Samstag, 22. Juli 2017

HUAWEI P8 LITE 2017 - ERSTE SMARTE EINDRÜCKE



Hallo ihr Lieben,

manche von euch haben es vielleicht schon durch meine Ankündigung auf Facebook mitbekommen: ich bin eine der Auserwählten, die bei den Insidern ein Smartphone, nämlich das aktuelle Mittelklasse-Smartphone (UVP 240 Euro) P8 Lite 2017 von HUAWEI testen dürfen. Nach einer langen Durststrecke ohne Zusagen zu einem spannenden Produkttest ist das natürlich der Hammer, ich habe mich sehr gefreut und werde mich der Sache intensiv widmen… und euch natürlich von meinen Erfahrungen und Einschätzungen berichten. Dabei werde ich als Technik-Fan mit Smartphone-Erfahrung (derzeit habe ich ein LG G5), aber dennoch Laie nicht mit Fachbegriffen um mich schmeißen, sondern den alltäglichen Gebrauch mit „Otto-Normalverbraucher-Worten“ kommentieren. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne – Fachartikel gibt es im Netz durchaus genug.



Als Allererstes fällt einem beim Unboxing natürlich eine Sache auf, die man auch sofort bewerten kann:

DIE OPTIK

Das P8 Lite 2017 (ab sofort nenne ich es nur noch P8. Ihr wisst ja nun, um was genau es geht) gibt es in Schwarz, Gold und Weiß. Ich habe es in Schwarz erhalten, nicht unbedingt meine favorisierte Farbe, aber ich muss sagen, dass es doch recht schick aussieht. Das P8 hat einen Aluminium-Rahmen, auf der Rückseite wurde Glas verbaut. Dadurch glänzt es sehr schön, zieht allerdings leider auch Fussel recht gut an. Die Kanten sind abgerundet, das Gehäuse ist mit 7,6mm schön flach, das P8 liegt trotz seiner Größe (14,7 X 7,3cm, Display 5,2 Zoll) sehr gut in der Hand. 



Wer seither ein kleineres Handy aus den diversen Mini-Versionen verschiedener Hersteller hatte, dem wird das P8 riesig vorkommen. Ich bin die Größe durch mein LG G5 bereits gewohnt, das sogar (unwesentlich) größer ist. Insgesamt gefällt mir die Optik des P8 ausgesprochen gut, es wirkt sehr elegant.

ZUBEHÖR

An Zubehör wird in der schicken Schachtel das Nötige mitgeliefert. In der Seite der Zubehörverpackung steckt eine kleine Klammer, mit der man den SIM- und Speicherkartenslot aufdrücken kann. Neben Garantiekarte und Schnellanleitung gibt es zudem ein Micro-USB-Ladekabel mitsamt Netzstecker und einen Kopfhörer.



Bei dem Ladekabel handelt es leider nicht um ein Schnellladekabel (wie lange das Laden braucht, wird noch zu prüfen sein), gut finde ich aber, dass HUAWEI keine speziellen Anschlüsse verbaut und man so mit dem üblichen Micro-USB zurecht kommt. Gerade wenn ich in Urlaub fahre hasse ich es, dass ich für mein LG G5 immer ein extra Kabel mitnehmen muss. Wie viel praktischer ist es doch, wenn man einfach für verschiedene Geräte (Tablet, Kindle...) einfach ein Micro-USB-Kabel mitnehmen und verwenden kann.

Der Kopfhörer ist nicht der Brüller, ein ganz einfaches In-Ear-Teil ohne Polsterung, vom Sound her aber erstaunlich okay. 
 

DIE EINRICHTUNG

ging ratfatz – anschalten, Sprache wählen, SIM- und MicroSD-Karte einlegen und sich an den weiteren Anweisungen entlanghangeln war kein Problem. Selbst wenn man noch nie ein Smartphone in den Händen gehalten hat, dürfte man damit keine Schwierigkeiten haben. Die WLAN-Verbindung ließ sich dabei ebenso problemlos herstellen wie das Einloggen in ein bereits bestehendes Googlekonto, als Smartphoneschutz wählte ich die PIN-Eingabe (alternativ geht auch „Muster“ oder „Passwort).
Während des Verlaufs wird angeboten, das P8 entweder als neues Smartphone einzurichten oder Daten vom alten Smartphone (so man eines hat) zu übernehmen. Da meine Kontakte und Apps im Googlekonto gespeichert sind, wurden sie von dort aus übertragen. Geht das nicht, bietet das P8 die Nutzung eines Programms namens „Phone Clone“ an. Dieses habe ich allerdings nicht getestet und kann euch daher nichts über die Funktionalität und Vorgehensweise erzählen. 



Nachdem mein P8 fertig eingerichtet war, widmete ich mein Augenmerk dem

DISPLAY

Hier handelt es sich um ein Full HD-Display, der Unterschied zum HD-Display meines LG ist bemerkenswert, hätte ich so nicht erwartet. Bilder und Symbole erscheinen messerscharf, die Farben leuchten geradezu. Dadurch ist das Display ausgesprochen gut abzulesen, selbst im Sonnenlicht. Die automatische Anpassung der Helligkeit kann man deaktivieren und manuelle Veränderungen vornehmen, was ich allerdings nicht als sinnvoll empfinde, funktioniert die Automatik doch sehr gut.
Bilder und Videos anzuschauen ist beim P8 das reinste Vergnügen. Auch wenn ich bereits bei meinem LG G5 durchaus zufrieden war, es geht halt doch noch besser.

Kein Screenshot, sondern das Display im Dunklen


Bevor ich zum Ende komme, möchte ich euch noch ein letztes Schmankerl vorstellen, das mich schon jetzt begeistert:

DER FINGERPRINTSENSOR

Hätte man mich noch vor einer Woche gefragt, was ich davon halte, hätte ich „Brauch ich nicht“ gesagt, obwohl mein LG ebenfalls einen solchen hat, den ich aber nie nutzte. Bei einem Test probiert man ja aber alles aus udn das P8 hat mich in nullkommanichts vom Gegenteil überzeugt, denn dieser Sensor ist mehr als praktisch.




Fingerprintsensor im rückwärtigen oberen Bereich





Eingerichtet ist er schnell und einfach: man wird aufgefordert, einen Finger auf den Sensor zu legen, damit er eingescannt werden kann. Nach jeder Speicherung ertönt ein Signal, das Ganze wird so oft in verschiedenen Haltungen wiederholt, bis der ganze Fingerabdruck gescannt ist.
Möchte man nun den gesperrten Bildschirm entsperren, muss man nicht mehr umständlich die PIN (das Muster, Passwort) eingeben, sondern legt einfach den Finger hinten auf den Sensor. Dieser liegt an einer Stelle, die beim ganz normalen Halten des Smartphones bequem zu erreichen ist. So kann man zum Beispiel bei einem Anruf den Bildschirm bereits beim Herausholen aus der Tasche ganz nebenbei entsperren.

Als Rechtshänder wird man wohl den linken Zeigefinger wählen, so habe auch ich es gemacht. Nun sollte man aber auch immer diesen verwenden, als ich das Smartphone einmal ausnahmsweise in der rechten Hand hielt und daher den rechten Finger auflegte, wurde mir der Zugriff verweigert. Und hier ist es genauso wie bei einer PIN-Eingabe: zu oft sollte man diesen Fehler nicht machen, damit das Handy nicht gesperrt wird. Ist aber auch eher unwahrscheinlich 😉

Für den Fall, dass man sich den Finger verletzt und ein dickes Pflaster draufkleben muss, muss man sich keine Sorgen machen. Man muss nicht auf sein Smartphone verzichten, bis der Finger wieder heil ist, denn alternativ lässt sich der Bildschirm natürlich immer noch per PIN & Co. entsperren.

Nun würde mich das Ganze aber nicht dermaßen begeistern, wäre der Fingerprintsensor nur zu diesem Zweck geeignet. Er lässt sich zudem für das Auslösen der Kamera einsetzen und das ist für mich ein absolutes Highlight. Vor allem bei Selfies, aber auch sonst beim Fotografieren mit dem Handy tu ich mir immer ziemlich schwer, den Auslöser an der unteren Kante des Handys zu drücken, ohne alles zu verwackeln. Der Auslöser an dieser Stelle ist einfach unbequem und unpraktisch, vor allem, wenn man mit einer Hand knipsen will. Ganz anders ist das beim Fingerprintsensor, der Zeigefinger liegt beim üblichen Halten des Smartphones sowieso gleich daneben und so knipst man einhändig Selfies ganz ohne Verrenkungen. 



SO VIEL

noch zu entdecken und so viel für heute. Wer Lust hat, kann sich nun noch mein kleines Youtube-Video zum Thema anschauen.



Ansonsten hoffe ich, dass euch diese erste Einführung gefallen und neugierig auf mehr gemacht hat. Begleitet mich doch in den nächsten Wochen bei diesem interessanten Projekt, ich würde mich freuen.

Liebe Grüße

Eure Kerstin






Montag, 17. Juli 2017

HOTEL RIVA KONSTANZ - EINMAL IM LUXUS SCHWELGEN





Hallo ihr Lieben,

letztes Jahr erhielt ich von den Konsumgöttinnen für meinen Einsatz bei einem Produkttest einen Wertgutschein für ein Wochenende für zwei Personen im 5-Sterne-Hotel Riva in Konstanz über 500 Euro. Dass diese bei Weitem kein solches Wochenende dort abdecken würden, war beim Betrachten der Hotelwebseite schnell klar. Aber es handelte sich immerhin um ein nettes Startguthaben und so buchten wir für das Wochenende vom 7. – 9. Juli ein Doppelzimmer Superior mit Seeblick inklusive Frühstück. 



Das Ganze war wirklich ein Erlebnis, das ich euch nicht vorenthalten möchte. Spannend war bereits

DIE ANREISE

Allerdings eher im negativen Sinne. Bisher führten uns unsere Reisen mit dem Auto immer viel auf Autobahnen zum Ziel, hier lotste uns das Navi den größten Teil der 3-stündige Anfahrt über Landstraßen. Die Fähre schlossen wir aus (diese Strecke hätte über Meersburg geführt), genauso wenig wollten wir die Schweiz durchqueren. Beides wäre aber vielleicht die bessere Wahl gewesen, denn kurz vor Überlingen sollten wir in einem großen Kreisel auf eine Straße abbiegen, die schlicht und einfach nicht mehr existierte und einer großen Baustelle nebst riesigem Brachland gewichen war. Da Konstanz in dieser Gegend auch noch nicht angeschrieben war, irrten wir eine halbe Stunde herum, bis wir wieder auf der richtigen Spur waren.



Verflucht seien die hunderte von Baustellen, die derzeit in deutschen Landen wie Pilze aus dem Boden schießen. Denn auch in Konstanz direkt wurde uns eine solche zum Verhängnis: die alte Mainbrücke, eine ausgesprochen relevante Hauptverkehrsstraße, war wegen einer Baustelle gesperrt und unser Navi dadurch wieder mehr als irritiert. Die Verkehrsführung in der Konstanzer Innenstadt ist für Nichtkenner leider auch sehr konfus und geprägt durch Einbahnstraßen und Straßen, die rein für Radfahrer gedacht sind. So landeten wir weit entfernt vom Hotel in einem Gässchen, in dem es für unseren dicken Galaxy nicht mehr vorwärtsging, mein Mann beim Wendeversuch über einen winzigen Hof die Abdeckung des Seitenspiegels grob entfernte und aus dem wir nur mit Hilfe eines freundlichen, im Herausleiten sehr geschickten Passanten wieder herauskamen. Die Nerven lagen also schon mal ein wenig blank, als kurz vor der Schweizer Grenze ein weiterer Konstanzer uns endlich den richtigen Weg weisen konnte.

Das Hotel Riva - eine gelungene Kombination von Neubau und alter Villa - liegt von der Adresse her an der Seestraße (Hausnummer 25), die jedoch für Autos gesperrt ist, die Anfahrt erfolgt über die Kamorstraße. Und über diese landeten wir schließlich doch noch glücklich vor dem Hotel, bereit zum

CHECK-IN

der ab 15 Uhr erfolgen kann. Das Auto wurde von einem freundlichen Mitarbeiter in Empfang genommen und je nach Wunsch in der hauseigenen Tiefgarage (für 15 Euro pro Tag) oder auf einem Kiesparkplatz (kostenfrei) neben dem Hotel geparkt. Als ich später zu einem Fenster auf diesen Parkplatz schaute, musste ich lachen: Porsche, Porsche, Daimler, rostiger Ford Galaxy mit kaputtem Spiegel, Porsche… Bewundernswert, dass der Hotelmitarbeiter nicht mit der Wimper zuckte, als er in unsere Uralt-Familienkutsche stieg.



Das Gepäck wird selbstverständlich nach oben gebracht, auch wenn es sich bei unserem lediglich um zwei Weekender-Taschen handelte. An der Rezeption ging es mit einem netten Lächeln und einem kühlen feuchten Tuch weiter, das bei der herrschenden Affenhitze gut tat. Anschließend wurden wir unter Erklärung der diversen Räumlichkeiten, Restaurantzeiten etc. in den dritten Stock geführt, zu unserem

ZIMMER

Das Zimmer ist wirklich schön, angenehm groß und hell, dezent-elegant eingerichtet blitzsauber und dank einer extrem leisen Klimaanlage angenehm temperiert. An der Tür (mit Karte zu öffnen, was ja heutzutage normal ist) befinden sich links an der Wand zwei Tasten, mit denen man „nicht stören“ beziehungsweise eine Nachricht, dass das Zimmer gereinigt werden soll aktivieren kann. Dahinter geht es nach rechts in die separate Toilette, vor deren Tür sich der Kleiderschrank befindet, nach rechts in das großzügige, ebenfalls blitzsaubere Bad, dem ich später noch ein paar Worte widmen möchte.  



Das große Doppel-Boxspringbett ist ausgesprochen bequem und mit je zwei Kissen und einer angenehm fluffig-leichten Bettdecke bestückt. Gegenüber befinden sich eine Sitzecke mit zwei Sesseln und Tischchen, auf der rechten Seite ein Schreibtisch und die Minibar. Letztere ist mit je zwei Flaschen Cola und Bier, sowie drei Fläschchen Wasser bestückt, wird jeden Tag aufgefüllt und ist kostenfrei zu nutzen. Schade nur, dass nicht auch ein Piccolo oder Weinfläschchen enthalten ist.

Über dem Schreibtisch findet man den Fernseher flach an der Wand. Beim abendlichen Turndown-Service, bei dem das Zimmer für die Nachtruhe des Gastes zurechtgemacht wird, wird dieser Fernseher in Richtung Bett herausgeschwungen. Leider habe ich versäumt, ihn zu testen, da wir in Hotels nie fernsehen, ich gehe aber mal davon aus, dass er funktioniert. 



Witzig finde ich, dass Schränke in den meisten Hotels zu klein sind, so auch hier. Hinter einer Schiebetür befanden sich Stangen, links hingen zwei Bademäntel, recht gerade mal ausreichend Bügel für meine mitgebrachten Kleider. Auf der anderen Seite gab es Fächer, von denen eines bereits mit dem kostenlos zu nutzenden Safe belegt war. Für ein Wochenende reicht es, wenn ich aber daran denke, dass es Familien gibt, die eine Woche im Riva urlauben und zwar solche Familien, die sich in einem 5-Sterne-Hotel mehrfach am Tag umziehen, dann frage ich mich, wo die ihre Garderobe unterbringen wollen. Wir deponierten unsere Taschen auf der langen Bank am Fußende des Bettes, mein Mann lebte wie so oft aus dem Koffer.



Auf dem geräumigen Balkon kann man es sich entweder auf der hochwertigen Liege mit dicker Auflage oder auf einem der beiden Stühle am Bistrotisch bequem machen. Der Blick geht zwar leider nicht direkt auf den See hinaus, aber seitlich kann man ein wenig davon erhaschen. Auf dem Tisch steht ein Aschenbecher, hier ist auch in diesem Nichtraucher-Hotel das Rauchen gestattet (wer es sich im Zimmer nicht verkneift, darf 180 Euro Reinigungskosten löhnen). Bei dem Traumwetter, das wir am ersten Abend hatten, hätte ich den Balkon am liebsten gar nicht mehr verlassen, lediglich der Sichtschutz zum Nachbarn hin dürfte für meinen Geschmack etwas dichter sein.



Zurück zum

BAD

Das Bad war wirklich ein Traum. Geräumig, stilvoll eingerichtet mit einem großen Designwaschtisch, zwei Haken (für meinen Kulturbeutel und den obligatorischen Wäschesack für getragene Unterwäsche), einem Kosmetikspiegel, einem Föhn in einer der Schubladen und zwei großen Stangen für die weichen großen Badetücher war alles vorhanden, was Frau so braucht. Die Kosmetikartikel (Shampoo, Bodylotion, Duschgel, Duschhaube, Wattestäbchen und Abschminkpads – leider kein Conditioner) waren von der hochwertigen Marke L´Occitane.
Der absolute Knaller war aber die riesige ebenerdige Duschkabine mit einer Regendusche, die diesen Namen wirklich verdient. So einen großen Duschkopf an der Decke habe ich noch in keinem Hotel gesehen, ich hätte Stunden darunter verbringen können. 



Angenehm empfand ich es auch, dass sich wie schon erwähnt die Toilette in einem separaten Raum befindet. Ebenso angenehm ist die Höhe, in der diese angebracht ist… okay, normalerweise ist das kein Thema,
aber ihr kennt sicher das Gefühl bei manchen niedrig angebrachten Toiletten, dass einem der A… auf Grundeis geht. Themawechsel… 😉




RESTAURANT & BAR

Nach einem erfrischenden Bierchen auf dem Balkon war es auch schon fast Zeit für das Abendessen. Das Riva verfügt über zwei Restaurants, das „Seerestaurant Riva“ und das 2-Sterne-Restaurant „Ophelia“. Wir hatten bei der Buchung für beide Abende für das Riva reservieren lassen, wobei ich mir schon überlegte, ob wir am zweiten Abend nicht das Ophelia besuchen sollten. Nachdem ich allerdings die Preise im Riva gesehen hatte, wollte ich das Ophelia nicht mehr kennenlernen, zwei Sterne hin oder her.



Das Wetter ließ es am ersten Abend zu, dass wir einen Platz auf der großflächigen Terrasse bekamen, die fast bis an die Seestraße reicht. Zu unserem Glück saßen wir dann auch ganz vorne und hatten so den besten Blick auf die herrlichen Platanen entlang der Straße und den See. Mir war nach einem schönen Glas Rosé und da bekam ich den ersten Schock: kein Glas Wein kostet hier unter 12 Euro und dabei handelt es sich nicht einmal um ein „Viertele“, sondern nur um 0,2l. Dagegen war das Pils vom Fass meines Mannes mit 4 Euro geradezu ein Schnäppchen. Augen zu und durch, der Rosé vom badischen Weingut Kress schmeckte hervorragend. Ich habe mal nachgesehen, was eine Flasche im Einkauf kostet und festgestellt, dass dieser Wein mit 10,80 Euro gar nicht mal so teuer ist. Nun ja, an den Getränken verdient der Wirt am Meisten, wie man weiß.



Die Speisekarte ist klein aber fein und preislich natürlich auch nicht gerade im günstigsten Bereich angesiedelt – ein paar Beispiele:
Entenbrust rosa gebraten mit asiatisch marinierter Ananas, Palmenherzen und Glasnudelsalat – 29 Euro
Filet und Rippe vom Iberico Schwein, sautierter Spitzkohl und Gnocchi gefüllt mit Pfifferlingen – 32 Euro
Blattsalate ab 12 Euro, Suppen ab 12 Euro (z.B. Waldpfifferlingsuppe), Spaghetti Aglio Olio mit Gran Padano 16 Euro.

Ich entschied mich für Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti für 29 Euro, mein Mann genoss ein Filet von Bodenseefelchen mit Rieslingsauce, Blattspinat, Pinienkernen und Salzkartoffeln für 25 Euro. Nicht billig, aber vom Feinsten: das Geschnetzelte war eben nicht aus Kalbsschnitzel, sondern aus Kalbsfilet hergestellt, die Portionen waren nicht nobel-winzig, sondern großzügig bemessen. Vorab schmeckte auch der Gruß aus der Küche mit frischem, knusprigen Brot und einer leckeren Frischkäse-Sahnecreme.



Am zweiten Abend gewitterte es extrem, so dass wir im Restaurant essen mussten. Das wies zwar ein wunderschönes und elegantes Ambiente auf, leider war es aber auch ausgesprochen schwül in den Innenräumen. Hier würde eine Klimaanlage nicht schaden. Wir ließen uns davon den Appetit aber nicht verderben und genossen unser Rinderfilet mit Pommes und Speckbohnen bzw. das Wiener Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat (27 bzw. 34 Euro).



Gleich neben Restaurant und Terrasse befinden sich die Bar (innen) und der Loungebereich (außen), in dem geraucht werden darf. Der passende Ort für einen kleinen Absacker, bevor es aufs Zimmer geht.
Ins Restaurant geht es dann wieder zum

FRÜHSTÜCK

Das ist echt der Hammer, ein schöneres und vielfältigeres Büffet habe ich selten gesehen. Ich fange mal an, aufzuzählen:

Verschiedene Brotsorten, Minibrötchen (Laugen, einfach, Körner, Brezeln, Käsehörnchen), Toast und Croissants. Wurst von Schinken über Roastbeef bis zu Salami, zweierlei Lachs mit diversen Sößchen und Dips, zweierlei Heringssalate, Makrelensalat, Garnelen in Cocktailsauce, Antipasti, Caprese-Salat, diverse Käsesorten, Rührei, Würstchen, gebratener Speck, frisches Obst (geschnitten oder am Stück), Quark, Joghurt, diverse Marmeladen, Nutella, Müslis, Donuts, frisch gepresste Säfte… hab ich etwas vergessen? Ach ja, beim zweiten Frühstück gab es als Extra des Tages Miniweißwürste und natürlich stand täglich auch gut gekühlter Sekt bereit.



Kaffee und verschiedene Teesorten bestellten wir am Tisch, diese werden serviert, genauso wie Omelett oder Spiegelei in verschiedenen Variationen. So lange wie hier haben wir uns noch nie an einem Frühstückstisch aufgehalten und danach waren wir auch bappsatt, ein Mittagessen war da nicht mehr nötig. Wir brachen auf, um uns die wunderschöne Altstadt von Konstanz anzusehen und am Nachmittag einen weiteren Bereich des Hotels zu nutzen, den

POOL

Den Spa-Bereich nutzten wir nicht, denn die Anwendungen dort waren definitiv zu teuer für uns, so dass ich euch darüber auch nichts erzählen kann. Unser „Spa“ – nämlich das Pooldeck - befindet sich im 4. Stock quasi auf dem Dach des Hotels und hat neben dem 12 X 5m großen Pool natürlich auch eine Poolbar und einen Poolboy, der sich um das Wohl der Gäste kümmert. Der Pool ist ganzjährig auf 28 Grad temperiert, wobei er an diesem hochsommerlich heißen Samstag dafür sicher nicht beheizt werden musste. Meinem Mann war das Wasser etwas zu warm, ich dagegen, verfroren wie ich bin, hätte mich stundenlang darin aufhalten können – wären die zum See hin ausgerichteten Liegen nicht gar so bequem und zum Faulenzen geeignet gewesen. Dazu einen Aperol Sprizz und das Leben hätte nicht schöner sein können.


Neben Getränken kann man sich auch diverse „Snacks“ aus der Poolkarte servieren lassen, aber Knuspergarnelen für 16 Euro & Co. verkniff ich mir dann doch lieber. 


Hier wie überall im Hotel stimmte der

SERVICE

Das überwiegend junge Personal ist in allen Bereichen extrem gut geschult, ausgesprochen freundlich und dabei unaufdringlich. Ich habe mich nie gescheut, eine Frage zu stellen, denn stets wurden diese mit einem netten Lächeln und ausführlich beantwortet. Wünsche wurden nicht nur „gerne“, sondern „sehr gerne“ und prompt erfüllt. Eine Bekannte von mir würde jetzt wieder einmal sagen „Ist doch klar, die wollen und bekommen ja dein Geld“ und trotzdem bin ich der Überzeugung, dass man durchaus merkt, ob jemand seinen Job wirklich gerne macht oder ob es ein Muss ist. Im Riva ist die Stimmung des Personals so, dass man die Freude am Beruf spürt und die Freundlichkeit nicht gestellt ist, zumal auch keiner der Angestellten sich steif benimmt.

Manches war für uns natürlich seltsam. Wenn ich in Italien abends aus der Bar noch ein Glas Wein oder Ähnliches ins Zimmer nehmen möchte, nehme ich das eben selber mit nach oben. Das wollte ich Samstagabend mit einem Aperol Sprizz auch machen, die Dame, die ich um das Glas bat, betonte mehrmals, dass sie mir es auch gerne aufs Zimmer bringen würde. Ich hatte keine Chance, den Sprizz selber mitzunehmen, wollte ich nicht unhöflich werden. Im Prinzip ist das ja auch egal, aber der Zimmerservice kostet 3 Euro extra und warum soll ich den zahlen, wenn ich sowieso gerad nach oben gehe? Da spricht eben die Schwäbin aus mir und man merkt, dass ich nicht zu den oberen 10 000 gehöre, die es gewohnt sind, sich alles hinterhertragen zu lassen*lach*.



Nur ein einziges Mal vergriff sich jemand im Ton und das auch nicht uns gegenüber: einer der Kellner hatte nicht kapiert, was seine Kollegin ihm erklären wollte, nämlich dass wir unsere Getränke vom Abendessen bereits aufs Zimmer hatten schreiben lassen und er nur noch einen Bon für die beiden Getränke in der Lounge danach herauslassen musste. Daraufhin pfiff er sie so unangenehm ruppig an, dass es für uns richtig peinlich war. Mein Gatte verweigerte ihm aus diesem Grund das Trinkgeld, das man auf dem Bon über der Unterschrift extra eintragen kann – Pech gehabt.

Der Turndown-Service war an beiden Abenden perfekt, jedes Mal gab es ein Betthupferl in Form von Pralinen bzw. kleinen Florentinern. Frisches Obst stand sowieso von Anfang an bereit, zum Aperol Sprizz per superschnellem Zimmerservice gab es Nüsse dazu.

Interessant, zumindest für uns, war in diesem Haus auch

DIE KLIENTEL

Wir sind nicht arm, gehören wohl zur etwas höheren Mittelschicht, aber in diesem Hotel waren wir mit Abstand die ärmsten Würstchen von allen. Es ist durchaus mal interessant, Menschen zu beobachten, die sich um nichts Finanzielles Gedanken machen müssen. Da bestellt man nicht wie ich ein Glas Wein und nuckelt sparsam daran herum, da lässt man sich gleich die ganze Flasche kommen. Und noch eine. Oder vor dem Frühstück Kaffee und einen Eiskübel mit Champagner auf den Balkon bringen.

Mit einem älteren Herrn unterhielten wir uns in der Lounge über das Thema „Rauchen in Hotels“, er erzählte von New York, als er vor dem 10-stöckigen Kaufhaus rauchte, während Frau und Tochter oben beim Shoppen waren, vom Nichtraucherhotel in Miami oder von der netten Begebenheit, als in Deutschland bereits Rauchverbot herrschte, zu Silvester auf Sylt im Sansibar noch geraucht werden durfte… *hust*, da kann ich mit einer Woche Korfu All Inclusive oder unserem 3-Sterne-Hotel am Gardasee nicht mithalten *lach*.


Abends gibt es natürlich keine Herren mit kurzen Hosen im Restaurant und 95% tragen auch Hemden und keine T-Shirts. Hotel wie Gäste sind eben sehr stilvoll, was ich auch sehr angenehm finde, wir haben da keine Probleme, uns anzupassen. Erstaunlich fand ich, dass auch Familien mit kleinen Kindern dort Urlaub machen, doch die größte Gruppe waren wohl Paare ab 40. Von der Nationalität her bestimmten Schweizer und Deutsche das Bild.

CHECK-OUT

Nach einer zweiten erholsamen Nacht (die Verdunkelungsvorhänge funktionieren übrigens wirklich prächtig und trotz laut feiernder Jugendlicher unten an der Seestraße dringt kein Laut durch die geschlossene Balkontüre) und einem weiteren fulminanten Frühstück ging es für uns dann leider auch schon wieder nach Hause. Mein 500-Euro-Gutschein wurde natürlich anstandslos akzeptiert, die restlichen knapp 500 Euro zahlte ich mit der Master Card. Zum Abschied und für die Heimreise bekamen wir noch je eine Flasche Wasser und zwei Schächtelchen mit Pfefferminz. Das Angebot, den Wagen vom Parkplatz um die Ecke vorfahren zu lassen, lehnte mein Mann ab und dann ging es nach Hause.



FAZIT

An den Luxus könnte man sich wirklich gewöhnen, es war ein ganz wunderbares und erholsames Wochenende. Für uns wird es das erste und letzte dort gewesen sein, aber nicht, weil wir nicht gerne wieder im Riva wohnen würden und auch nicht, weil das Hotel sein Geld nicht wert wäre. Neben dem Hotel selber ist auch die Lage direkt am See ein Traum, abends kann man ganz wunderbar eine lange Strecke am See entlangspazieren, alte Villen und Natur pur bewundern oder eben in ca. 10 – 15 Minuten zu Fuß die Altstadt von Konstanz erreichen. Die Preis-Leistung stimmt absolut. Jedoch müsste ich für ein einziges Wochenende dort doch auf Dinge verzichten, die ich mir sonst eben über´s Jahr so gönne, vor allem, wenn ich mir wie in Italien oder auf den griechischen Inseln keine Gedanken über ein zweites Glas Wein oder einen Snack zwischendurch machen möchte. Und das sind mir 2 Tage dann eben doch nicht wert, egal wie schön und luxuriös sie sind.

Wer es sich leisten kann und/oder will, dem kann ich dieses Hotel wärmstens empfehlen.

Liebe Grüße

Eure Kerstin