Donnerstag, 7. August 2014

OMMMM...

...ron. ;-)

Hallo ihr Lieben,



nein, ich bin nicht unter die Buddhisten gegangen oder seit neuestem Hindu, auch wenn diese heilige Silbe durchaus etwas zum Thema dieses Berichtes beitragen kann. Es geht nämlich um den Blutdruck, der bei einem gesunden, relaxten Menschen nicht zu hoch ist. Zu hoher Blutdruck ist ungesund, also: cool bleiben, sich nicht aufregen… ommmm….

Ich durfte für die Blutdruckscouts das Blutdruckmessgerät OMRON M500 testen und möchte euch dieses zum Abschluss nach ein paar Wochen vorstellen. Ich habe mich sehr gefreut, bei diesem Test dabei sein zu dürfen, da unser altes Messgerät so langsam den Geist auf gibt – doch wozu braucht man überhaupt daheim so ein Gerät? Ist das wirklich notwendig? Auf was sollte man achten?

Kompakt verpackt


MEIN BLUT MACHT DRUCK

Und eures hoffentlich auch, denn ohne Blutdruck ist man tot. Bei dauerhaft zu hohem (arterieller Hypertonie) kann man allerdings auch ganz schnell in diesen Zustand geraten, denn er birgt diverse Gefahren für Gefäße und Organe wie Gehirn, Herz, Nieren oder Augen.

Auf dieser Seite hier - KLICK -  habe ich eine gute Erklärung dafür gefunden, was bei Hypertonie passiert, die ich einfach so übernehme – besser kann ich es auch nicht ausdrücken:

„Wenn das Blut dauerhaft mit zu hohem Druck durch den Körper gepresst wird, weiten sich die Gefäße, damit ausreichend Blut im Körper zirkulieren kann. Allerdings fließt das Blut dann nicht mehr gleichmäßig, sondern beginnt, in den Gefäßerweiterungen zu strudeln. Diese Strudel oder Verwirbelungen führen dazu, dass sich an den Gefäßwänden Blutfette ablagern und damit immer größere Fettansammlungen entstehen. Die Folge: Arterienverkalkung (med. Arteriosklerose). Die Gefäße werden durch die Ablagerungen verengt. Dadurch wird der Druck vor den Engstellen immer stärker, während dahinter zu wenig sauerstoffreiches Blut ankommt: Es „staut“ sich.
Die Folgen sind fatal:

Die Durchblutungsstörungen können zu Sauerstoffunterversorgung und massiven Organschädigungen führen. Für den Herzmuskel bedeuten diese Staus eine enorme Anstrengung, denn er muss stärker pumpen um Zellen und Organe mit ausreichend Blut zu versorgen. Durch die Verwirbelungen und den Druck vor der Verengung besteht die Gefahr, dass sich Gerinnsel lösen, die in Richtung Gehirn und Herz geschwemmt werden und einen Infarkt auslösen können.
Zu den gefährlichsten Folgeerkrankungen von Bluthochdruck gehören entsprechend Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder Nierenversagen.“

OMRON M500



WAS GEHT DAS MICH AN?


Eigentlich eher wenig. Ich habe bis heute im Normalfall einen perfekten Blutdruck, mein Vater ist mit seinen 79 Jahren mittlerweile ziemlich klapprig, aber der Blutdruck ist wie bei einem jungen Mann. Als meine Mama und mein Stiefvater Anfang 60 wurden, hatten beide mit hohem Blutdruck zu kämpfen, was mich aber wenig berührte und schon gar nicht zum Kauf eines Messgeräts animierte.

Doch dann erkrankte mein Mann – sportlich, schlank, gesund ernährt – an Diabetes Typ II und verschleppte intelligenterweise vor drei Jahren eine Grippe, was zu einer Herzmuskelentzündung führte. Der eindrückliche Rat des Doktors anschließend war, sich ein Messgerät anzuschaffen und zumindest ein paar Monate lang einmal täglich den Blutdruck zu messen. Das war der Punkt, an dem wir uns ein Blutdruckmessgerät anschafften, zunächst ein Handgelenksmessgerät.


Unser altes Hangelenkgerät - Display hinüber



OMRON M500


Wie gesagt gibt dieses so langsam den Geist auf, das Display funktioniert nicht mehr so richtig und zeigt manche Stricke nicht mehr an. Von vornherein waren darauf sowieso nur die Werte zu sehen, das OMRON hat da einen entscheidenden Vorteil: neben den Werten in Zahlen auf dem Display sieht man nämlich auch links anhand von zwei Lämpchen, ob die Werte okay sind: leuchten sie grün, ist alles bestens, bei rot muss man schauen, in wie weit der Wert zu hoch oder zu niedrig ist.

Der systolische (obere) Wert sollte 139 mmHg nicht übersteigen, der diastolische (untere) nicht über 89 mmHg gehen. Von Bluthochdruck spricht man, wenn auch in Ruhephasen regelmäßig ein systolischer Wert von 140 mmHg, sowie ein diastolischer Wert von 90 mmHg messbar ist. In höherem Alter darf der Blutdruck grundsätzlich etwas höher sein als 120/80 mmHg. Er sollte aber dennoch nicht die Grenzwerte von 140/90 mmHg überschreiten.


Rot = zu hoch



OBERARMMANSCHETTE


Das Omron M500 wird mit einer Oberarmmanschette angelegt. Das war für uns zunächst eine Umstellung, es geht schneller, ein Handgelenksmessgerät anzulegen, unter anderem auch da man keinen Ärmel hochkrempeln muss. Jetzt im Sommer ist das aber kein großer Umstand und im Winter kann man ja morgens oder abends während des Umziehens messen, wenn man es täglich machen muss. Anzulegen ist die Manschette ziemlich leicht, ca. 2cm oberhalb des Ellbogens. Man muss nur darauf achten, dass der abgehenden Luftschlauch nach unten weg geht und nicht nach oben, um dann eine Kurve nach unten zu beschreiben.

Ob Oberarm oder Handgelenk macht nach Aussagen meiner Frauenärztin bei richtiger Verwendung keinen Unterschied in Hinblick auf die Messgenauigkeit. Allerdings ist eine Oberarmmanschette bequemer, da man den Arm locker ablegen kann. Bei Handgelenksgeräten muss man den Arm nämlich anwinkelt halten, um das Gerät auf Höhe des Herzens zu bringen, ansonsten können die Werte ungenau sein. Da ziehe ich nach Verwendung beider Arten nun doch die Oberarmmanschette vor.

Ist die Manschette richtig angelegt, erscheint unterhalb des Displays des OMRON ein grünes „OK“. Das ist schön, kann man sich so doch sicher sein, das Teil richtig angelegt zu haben und so auch korrekte Werte zu erhalten. Allerdings habe ich zur Probe die Manschette einmal bewusst falsch, nämlich genau um den Ellbogen herum gelegt und trotzdem ein „OK“ bekommen. Seither bin ich etwas skeptisch: ist es etwa doch nicht so wichtig, wo genau ich die Manschette platziere oder sagt das Teil einfach immer „ist in Ordnung so?“  Am Unterarm oder bei zu lockerem Anlegen meldet das Display „Error“ und gibt gar keine Werte aus, da weiß man dann sicher, dass man was falsch gemacht hat.

Ich habe sehr dünne Oberarme, von einem Standmessgerät auf einer Verbrauchermesse vor einigen Jahren konnte mein Blutdruck gar nicht gemessen werden, weil Kinderarme dafür zu dünn waren. Mit dem Omron ist das Messen kein Problem, auch bei meinem Mann und meinem Sohn funktioniert es, wobei die beide auch keine dicken Arme haben. Ich denke, dass auch etwas korpulentere Personen mit dickeren Armen die Manschette richtig anlegen können, bei XXXL wird sie aber vermutlich an ihre Grenzen stoßen.

Noch kurz etwas zum Druck der aufgepumpten Manschette: Sohnemann meinte, das wäre ganz schön heftig. Es war allerdings auch das erste Mal, dass er den Blutdruck am Oberarm gemessen hatte – natürlich ist da ein Druck, der nicht superangenehm ist, aber auch absolut nicht schmerzhaft. Wer unter euch schon irgendwann einmal im Krankenhaus oder beim Arzt den Blutdruck gemessen bekommen hat weiß, dass da keine blauen Flecken zurück bleiben und man keine Betäubung braucht, um das auszuhalten ;-) 

Bestens :-)



GESPEICHERT


Zur Inbetriebnahme legt man AA-Batterien ein und steckt den Schlauch der Manschette links am Gerät ein. Von zwei Personen können bis zu 100 gemessene Werte gespeichert werden, um bei Bedarf einen Überblick des Verlaufs zu haben (interessant zum Beispiel, wenn man Tabletten gegen Hochdruck einnimmt und die richtige Dosis einstellen muss). Mit dem Schieber links unten sollte man vor der Messung die gewünschte Person (1 oder 2) wählen. Aus den gespeicherten Daten kann man bei Bedarf auch die morgendlichen und abendlichen wöchentlichen Mittelwerte abrufen. Ich finde das nicht schlecht, so kann man Spitzen, die durch äußere Umstände (eine Fete mit Alkohol, ungewohnter Stress an einem Tag, mehr Kaffee als sonst) auftreten relativieren.

Bei uns haben drei Personen gemessen, mein Sohn musste den Gast spielen. Für Gastmessungen drückt man nicht nur kurz auf die Starttaste, sondern bleibt auf dieser, bis die Uhrzeit ganz oben im Display verschwindet. Die so erhaltenen Werte werden dann nicht gespeichert.

Alles richtig gemacht




PULS


Der Puls ist bei einem Blutdruckmessgerät in Heimverwendung sekundär, wird allerdings auch angezeigt. Ein normaler Ruhepuls sollte beim erwachsenen Menschen zwischen 60 – 80, bei Senioren zwischen 80 – 85 Schlägen pro Minute liegen. Frauen haben meist höhere Pulswerte als Männer, Leistungssportler deutlich niedrigere. Bei über 120 Pulsschlägen wird es gefährlich, hierfür kann es krankhafte Ursachen geben. Bei 150 Pulsschlägen ist der Notarzt zu rufen. Da braucht man dann aber kein Blutdruckmessgerät mehr, das merkt der Betroffene auch so, dass etwas nicht stimmt.

Interessant ist beim OMRON, dass es neben den Pulswerten auch anzeigt, wenn der Puls zu unregelmäßig ist, was man ja nicht unbedingt selber merkt. Bei uns ist diese Warnanzeige zum Glück nie aufgetreten.


Error - nicht korrekt angelegt, nicht messbar



GUT VERSTAUT


Zunächst kam mir das OMRON riesig vor: der Kasten mit dem Display ist schon größer als mein Hangelenkgerät komplett und dazu kommt noch die Manschette mit dem Schlauch. Beides zusammen ist dann aber incl. der Bedienungsanleitung ganz toll in der dazugehörigen Tasche verstaubar und passt so sehr kompakt auf die Ablage unter meinem Wonzimmertisch - immer griffbereit und doch nicht umständlich und im Weg.

Zu Reinigen gibt es nicht viel: das gut ablesbare Display tatscht man ja nicht an, es spiegelt auch nicht so, dass man jeden Fingerabdruck sehen würde, auch nicht auf dem schwarzen Gehäuse und den Tasten bzw. dem Schieber. Ich hab´s noch nie abgewischt und es sieht immer noch aus wie neu und ungebraucht.

Bedienungsanleitung



NICHT VERRÜCKT MACHEN


Meine ganz ehrliche Meinung: kaum jemand braucht ein Blutdruckmessgerät daheim. Junge gesunde Leute sowieso nicht und auch Ü40ger, bei denen keine ungewöhnlichen Gesundheitsprobleme aufgetreten sind, sollten sich nicht daheim mit so einem Teil verrückt machen. Selbst mein Mann, dessen leichter Diabetes nie mehr weg gehen wird und der immer noch eine Tablette für sein Herz täglich nehmen muss, misst vom Arzt abgesegnet nur noch sporadisch seinen Blutdruck.

Wichtig ist vor allem, in sich hinein zu horchen. In meiner ersten Schwangerschaft war eine Bekannte in meinem Vorbereitungskurs, die vor lauter Arzthorror bei jeder Untersuchung einen exorbitant hohen Blutdruck hatte – der Doktor gab ihr dann immer eine blutdrucksenkende Tablette, die sie brav einnahm. Nur um daheim dann einen viel zu niedrigen Blutdruck zu haben, den sie mit einem Glas Sekt wieder hoch pushte. Wie gesund ist das denn, sowohl für sie als auch für das Ungeborene???

Die Mutter meiner Freundin hatte vor einem halben Jahr einen ganz leichten Schlaganfall, von dem sie keine Einschränkungen zurück behalten hat. Sinnvoll ist es da sicher, den Blutdruck im Blick zu behalten. Sie misst nun aber mindestens zehnmal am Tag – das ist nicht mehr sinnvoll, wenn auch vielleicht von der Psyche her verständlich.

Ich selber habe vor einigen Tagen nach dem Staubsaugen gemessen, mich mit meinem Sohn nebenbei unterhalten, gelacht… und rote Lichtlein erhalten – zu hoch. Also habe ich kurz inne gehalten – ommmm… - nochmal gemessen und hatte beste Werte. Dann gleich nochmal: noch niedriger. Nochmal: noch niedriger. Und nochmal…. Wenn man den Arm lange genug abquetscht, hat man am Ende einen zu niedrigen Blutdruck. Alles ist manipulierbar ;-)

Nach diesem Test werde ich nur noch messen, wenn es meinen Kreislauf zerbröselt und mir schwindelig wird. Entweder habe ich dann zu wenig gegessen oder es ist das Wetter oder mein Blutdruck ist zu niedrig: die beste Ausrede, schon am Vormittag ein Gläschen Sekt zu genießen *g*

Wirklich verständliche Beschreibungen



FAZIT


Ich habe euch diesmal viel zum Thema Bluthochdruck und Messung allgemein erzählt und nicht hauptsächlich zum Gerät selber. Die Bedienungsanleitung ist so super aufgebaut und informativ, dass ich da wirklich nicht mehr zur Handhabung sagen muss, außer dass sie echt einfach ist. Und das Thema war mir in Hinblick auf meine eigenen allgemeinen Erfahrungen neben der einfachen Gerätebeschreibung einfach auch sehr wichtig - genau deswegen hatte ich mich auf den Test beworben. Ich hoffe, ihr verzeiht es mir.



Interessanterweise gab mein Handgelenkgerät mit dem halblebigen Display, an dessen Genauigkeit ich deswegen gezweifelt hatte im direkten Vergleich immer die gleichen Werte aus wie das OMRON. Es scheinen also beide genau zu sein, wobei ich mittlerweile Fan der Oberarmmanschette bin, einfach weil man da den Arm locker liegen lassen kann.
Ein großes Plus sehe ich in der Anzeige von Puls (vor allem bei Unregelmäßigkeiten) und überschrittenen Werten.

Im Netz erhält man das OMRON M500 in seriösen Shops wie z.B. der shop-apotheke für ca. 49 Euro (UVP 69,95 €), was ich für gerechtfertigt halte. Da es sich wie immer öfter um einen „Pfand-Test“ handelt (d.h. man bekommt das Testprodukt nicht gratis, sondern hinterlegt ein Pfand ca. in Höhe des halben UVP, das man zurück bekommt, wenn man das Produkt nicht behalten möchte), war für mich natürlich die Frage: behalte ich es? Eindeutig: Ja!

Weitere Infos über das Gerät, das von der Deutschen Hochdruckliga mit dem Prüfsiegel für Messgenauigkeit ausgezeichnet wurde hier bei Omron: KLICK

Im Übrigen kann man das Omron M500 60 Tage lang testen und bei Nichtgefallen zurück schicken und den vollen Kaufpreis zurück erhalten: KLICK

Aufgeräumt



Abschließend meine Bewertung: Wer keinen Bedarf hat, dem ist ein solches Gerät sowieso egal. Wer aber hin und wieder bis hin zu regelmäßig seinen Blutdruck überprüfen will oder muss, dem sei das OMRON M500 mit allen fünf von 5 Sternen empfohlen.

Liebe Grüße
Eure Kerstin