und Aufklappen der Randabdeckung leicht entnehmen, hin und wieder muss man herum gewickelte Haare, Fäden etc. entfernen, was gar kein Problem ist.

Den Filter wasche ich unter dem Hahn einfach aus und lasse ihn wieder trocken und auch die Behälterteile selber habe ich schon unter fließendem Wasser ausgespült, so dass sie wieder wie neu aussahen. Das geht ganz einfach und toll, aber für die Umständlichkeit beim Auseinander- und Zusammenbau ziehe ich einen Stern ab. Anders als für die 




KAPAZITÄT

Die bei Staubbehälter als auch beim Akku gleichermaßen überzeugend ist.

Ich habe noch nie 50 Minuten am Stück gesaugt und kann daher nicht beurteilen, ob die Herstellerangabe hier stimmt. Allerdings habe ich ein komplettes Stockwerk & den großen Flur einen Stock höher am Stück gesaugt, hatte keinerlei Saugverlust und hätte nach der Akkuanzeige noch ewig weitermachen können. Auch bei durchgehender Verwendung der Powerstufe, die natürlich mehr Kraft raubt, schaffe ich problemlos ein ganzes Stockwerk zu saugen, mehr will ich gar nicht. 




Beim Staubbehälter sieht man vorne eine MAX-Anzeige, ist diese überschritten sollte man eigentlich mit Saugkraftverlust rechnen. Ich sauge ohne darauf zu achten wie gesagt ein Stockwerk, danach ist er meist voll, wenn nicht übervoll, allerdings ohne jeglichen Saugkraftverlust. Ich finde es gut, dass ich nicht nach jedem Raum oder jedem zweiten zum Mülleimer rennen und mit der Entleerungsfummelei anfangen muss. Das relativiert diesen Nachteil dann auch wieder (der Stern bleibt trotzdem weg, weil´s eben auch einfacher ginge).

BEDIENUNGSANLEITUNGEN

mag ich nicht, den Staubi kann man aber sowieso intuitiv bedienen. Nur beim ersten Zusammenbau des Behälters kam ich nicht wirklich klar und zog die Anleitung zu Rate. Die ist ein Witz. Ich hasse es, dass Hersteller (nicht nur Philips, leider) dazu übergehen, keine Texte mehr zu schreiben sondern dem Verbraucher kleine Bilderrätsel vorsetzen. Mag sein, dass ich mich etwas doof angestellt hatte (hatte natürlich bei Auseinandernehmen auch nicht aufgepasst, um das Ganze dann einfach wieder rückwärts zu machen), aber die Anleitung war eben absolut keine Hilfe. Ich hab dann eben so lange gepuzzelt, bis ich alles wieder zusammen hatte. Sternabzug gibt es dafür nicht – Bedienungsanleitungen sollte man nicht überbewerten, zumindest der Kunde nicht, der Hersteller könnte sich da schon mal wieder auf alte Zeiten zurück besinnen, wo diese Dinger eine Hilfe waren.




TREPPEN

Einige Testerinnen jubeln, dass sie den Staubi so super für das Saugen von Treppen finden, wie er so leicht sei. Das kann ich nicht unterstreichen, ich empfinde ihn als relativ schwer und ich bin sicher kein „Hemmadle“, wie wir Schwaben zu einem schwächlich gebauten Menschen ohne Kraft sagen. Beim normalen Saugen fällt das nicht ins Gewicht, Treppen sauge ich problemlos damit aber nur von oben nach unten und so ist es unpraktisch, kann man doch so manche Stellen nicht richtig einsehen und übersieht gerne Staub. Den Uno von unten nach oben Treppe für Treppe anzuheben ist mir aber durch das Gewicht zu unbequem. Da ich zum Glück Steintreppen habe, bleibe ich lieber beim Besen.


KEIN ALLROUNDER

Leider ist der Power Pro nicht für alle Lebenslagen die Lösung. Die Bürste ist fest montiert, man hat kein Saugrohr: zwischen Möbel in Spalten zu gelangen, die schmaler sind als die Bürste ist dadurch unmöglich. Ganz zu schweigen natürlich von Sofaritzen oder Oberkanten von Bodenleisten . Auch über Kopf Spinnweben von der Decke zu saugen oder die Wände abzusaugen (was bei mir im Treppenhaus wegen eines furchtbar unpraktischen Rauputzes, an dem alles hängen bleibt nötig ist) ist unmöglich.

Als alleiniger Staubsauger würde mir der PowerPro daher leider nicht genügen, man braucht auf alle Fälle einen zweiten, zum Beispiel einen guten Handstaubsauger für diese Anwendung. Nicht jeder muss aber Wände absaugen, in kleinen Stadtwohnungen ist vermutlich auch das mit den Spinnweben nicht so extrem, so dass ein Staubwedel hier reicht, genauso kann man die Oberkanten der Leisten mit dem Staubwedel abstreifen. Einen Sternenabzug gebe ich hierfür also nicht, empfehle aber diese Dinge zu bedenken, wenn man sich eine Staubsaugeranschaffung überlegt. Man muss einfach wissen, was man will und braucht und dementsprechend entscheiden. Wer wenig bis keine schmalen Lücken zwischen Möbeln hat und nur Bodenflächen saugen will, wird mit der Leistung des Power Pro mehr als zufrieden sein.






FAZIT

Ich bin mit dem Philips PowerPro Uno absolut zufrieden. Uno übrigens deswegen, weil es ihn auch noch in einer Duo-Variante gibt, bei der man den Staubbehälter quasi als Handstaubsauger herausnehmen kann. Da ich dafür aber meinen tollen Dyson habe, hat mich diese nicht interessiert.
Für den Uno müsste ich bei Philips 219,99 Euro, im Handel (Internet) ab 189 Euro bezahlen. Er stellt bei mir eine hervorragende Ergänzung zu meinem Fuhrpark dar und schmeißt den einfachen Bodenstaubsauger aus dem Rennen (zumal ich nichts mehr hinter mir her ziehen mag, da ist der Power Pro schon sehr viel leichter zu handhaben). Für die 109 Euro Pfand behalte ich ihn auf alle Fälle, ich muss sagen, er wäre mir auch den Handelspreis wert – die Preis-Leistung stimmt für mich.

4 von 5 Sternen und meine Empfehlung

Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit
Eure Kerstin